Achtundzwanzig Gründe, den Jakobsweg zu gehen + Pilgertexte Altes und Neues Testament

„Wir sind in der Welt nur auf der Durchreise, auf der Pilgerschaft. Der Berg der Verklärung, die Kathedrale des Apostels Jakobus, steht für die Sehnsucht nach einer zukünftigen Welt, in der keiner mehr weinen muss, außer vor Freude. Was bleibt, sind die Bilder eines Himmels, der sich zuweilen öffnet.“ – Unbekannter Autor

Das Vorbild des Pilgers ist Jesus von Nazareth, der Sohn Gottes. Als Pilger ging er durch die Welt, verkündete die Frohe Botschaft. Auch wir sind Pilger. Während wir diese Welt durchwandern, versuchen wir, dem Leben Jesu Christi zu folgen. 

Quelle: Geistlicher Begleiter. Pilgerschaft nach Santiago, Thema 10.

Codice Calixtinus. Ausstellung Burg Ponferrada.

Der wahre Pilger teilt mit den Armen und den bedürftigen Pilgern. Die das nicht tun, sind keine echten Pilger.

Vier Wege führen nach Compostela. So beschreibt es der im 12. Jahrhundert lateinisch verfasste Pilgerführer Liber Sancti Jacobi, auch Codex Calixtinus genannt.

„Weißt Du nicht, dass das Leben eine Reise ist? Du bist kein Bürger, sondern Wanderer bist Du und Reisender! Sage nicht: Ich habe diese oder jene Stadt! Niemand hat eine Stadt. Die Stadt ist oben. Die Gegenwart ist der Weg.“ – Quelle: Chrysostomos. *)

*) Hl. Johannes  von Antiochia (344 – 407).  Im 6. Jahrhundert wurde ihm der Beiname Chrysostomos – „Goldmund“ – gegeben, weil einer der größten christlichen Prediger. Er zählt neben den heiligen Ambrosius, Augustinus und Hieronymus zu den vier großen Kirchenvätern, war Erzbischof von Konstantinopel. Quelle u.a.: Prof. Peter Schallenberg. Die Tagespost vom 13. August 2020

„Beten wir darum, dass wir, die wir als Pilger in dieser Welt leben, die Augen und das Herz stets auf das letzte Ziel richten, nach dem wir streben, das Haus des Vaters, den Himmel.“

Quelle: Papst Benedikt XVI. aus Predigt vom 3. November 2008. Die Tagespost, Montag 11.11.2024. www.benedictusXVI.org

  • Altes Testament (AT): Genesis 12,1-9: Abrahams Berufung und Wanderung nach Kanaan

Den einzigartigen Camino de Santiago erleben

Etwas wirklich Großes leisten. Der Weg hat ein Ziel. Von den Pyrenäen bis zum Grab des  Apostels Jakobus dem Älteren in Santiago de Compostela. Start in St.-Jean-Pied-de-Port.

  • Den eigenen Weg gehen.
  • In sich hineinhören.
  • Sich nicht dem Termindruck beugen.
  • Jeder hat tiefe Gründe, 
  • diesen Pilgerweg zu gehen.
  • Das Bedeutungslose abstreifen;
  • sich von unnötigem Ballast trennen.
  • Jakobspilger sind keine Wanderer, 
  • die immer um sich selbst kreisen! – Papst Franziskus.
  • Christliches Pilgern hat immer ein Ziel. 
  • Christliche Pilger sind fokussiert – auf den Herrn.
  • Der Apostel Jakobus wird dein ständiger Gefährte sein;
  • er geht jeden Tag deinen Weg mit dir, ob du es willst oder nicht.
  • Sich vom Weg überraschen lassen;
  • von den Unebenheiten der Topographie und nicht zu erwartenden Imponderabilien
  • Fremde Menschen und Kulturen kennenlernen. 
  • Pilger auf den Spuren vergangener Zeitzeugen.
  • Die Natur fühlen, sich geborgen fühlen zwischen Himmel und Erde.
  • Fauna und Flora bestaunen.
  • Mit sich und anderen achtsam umgehen.
  • Sich und andere nicht überfordern.
  • Anderen Pilgern selbstlos helfen. 
  • Werke der Barmherzigkeit auch im Gebet.
  • Mit Christus ins Gespräch kommen
  • Auf der Suche nach dem Guten und der Wahrheit. Pilgergebete und Pilgerlieder.
  • Pilgermesse in Santiago erleben. 
  • Zusammen mit den vielen Pilgern und Gläubigen dankbar das heilige Messopfer feiern.
  • Das Schwenken des Botafumeiro erleben.
  • Am Reliquienschrein zum Apostel ein Gebet sprechen,
  • Jakobus danken.

Ist es nicht lohnenswert, diesen Gedankengang einmal in Stille, vielleicht auf der Meseta, zu reflektieren? Bin ich noch Wanderer? Oder schon Pilger? Wallfahrer zum Gnadenort des heiligen Jakobus, und damit automatisch zum Herrn Jesus Christus, Gottessohn in der Dreifaltigkeit (Trinität).

  • Du verlässt den Jakobsweg niemals so, wie du ihnen betreten hast. 
  • Die Richtung, in die du gehst, wird dich ändern.
  • Quelle: Webseite Kathedrale.
  • Du gehst als Wanderer los und kommst als Pilger in Santiago de Compostela an.

Emir Ali ben Yusuf (al-Andalus) fragt Königin Urraca (Leon), warum so viele Christen nach Compostela gehen, dass sie kaum den Weg nach Westen offenlassen?

Zitat. Anno Domini 1121 sandte der mohammedanische Almoraviden-Emir Ali ben Yusuf (geb. 1094; regierte von 1196-1143) aus dem südlichen Spanien Boten zu der christlichen Königin Urraca (geb. 1080; regierte von 1109-1126 Leon, Galicien und Kastilien).

„Diese (Anm.: die Boten des Emirs) sahen in Navarra die Massen christlicher Pilger (peregrinos christicolas), die nach Santiago und zurück gingen. Deshalb fragten sie einen Mann namens Peter, der ihre Sprache beherrschte:

  • „Wer ist dieser große Mann, den unzählige (innumeri) Christen von jenseits und diesseits der Pyrenäen aufsuchen, um ihn zu verehren?
  • Die Menge der christlichen Pilger, die nach Compostela gehen und wieder zurückkommen ist so groß, dass sie kaum den Weg nach Wester offenlassen (vix patet nobis liber callis ad occidentem).
  • Da wurde ihnen geantwortet, es sei der hl. Jakobus, der Apostel unseres Herrn ….,
  • dessen Leichnam in Galicien begraben liege und den Gallien, England, Latium und Deutschland, alle christlichen Provinzen und besonders Spanien als ihren Patron verehren“.

Quelle: Historia Compostellana II 50, p. 307-308.

Quelle: Vortrag Prof. Dr. Klaus Herbers: Metropolis. Würde des Ortes und Würde des Pilgers. Santiago und Rom im Lauf der Geschichte. Mitgliederzeitschrift der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft STERNENWEG Nr. 66 aus 2025.26; Seite 16.