Nur ein Teil der Pilger lässt sich in Santiago de Compostela registrieren, entweder weil es kein Interesse an einer Urkunde hat, oder weil die Pilger abschnittsweise unterwegs sind. + Zu unserem ersten Camino in 2006 sind darüberhinaus wesentliche Unterschiede zu konstatieren; sehr deutlich die Umkehrung männlicher zu weiblicher Pilger; ebenso beim Alter; vom eklatanten Verlust des Camino Frances abgesehen + Der Trend geht in Richtung Kurzwanderung.

Gesamt: 72.710 Pilger
- Camino Frances: 34.090 Pilger (46,97%) + gesamt 2006 gesamt: 82,09%
- Camino Portugues: 15.359 (21,16%) + 2006: 6,4%
- Camino Portugues Costa: 12.507 (17,23%) + 2006: 47 Pilger
WEITERE WEGE: Ingles: 4.328 (5,96%) + Primitivo: 2.388 Pilger + Norte: 1.505 + Via de la Plata: 1.148 + De Invierno: 390 + Muxia Finisterre: 212 + Camino del Baranza: 149 + Geira e Arrieiros: 141 + Muros-Noia: 112 + Andere Wege: 234 Pilger.
GENERO
Hier hat sich zu früheren Jahren eine deutliche Verschiebung zu Gunsten der weiblichen Pilger ergeben.
- Männer: 47,29% + in 2006: 59,21%
- Frauen: 52,71% + in 2006: 40,79%

EINSTIEGSORTE DER PILGER

- Von Sarria aus: 38,64% aller registrierten Pilger (72.710 ) + Gesamt in 2006: 16,18%
- Tui: 7,85% + Ferrol: 6,1% + O`Porto: 6,24%
- St.-Jean-Pied-de-Port: 1.960 Pilger + Gesamt in 2006: 9,26%
- Leon: 808 + Lissabon: 372 + Sevilla: 285
- vom Somportpass aus: 29 Pilger + Gesamt in 2006: 0,87% (881 Pilger)
- Jaca: 9 + Arles: 10
- von Lourdes: 13 Pilger + Fatima: 8
- von Deutschland aus 27 Pilger
MOTIVATION DER PILGER
- Religiös motiviert: 46,72%
- 2006 gesamt: 41,66%
- religiöse und sonstige (kulturelle) Gründe: 33,65% + 2006: 49,51%
- nicht-religiöse Gründe: 19,63%
- 2006: 8,83%

ALTER DER PILGER

- Unter 65-jährige: 9,31% +
- gesamt in 2006: 4,03 %
- unter 18-jährige: 13.72% +
- gesamt 2006: 8,94%
- 46-65-jährige: 34,81% + gesamt 2006: 33,46%
- 18-45-jährige: 42,17% +
- gesamt 2006: 52,77%
NATIONALITÄTEN DER PILGER
4.004 deutsche Pilger
Spanien: 28.487 + US-Amerika: 4.686 + Portugal: 4.041 + Italien: 2.970 + Korea: 1.302 + Frankreich (einstmals führend): 1.162
Japan: 138 Pilger + Rußland: 351 + Niederlande: 965 + Kuba: 42 + Malta: 66 + Ungarn: 206

- Mehr Zahlenwerk später, wenn sich die Zahlen verdichtet haben; wahrscheinlich ab Ende April `26
Sidestep: Pilgermassen im 12. Jahrhundert
Emir Ali ben Yusuf (al-Andalus) fragt Königin Urraca (Leon), warum so viele christliche Pilger nach Compostela gehen?
Prof. Dr. Klaus Herbers: *). Anno Domini 1121 sandte der mohammedanische Almoraviden-Emir Ali ben Yusuf (geb. 1084; Herrscher von 1106 bis 1143) aus dem südlichen Spanien Boten zu der christlichen Königin Urraca von Leon, Galicien und Kastilien (geb. 1080; Regentschaft von 1109-1126).
„Die Boten des Emirs sahen in Navarra die Massen christlicher Pilger (peregrinos christicolas), die nach Santiago und zurück gingen. Deshalb fragten sie einen Mann namens Peter, der ihre Sprache beherrschte:
- „Wer ist dieser große Mann, den unzählige (innumeri) Christen von jenseits und diesseits der Pyrenäen aufsuchen, um ihn zu verehren?
- Die Menge der christlichen Pilger, die nach Compostela gehen und wieder zurückkommen ist so groß, dass sie kaum den Weg nach Wester offenlassen (vix patet nobis liber callis ad occidentem).„
- Da wurde ihnen geantwortet, es sei der heilige Jakobus, der Apostel unseres Herrn ….,
- dessen Leichnam in Galicien begraben liege und den Gallien, England, Latium und Deutschland, alle christlichen Provinzen und besonders Spanien als ihren Patron verehren.
*) Quelle: Vortrag Prof. Dr. Klaus Herbers: Metropolis. Würde des Ortes und Würde des Pilgers. Santiago und Rom im Lauf der Geschichte. Mitgliederzeitschrift der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft STERNENWEG Nr. 66 aus 2025.26; Seite 16. + Quelle: Historia Compostellana II 50, p. 307-308.