Der alles überstrahlende Jakobsweg-Kinofilm des Jahres 2010 The Way / Dein Weg mit Hollywoodstar Martin Sheen (bekennender Katholik) findet seinen fulminanten Abschluss vor dem Portico de la Gloria. Jeder der vier Protagonisten legt die Finger in die Jakobussäule, einer von ihnen, Joost, der Holländer, obschon an sich nur dem Weltlichen zugewandt, fällt auf die Knie, rutscht in die Kathedrale, just so, wie er es den Dreien zuvor aus dem alten Pilgerführer vorgelesen hatte. Sarah, die Kanadierin, wie der irische Schriftsteller Jack, er wollte niemals wieder eine Kirche betreten, sind emotional überwältigt. +
Warum also wuchern die Verantwortlichen der Kathedrale nicht weiterhin mit diesem christ-katholisch konnotierten Pfund, das von der Jakobussäule ausgeht? Auch wenn es offensichtlich viele der Pilgerwanderer nicht zu interessieren scheint.
Hauptdarsteller: Tom (Augenarzt in Kalifornien): Martin Sheen (Ramón Antonio Gerardo Estévez, geb. 1940) + Daniel (verunglückte tödlich auf dem Jakobsweg in den Pyrenäen, sein (echter) Sohn; Regisseur: Emilio Estevez + Sarah (Kanadierin): Deborah Kara Unger + Joost (Holländer): Yorick van Wachingen + Jack (irischer Reiseschriftsteller): James Nesbitt +
Aufzeichung TV-Sender „ONE“ vom 30. August 2025. Möglicherweise noch in der Mediathek abrufbar.
Fotozusammenschnitt 2011 + 2024. + In 2011 war die Welt noch in Ordnung. + Raimund Joos, Autor des Pilgerführers Camino Frances, Ausgabe 2024, sieht es wie ich. Seine Worte auf Seite 249 seines Pilgerführers: treffend gut formuliert: siehe unten.
Kostenfreier Zugang zur Kathedrale nur noch über das südliche Querhausportal, Porta de las Platerias

Seit 2019 kein Zugang mehr über das Westportal mit dem Glorientor – Portico de la Gloria
Foto aus 2007
Info Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft – Jakobusbrief Sommer 2026: kein Wort des Bedauerns
Eintrittsgebühren:
- Portico de la Gloria (ehem. Haupteingang) mit seiner Unterkirche +
- weiterhin:
- Kathedralmuseum +
- Palast des Diego Gelmirez +
- Dächer der Kathedrale +
- Kreuzgang mit Reliquienkapelle +
- Schatzkammer + sowie
- das Diözesanmuseum im benachbarten Klosterkomplex.
- Quelle: https://catedralsantiago.es/en/visits
Kurz-Kommentar
Will Spaniens (katholische) Kirche, besonders die Galiciens, wieder ihre Reputation zurückgewinnen, dann sollte sie ALLE Menschen, gläubig oder nicht, einladen und nicht aussperren. Wo, wenn nicht in Santiago de Compostela, gibt es so viele Zeugen christ-katholisch-gläubiger Baumeister zu bestaunen, wie Baumeister Mateo aus dem 12. /13. Jahrhundert.
Und just dessen phänomenales Skulpturenwerk – Portico le la Gloria – zu betrachten, soll seit 2019 einem Fachpublikum vorbehalten bleiben; Skulpturen, denen der pure katholische Glaube anhaftet; Skulpturen, die jahrhundertelang Menschen zum Glauben geführt haben?
Das Erzbistum hat offenbar nicht begriffen, dass das Diktum „Über die Schönheit von jahrhundertealten Kathedralen zum Glauben finden“ immer noch schlüssig ist – Haupteingang inklusive.
Kardinal Angelo Roncalli (späterer Papst Johannes XXIII.) sagte einmal über Santa Maria de Regla in León: „Diese Kathedrale besitzt mehr Glas (Anm.: 1.800 qm) als Stein, mehr Licht als Glas und mehr Glauben als Licht + Wird das Licht zum Wort *)1 oder das Wort zum Licht?“ Ohne Zweifel deckungsgleich übertragbar auf den Haupteingang der Kathedrale von Compostela.
*)1: Wort =Logos = Wort Gottes = Jesus Christus = Gott
Die spanische Kirche definiert sich hoffentlich über ihre nahezu 2.000 Jahre alte Geschichte, beginnend mit Jakobus in Saragossa 40 n. Chr., mit überbordend guten, manchmal nicht so guten Zeiten. Die Kirche Jesu Christi (als solche ist sie heilig) ist halt auch eine Amtskirche mit vielen sündigen Klerikern. +
Es muss andere Geldwerbsquellen geben – neudeutsch Fundraising. Hier sind die vielen internationalen Jakobusgesellschaften gefragt.
Anhang: Webseite Weltkirche – Katholisch – Apostolisch + Kathedralen am Camino
Pilgerführer Camino Frances: Glorientor geschlossen
Outdoor Wanderführer. Spanien: Jakobsweg Camino Frances. Raimund Joos. 27. überarbeitete Auflage 2024; Outdoor-Handbuch Band 23. Seite 249. Abschnitt Das Glorientor (Porta de la Gloria), ich zitiere:
Foto aus 2006. Am Tage unserer ersten Ankunft in SdC. (Weitere sollten folgen) + Nachfolgend Autor Raimund Joos.
- „Die Pforte des Haupteinganges hinter der Fassade der Kathedrale wurde einst von den gerade ankommenden Pilgern – oft sehr tief bewegt – schweigend, staunend durchschritten und deren Mittelsäule andächtig berührt.


Foto: Dezember 2024. Das Regenwetter an jenem Tag spiegelte mein Empfinden wider: große Enttäuschung: Tor geschlossen.
Weiter Raimund Joos: „Seit 2019 ist dieser traditionelle Zugang ganz im Sinne der touristischen Vermarktung des Jakobsweges in der Regel nur noch nach Anmeldung im Rahmen einer wortreichen Führung für einige meist gut zahlenden Kulturinteressierte geöffnet.“
Foto aus 2011. Treppe selbstverständlich begehbar, Portico de la Gloria geöffnet.
Raimund Joos: „Dass das Glorientor somit von einem einstmals authentisch-lebendigen Ort des Pilgerlebens zu einer profanen Touristenattraktion mutierte, erspare ich mir weitere Ausführungen zu diesem sehr fragwürdigen Anhängsel des Kathedralmuseums und rufe gern ein bekanntes Jesus-Wort in Erinnerung:“

- „Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden?
- Ihr aber habt daraus eine Räuberbande gemacht.“ (Mk 11,17).“
- Recht hat er.
Monte do Gozo
Nicht von ungefähr hatte man vor Jahren auch das Denkmal auf dem Monte do Gozo zu Ehren der Besuche von Papst Johannes Paul II. abgerissen, ebenso weiland in Erinnerung an die Pilgerschaft des großen Heiligen Franz von Assisi. Mehr dazu vgl. nachstehenden Bericht: