Der unverwechselbare Camino de Santiago + Pilger, die in den Pyrenäen starten

Kurzum: Der Jakobsweg ist einzigartig. Für die einen sportiver Wanderweg mit guter Infrastruktur. Für andere ein Pilgerweg: Selbstfindung, Wunsch nach Verbesserung der Lebenswirklichkeit, Gastfreundschaft, Solidarität, Respekt für andere zeigen. Empathie, Toleranz, Spiritualität.

Einstimmung auf den Camino

... für Pilger, die in Saint-Jean-Pied-de-Port auf der französischen Seite der Pyrenäen starten800 Kilometer

„Am Anfang ist alles grün, vielfältig und abwechslungsreich.

Später erreichen wir eine Hochebene, die Landschaft wird trocken, härter. Eine Zäsur, wie zur Lebensmitte des Menschen. Die Reinigung der Seele fängt an. Die Zeit der Buße ist gekommen.“

Einschub. Die Meseta war für mich – neben dem Weg zum Cruz de Ferro – das Highlight schlechthin. Echter Camino. Zeitweise absolute Ruhe. Kein Laut, kein Geplapper. Zeit zum Reflektieren.

Blick auf die Montes im Mai. Hoch oben auf dem Weg von Villafranca del Bierzo via Camino duro nach O Cebreiro.

Und wenn wir reif und bereit sind, betreten wir eine grüne Landschaft. Unsere Alltagsorgen verlieren an Bedeutung, je mehr wir uns unserem Ziel nähern.“

Viele mögen am Ende den Sinn ihres Lebens finden. Die Gläubigen suchen auf dem Jakobsweg Gott, sie werden ihn treffen, denn jeder, der nach ihm ausschaut, findet ihn am Ende.“

In Santiago de Compostela. Vor der Kathedrale. Während des Pilgergottesdienstes.

Quelle: DVD El Camino, Ferenc Tolvaly, 2005.

Emir Ali ben Yusuf (al-Andalus) fragt Königin Urraca (Leon), warum so viele Christen nach Compostela gehen, dass sie kaum den Weg nach Westen offenlassen?

Zitat. Anno Domini 1121 sandte der mohammedanische Almoraviden-Emir Ali ben Yusuf (geb. 1094; regierte von 1196-1143) aus dem südlichen Spanien Boten zu der christlichen Königin Urraca (geb. 1080; regierte von 1109-1126 Leon, Galicien und Kastilien).

„Diese (Anm.: die Boten des Emirs) sahen in Navarra die Massen christlicher Pilger (peregrinos christicolas), die nach Santiago und zurück gingen. Deshalb fragten sie einen Mann namens Peter, der ihre Sprache beherrschte:

  • „Wer ist dieser große Mann, den unzählige (innumeri) Christen von jenseits und diesseits der Pyrenäen aufsuchen, um ihn zu verehren?
  • Die Menge der christlichen Pilger, die nach Compostela gehen und wieder zurückkommen ist so groß, dass sie kaum den Weg nach Wester offenlassen (vix patet nobis liber callis ad occidentem).
  • Da wurde ihnen geantwortet, es sei der hl. Jakobus, der Apostel unseres Herrn ….,
  • dessen Leichnam in Galicien begraben liege und den Gallien, England, Latium und Deutschland, alle christlichen Provinzen und besonders Spanien als ihren Patron verehren“.

Quelle: Historia Compostellana II 50, p. 307-308.

Quelle: Vortrag Prof. Dr. Klaus Herbers: Metropolis. Würde des Ortes und Würde des Pilgers. Santiago und Rom im Lauf der Geschichte. Mitgliederzeitschrift der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft STERNENWEG Nr. 66 aus 2025.26; Seite 16.