Der Camino de Santiago ist die perfekte Mischung aus touristisch-sportlichem Abenteuer und religiöser Andacht. Diese Dokumentation zeigt die gesamte Geschichte vom Ursprung bis heute. + FotoAusschnitt: Grabplatte Bischof Theodomir, s.u..
Jahrhundertelang war die Grabstätte des Apostels Jakobus in Vergessenheit geraten, bis eben Pelagius, der Einsiedler, Bischof Theodemir von seiner Lichterscheinung erzählte. Man vermutet zwischen 812 bis 834 nach Christus. –
Daraufhin wurden drei Steinsärge gefunden mit Inschriften, die auf Jakobus und seine Getreuen Atanasio und Teodoro hinweisen sollen. + König Alfons II. (791-842) ließ sogleich eine Kirche, ein Kloster und ein Mausoleum errichten. Er rechnete wohl mit einem Anschwellen der Pilgerschaft, als er den den Heiligen zum Namenspatron Spaniens ausrief. Die damit verbundenen Einnahmen, die die Pilger in seinen Staatssäckel spülen würden, wird er wohlwollend berücksichtigt haben, was per se auch nicht zu verurteilen ist.

Tombstone of bishop Theodemirus (d. 847 CE), discoverer of the tomb attributed to the apostle Saint James. Cathedral of Santiago de Compostela + Grabstein des Bischofs Theodemirus († 847 n. Chr.), Entdecker des Grabes, das dem Apostel Jakobus zugeschrieben wird. Kathedrale von Santiago de Compostela.
FotoQuelle: commons.wikimedia (24-02-26) gemeinfrei, Author Froaringus
Was aber hatte Bischof Theodomir so sicher gemacht, dass es sich um das Grab von Jakobus und um seine Getreuen Atanasio und Teodoro handeln muss? Er kannte Hinweise von Bischof Adhelmo von Sherborne (um 700 n.Chr.) und Beda Venerabilis (672-735), wonach Reliquien des Apostels in Galicien versteckt worden seien – mit Bezug zu byzantinischen Texten des 5. Jhs. (Beisetzung Jakobus in der Marmaric Ark). +
Quelle: YouTube. PlanetDOC. Camino de Santiago Full Doumentary (The Way of St. James ) + dt. Untertitel
Camino de Santiago. Der Tempel der Sterne.
Vollständige Dokumentation
Deutsche Übersetzung aus dem Englischen zum YouTube-Begleittext – 331.387 Aufrufe 21.03.2015
Für mich das perfekte Video, das in knapp 50 Minuten eine Dokumentation vorlegt, die ihresgleichen sucht mit dem nachvollziebaren Bestreben, der religiösen Bedeutung des Camino Frances gerecht zu werden. + Leider gibt es zu viele (Hobby-) Historiker, die es nicht vermögen, sich vorurteilslos in die Historie einzudenken, vielmehr ihren eigenen Erfahrungshorizont zu Grunde legen.
Zitat: Der Jakobsweg (Camino de Santiago) ist die perfekte Mischung aus touristisch-sportlichem Abenteuer und religiöser Andacht. Diese Dokumentation zeigt die gesamte Geschichte vom Ursprung bis heute.
- Die Entdeckung des Grabes des Apostels Jakobus im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts veranlasste viele Christen, auf dem Jakobsweg nach Compostela zu pilgern, um seine Reliquien zu verehren.
- Dies erforderte den Bau einer Kirche. Dieses Gebäude sollte nicht nur die Reliquien des Apostels und seiner Jünger Teodoro und Atanasio bewahren und ehren, sondern auch eine größere Anzahl von Pilgern aus den Königreichen der Iberischen Halbinsel sowie aus dem übrigen Europa aufnehmen.
- Das Ziel der Erbauer war es nicht nur, die perfekteste Kirche für den Pilgerkult zu errichten, sondern Compostela zu einem religiösen und künstlerischen Bezugspunkt für die Welt zu machen, ähnlich wie Rom und Jerusalem.
- Dies sind die Anfänge einer faszinierenden Geschichte, einer fabelhaften Saga, die sich über Jahrhunderte erstreckt und von
- Tausenden von Menschen geschrieben wurde, die in ihrer Verehrung der Figur des Apostels Santiago in einem abgelegenen Winkel von Finisterre vereint waren. Sie nannten es Compostela: das Feld der Sterne.
