Überwogen bei unserem ersten Camino in 2006 noch die männlichen Pilger, sind es heuer die weiblichen Pilger, die den Camino dominieren. Das wirkt sich offensichtlich auf die Altersklassen aus, wie auf den eklatanten Bedeutungsverlust des Camino Frances + Der Trend geht in Richtung Kurzwanderung + Nicht alle Pilger lassen sich in Santiago de Compostela registrieren, entweder weil sie kein Interesse an einer Urkunde haben oder weil sie abschnittsweise unterwegs waren, Santiago überhaupt nicht ansteuerten +

Gesamt 17. Mai 2026: 121.355 Pilger + in 2006 gesamt: 101.056
- Camino Frances: 52.606 Pilger (43,44%) + gesamt 2006 gesamt: 82,09% = 82.955 Pilger
- Camino Portugues: 26.045 (21,50%) + 2006: 6,4%
- Camino Portugues Costa: 23.9325 (19.76%) + in2006: 47 Pilger
Foto aus 12.2024: Muxia. Km-Stein „0“
WEITERE WEGE: Ingles: 6.974 (5,76%) + Primitivo: 4.511 Pilger + Norte: 2.942 + Via de la Plata: 2.216 + De Invierno: 576 + Muxia Finisterre: 336 + Camino del Baranza: 156 + Geira e Arrieiros: 266 + Muros-Noia: 140+ Andere Wege: 374 Pilger.
GENERO
Hier hat sich zu 2006 eine sehr deutliche Verschiebung zu Gunsten der weiblichen Pilger ergeben.
- Männer: 46,09% + gesamt in 2006: 59,21%
- Frauen: 53,91% + gesamt in 2006: 40,79%
336 Pilger steuerten bis dato Muxia an.
Foto aus 12.2024: Costa da Morte (tote Küste). Muxia.

EINSTIEGSORTE DER PILGER

- Von Sarria aus: 33,43% aller registrierten Pilger von 121.355 + Gesamt in 2006: 16,18%
- Tui: 7.32% + Ferrol: 5,85%+ Oporto: 7.07%
- St.-Jean-Pied-de-Port: 4.929 Pilger (4,36%) + gesamt in 2006: 9,26%
- Leon: 1.549 + Lissabon: 669 + Lissabon Küste: 268 + Sevilla: 602
- vom Somportpass aus: 48 Pilger + gesamt in 2006: 0,87% (881 Pilger)
- Jaca: 18 + Arles: 20
- von Lourdes: 40 Pilger + Fatima: 47
- von Deutschland aus 49 Pilger
Foto aus 12.2024: Auf dem Weg nach Fisterra.
MOTIVATION DER PILGER
- Religiös motiviert: 45,86% +
- 2006 gesamt: 41,66%
- religiöse und sonstige (kulturelle) Gründe: 33,91% + 2006: 49,51%
- nicht-religiöse Gründe: 20,23% +
- 2006: 8,83%
Foto aus 12.2024: Kirche Muxia. Christi Himmelfahrt: Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit.

Kurzbetrachtung: Wie schon in den Jahren festzumachen, steigt der Anteil der nicht-religiösen Pilger, parallel dazu der Sinkflug kulturell interessierter Pilger.
ALTER DER PILGER

- Über 65-jährige: 12.48%+
- gesamt in 2006: 4,03 %
- unter 18-jährige: 9.35% +
- gesamt 2006: 8,94%
- 46-65-jährige: 39.53%+ gesamt 2006: 33,46%
- 18-45-jährige: 38,64%+
- gesamt 2006: 52,77%
Foto aus 12.2024: Fisterra. Am Ende der Welt.
NATIONALITÄTEN DER PILGER
6.892 deutsche Pilger
Spanien: 39.313 + US-Amerika: 9.915 + Portugal: 7.419 + Italien: 6.265 + Korea: 2.091 + Frankreich (einstmals führend): 2.235 Pilger
Iran: 154 Pilger + Indonesien: 147 + Niederlande: 2.034 + Indien:_60 + Serbien: 48 + Ungarn: 424 Pilger
Foto aus 12.2024:. Der gekreuzigte Christus. Auf dem Weg nach Muxia.

- ggfs. mehr Zahlenwerk später, wenn sich die Zahlen verdichtet haben; wahrscheinlich ab Mitte Mai `26
Sidestep: Pilgermassen im 12. Jahrhundert
Emir Ali ben Yusuf (al-Andalus) fragt Königin Urraca (Leon), warum so viele christliche Pilger nach Compostela gehen?
Prof. Dr. Klaus Herbers: *). Anno Domini 1121 sandte der mohammedanische Almoraviden-Emir Ali ben Yusuf (geb. 1084; Herrscher von 1106 bis 1143) aus dem südlichen Spanien Boten zu der christlichen Königin Urraca von Leon, Galicien und Kastilien (geb. 1080; Regentschaft von 1109-1126).

Foto: Königin Urraca (URAKA REGINA ADEFONSI FILIA CONFIRMAT) dargestellt in einer Miniatur aus dem 12. Jahrhundert. Archivo de la Catedral de Santiago, Tumbo A.
FotoQuelle: commons.wikimedia (18.05.26), gemeinfrei
„Die Boten des Emirs sahen in Navarra die Massen christlicher Pilger (peregrinos christicolas), die nach Santiago und zurück gingen. Deshalb fragten sie einen Mann namens Peter, der ihre Sprache beherrschte:
- „Wer ist dieser große Mann, den unzählige (innumeri) Christen von jenseits und diesseits der Pyrenäen aufsuchen, um ihn zu verehren?
- Die Menge der christlichen Pilger, die nach Compostela gehen und wieder zurückkommen ist so groß, dass sie kaum den Weg nach Wester offenlassen (vix patet nobis liber callis ad occidentem).„
- Da wurde ihnen geantwortet, es sei der heilige Jakobus, der Apostel unseres Herrn ….,
- dessen Leichnam in Galicien begraben liege und den Gallien, England, Latium und Deutschland, alle christlichen Provinzen und besonders Spanien als ihren Patron verehren.
*) Quelle: Vortrag Prof. Dr. Klaus Herbers: Metropolis. Würde des Ortes und Würde des Pilgers. Santiago und Rom im Lauf der Geschichte. Mitgliederzeitschrift der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft STERNENWEG Nr. 66 aus 2025.26; Seite 16. + Quelle: Historia Compostellana II 50, p. 307-308.