- Der gegenwärtige Zustand der Kathedrale von Santiago ist das Ergebnis zahlreicher Veränderungen, Projekte, Arbeiten und Umgestaltungen; kurz gesagt, einer sich entwickelnden und leidenschaftlichen architektonischen und künstlerischen Schöpfung, die sich über viele Jahrhunderte erstreckt hat.
Camino de Santiago. Der Tempel der Sterne – Vollständige Dokumentation
Zitat: Obwohl Jerusalem, Rom und Santiago seit dem Mittelalter die drei großen Ziele für Pilger waren, ist der Camino de Santiago (Weg des Heiligen Jakobus) nach Santiago der einzige, der noch heute auf dieselbe Weise begangen wird wie damals: zu Fuß und mit kaum mehr als einem Schulterbeutel.
- Es war schon lange her, dass die Nachricht von der Entdeckung des Grabes des Heiligen Jakobus nach Frankreich gelangt war.
- Es waren dunkle und gefährliche Zeiten.
- Terror brach aus, als die sarazenische Armee Compostela dem Erdboden gleichmachte. Almanzor hatte seine Basilika sowie andere Kirchen und Klöster zerstört.
- Bischof Diego Peláez beschloss, eine neue Kirche zu errichten, um die vorromanische Basilika zu ersetzen.
- Wir fliegen über die Stadt Santiago.Von hier oben können wir die Kathedrale sehen und in deren Nähe die Kirche San Félix de Solovio.
- Und es ist an diesem Ort, an dem Chroniken von einem Einsiedler namens Pelayo berichten, der, während er fastete, einige Lichter auf der antiken römischen Zitadelle leuchten sah. Aufgrund dieser Nachricht kam der Bischof zum Ort und entdeckte den Eingang zu einem kleinen Grab unter dem Unkraut.
- Über dem Grab wurde eine Kirche errichtet, um die Reliquien des Apostels zu verehren. Der Bau wurde 830 abgeschlossen und Bischof Teodomiro konsekrierte die erste Kirche von Santiago.
- Im Jahr 1101, während er sich in Santiago aufhielt, nachdem er von Papst Paschalis II. zum Bischof ernannt worden war, begann Diego Gelmírez seine Projekte. Das erste war die Fertigstellung der Kathedrale. Es war offenbar, dass, wenn die Kirche von Santiago zu dieser großen apostolischen Stätte werden sollte, sie künstlerisch führend sein musste.
- Zu diesem Zweck förderte er den kontinuierlichen Austausch zwischen den compostelanischen Baumeistern und den fortschrittlichsten Bauherren der Zeit.
- Camino de Santiago (Der Weg des Heiligen Jakobus) war definitiv zu einem Strom kulturellen und künstlerischen Austauschs zwischen Galicien und dem Rest Europas geworden.
- Diego Gelmírez hatte all seine Ziele erreicht: Der Bau der Kathedrale war gut vorangeschritten und sie war ein Maßstab für die europäische romanische Kunst;
- Und schließlich, am 21. April 1211, weihte Erzbischof Pedro Muñiz in Anwesenheit von König Alfons IX. die romanische Kathedrale von Santiago.
- Die Besuche von Papst Johannes Paul II. und später von Benedikt XVI. im Heiligen Compostelanischen Jahr 2010, umgeben von einer gläubigen Menge von Pilgern aus aller Welt auf dem Camino de Santiago (Jakobsweg), sind ein Zeugnis für die großartige Vitalität, die der jakobäische Kult heute hat.
- Doch trotz aller Veränderungen bleiben die Werke von Peláez und Gelmírez, der Meister Bernardo, Esteban, Mateo und unzähliger anderer, unverändert und wiedererkennbar.
- In den Räumen ihrer Schiffe, Säulen, Tribünen, Kapellen und Portiken wird der Geist all jener bewahrt, die zu ihrem Bau beigetragen haben.
- Jedes Jahr pilgern Tausende von Gläubigen aus der ganzen Welt auf dem Camino de Santiago (Jakobsweg), um die Reliquien des Apostels zu verehren. Der Camino de Santiago (Jakobsweg) endet in der Kathedrale von Santiago de Compostela. + Translator Google (26.02.26)
Empfehlenswerter spanischsprachiger YouTube-Beitrag
zur Historie des Camino de Santiago
Deutsche Übersetzung. 229.631 Aufrufe 12.10.2025 GESCHICHTE Spaniens. DAS MITTELALTER
Was unterscheidet dieses Video von so vielen anderen? Seine Unaufgeregtheit, sein Bemühen, der Intention des Camino de Santiago gerecht zu werden, was seinen religiösen Hintergrund gestern und heute explizit impliziert.
Zitat: Entdecke den Ursprung des Jakobswegs, wie die Wallfahrt nach Compostela entstand und warum der Apostel Jakobus zum Symbol für Glauben, Kultur und Einheit wurde. Eine Reise durch die Jahrhunderte, um zu verstehen, wie die berühmteste Jakobswegroute der Welt entstand und sich entwickelte. Erkunde ihre Geschichte, ihre Legenden und das Vermächtnis, das noch heute Millionen von Pilgern berührt.
Alles begann im 9. Jahrhundert, als das Grab des Apostels Jakobus in Galicien entdeckt wurde – …
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Die ersten Jakobuspilger
Wer Jakobus dient, dem wird Gott es danken!
Urkundlich wurden die ersten Pilger im 9. Jahrhundert erwähnt. Schon 844 weiß ein Moslem namens Ibn Dihya von normannischen Pilgern zu berichten. + Sogar von Pilgern aus dem fernen Deutschland wird berichtet, aus Friesland des Jahres 850. + Einhundert Jahre später (um 950 n. Chr.) führte Bischof Gottschalk aus dem französischen Le Puy höchst offiziell eine große Gruppe von Pilgern nach Compostell zum Grab des Apostels, ebenso A. D. 959 Abt Caesarius von Montserrat.
Kathedrale Notre Dame. Le Puy – Velay. Das Bistum von Le Puy wird bereits im 4. Jahrhundert erwähnt. Bekannteste Amtsinhaber waren Godeschalk (935–955), der im Jahre 951 eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela unternahm, und Adhemar de Monteil (1085–1098), der geistliche Führer des ersten Kreuzzugs.
FotoQuelle: commons.wikimedia (29.07.25), gemeinfrei, Author: PMRMaeyaert

Dieses Vorbild vor Augen veranlasste nun seinerseits die Gläubigen aller europäischen Länder, dem hohen Kirchenfürsten zu folgen. Die Geschichtsschreibung spricht von riesigen Pilgerströmen.

Statue von Almanzor in Algeciras, Andalusien, errichtet 2002
FotoQuelle: commons.wikimedia (29.07.25), gemeinfrei. Author: user:falconaumanni
Almansor, der moslemische Heerführer, hatte bekanntlich 997 nach Christus Stadt und Kathedrale schleifen lassen. Das Apostelgrab blieb wundersam verschont.
An gleicher Stelle ließ Bischof Diego Pelaez eine größere Kirche bauen. Von seinem Nachfolger, Diego Gelmirez, kann man noch heute den Bischofsplatz bewundern. Er steht neben der Kathedrale. Im Jahre 1120 rief Papst Calixtus II. das erste Heilige Jahr aus: immer wenn der 25. Juli, der Namenstag des Heiligen auf einen Sonntag fällt.
Die erste Wallfahrt zum Grab soll der asturische König Alfonso II.
auch der Keusche genannt, unternommen haben; 4 Jahre nach der Entdeckung von seinem Königssitz Oviedo aus. Nicht auszuschließen, dass Alfonso II. sich der Hilfe des Apostels für sein bedrohtes Königreich versichern wollte.
So kann man davon ausgehen, dass der Camino Primitivo der älteste,
der ursprüngliche (primitivo = ursprünglich) Abschnitt aller Jakobswege schlechthin ist.
Der König dürfte etwas mehr als 300 Kilometer auf seinem Pferd gesessen sein, wie heute die Fußpilger via Grado, Salas, Tineo, Borres, Pola de Allande, La Mesa, Grandas de Salime, A Fonsagrada, Castro Verde, Lugo, Palas de Rey, Arzua und weiter über den späteren Camino Frances nach Compostell. An anderer Stelle mehr.

Urkundlich wurden die ersten Pilger im 9. Jahrhundert erwähnt. Schon 844 weiß ein Moslem namens Ibn Dihya von normannischen Pilgern zu berichten. Sogar von Pilgern aus dem fernen Deutschland wird berichtet, aus Friesland des Jahres 850. Einhundert Jahre später (um 950 n. Chr.) führte Bischof Gottschalk aus dem französischen Le Puy höchst offiziell eine große Gruppe von Pilgern nach Compostell zum Grab des Apostels, ebenso A. D. 959 Abt Caesarius von Montserrat.
Pilgern aus religiösen Gründen
Dieses Vorbild vor Augen veranlasste nun seinerseits die Gläubigen aller europäischen Länder, den hohen Kirchenfürsten zu folgen. Bis weit ins hohe Mittelalter pilgerten die Menschen zumeist aus religiösen Motiven. Der Jakobsweg war für sie ein Heiliger Weg – Via Sacra. Ausgeprägt war der Sternenglaube, das Wissen um die Milchstraße. Ihre Jenseitsvorstellungen muten uns heute fremd an.
Das Verhältnis von Lebenden und Toten war unkompliziert.
Nicht wenige pilgerten der armen verstorbenen Seelen wegen, um die Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit. Und dabei sollte, musste der Apostel Jakobus helfen. Die volkstümliche Überlieferung sprach davon, dass alle Toten zum heiligen Jakob nach Galicien gehen müssten. Besonders auserwählt waren diejenigen, die bereits zu Lebzeiten im Haus des heiligen Jakobs beten durften unter Berücksichtigung der zumeist selbst auferlegten Bußen.
SEGEN UND GEBET DES PILGERS
- Herr, unser Gott, der du deinen Diener Abraham aus seinem Land führte,
- ihn auf all seinen Pilgerreisen beschütztest und der das hebräische Volk durch die Wüste führte.
- Wir bitten dich, deine Kinder zu segnen, die aus Liebe zu deinem Namen nach Compostela pilgern.
- Sei ihr Weggefährte, ihr Führer an den Kreuzungen, ihr Schutz auf dem Weg, ihr Schatten in der Hitze, ihr Licht in der Dunkelheit, ihr Trost in der Entmutigung und ihre Festigkeit in ihrer Entschlossenheit:
- Damit sie mit deiner Hilfe das Ziel ihrer Pilgerreise sicher erreichen und, bereichert durch deine Gaben,
- erfüllt mit deiner Liebe, deinem Frieden und deiner Freude heimkehren.
- Durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Quelle für diese automatisierte Übersetzung: Webseite camino
Von Cluny aus die größte Wallfahrtsbewegung nach
Santiago de Compostela
Die Geschichtsschreibung spricht von riesigen Pilgerströmen, begünstigt gegen Ende des 11. Jahrhunderts durch die erfolgreichen Bemühungen der Mönche von Cluny um die Reconquista / Wiedereroberung und die Wiederbevölkerung des Landes.

Cluny. Seitenschiffjoch mit spitzen Scheidebögen vor Seitenschiffwand mit runden Schildbögen
FotoQuelle: commons.wikimedia (24-02-26), gemeinfrei, Author Andrzj Otrebski
Das Kloster Cluny gilt mithin als großer Förderer. In seiner Hochzeit im 11. und 12. Jahrhundert waren mehr als 1.200 Abteien von Cluny abhängig – neben Rom das geistige Zentrum jener Zeit. Der Orden unterhielt an den Caminos mehrere Klöster und Hospitäer wie in Najera, Burgos, Fromista, Carrion de los Condes, Sahagun, Astorga, Villafranca del Bierzo resp. San Juan de la Pena. Mehr über Cluny an anderer Stelle.
Die moslemischen Mauren hatten verwüstete Gebiete hinterlassen. Zudem ließen die Könige Alfons VI. von Kastilien-Leon und Sancho Ramirez von Navarra und Aragon die Pilgerwege sichern. Und nicht zuletzt näherte sich Spaniens Kirche unter Bischof Gelmirez wieder Rom an. Bereits 1079 nannte man der vielen französischen / fränkischen Pilger wegen den Weg iter francorum – Weg der Franken.
Da konnte auch Almansors Angriff in 997 nichts ändern
Call to jihad in the mosque of Córdoba, from a nineteenth-century painting. Almanzor presented himself as champion of Islam in his numerous campaigns against the peninsular Christian states and used this image to justify his political power.
Aufruf zum Dschihad in der Moschee von Córdoba, aus einem Gemälde des neunzehnten Jahrhunderts. Almanzor stellte sich in seinen zahlreichen Feldzügen gegen die christlichen Staaten der Halbinsel als Verteidiger des Islam dar und nutzte dieses Bild, um seine politische Macht zu rechtfertigen.
FotoQuelle: commons.wikimedia (24-02-26), gemeinfrei

Nach dem Abzug des moslemischen Heerführers, er hatte Santiago und die Kathedrale schleifen lassen, das Apostelgrab blieb wundersam verschont, ließ Bischof Diego Pelaez an gleicher Stelle eine größere Kirche bauen.
Von seinem Nachfolger, Diego Gelmirez, kann man noch heute den Bischofsplatz bewundern. Er steht neben der Kathedrale. Im Jahre 1120 rief Papst Calixtus II. das erste Heilige Jahr aus: immer wenn der 25. Juli, der Namenstag des Heiligen auf einen Sonntag fällt.
Weiter nach Finisterra
Viele Pilger zog es weiter bis zur Atlantikküste zum Kap Finisterre. Die Volksmeinung sprach vom Ende der Welt. Die Studierten wussten, dass die Erde keine Scheibe ist. Dazu an anderer Stelle mehr.

- Der ungarische Ritter Georg Grisaphan pilgerte 1353 nach Santiago seiner kriegerischen Untaten wegen. Abseits des Trubels von Santiago wollte er in der Einsamkeit von Finisterre büßen. –
Foto Dezember 2024
- Einer lokalen Überlieferung zufolge lebte dort auch der heilige Wilhelm, Herzog von Aquitanien, als Einsiedler. –
- Aus gleichen Gründen ging der Patrizier Gabriel Tetzel aus Nürnberg 1465/67 nach Finisterra. –
- Jahre zuvor beschreibt der Augsburger Patrizier Sebastian Ilsung 1446 seinen Weg an die Atlantikküste. Er spricht vom Fußabdruck des Herrn (Jesus Christus). –
- Schlußendlich sei der Neustädter Domherr Christoph Gunzinger des Jahres 1654 genannt.
- Er berichtete von einer der Gottesmutter Maria geweihten Kirche in Finisterre, von einem überaus anmütigen Cruzifix – Santo Christo de Finisterre, dem angeblich Haare und Bart nachwuchsen, auch Santo de Barda Dourade genannt – wie auch in der Seitenkapelle der Kathedrale von Burgos zu bewundern.
Quelle: Michael Mitterauer, St. Jakob und der Sternenweg, 2014, Böhlau-Verlag, Wien.
Zurück nach Hause
Oldenburg. Schlossmuseum. Heiliger Jakobus d. Ä. auf einer Muschel, 1. Hälfte 16. Jh.
Das Landesmuseum „Schloss“ in Oldenburg (nordwestlich Bremens) nimmt sich des Themas Pilgern wie folgt an. So heißt es dort: „(…) Für ihr Seelenheil stifteten sie an die Kirche, aber auch an Arme und Kranke oder unternahmen Wallfahrten und Pilgerreisen.
Innerhalb der Grafschaft übten die Wallfahrtskirchen in Schönemoor, Wardenburg und St. Joost starke Anziehungskraft aus. Von größere Bedeutung waren freilich die Pilgerstätten in Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela.

Chroniken belegen, dass auch Oldenburger Christen diese gefährlichen und kräftezehrenden Wallfahrten auf sich nahmen. So pilgerte Gerd der Mutige (1430 – 1500) am Ende seines Lebens zum Grab des Heiligen Jacobus nach Santiago de Compostela.
Der um 1500 in Oldenburg gegründeten Jacobusbruderschaft gehörten u.a. diejenigen an, die glücklich aus dem fernen Galicien zurückgekehrt waren. Als Beweis für ihre erfolgreiche Pilgerfahrt brachten sie die sogenannte Jacobsmuschel mit in den Norden.“
Nur in seltenen Fällen, wie im norddt. Oldenburg (s.o), wird von der Rückkehr der Pilger berichtet, von ihrer Wiedereingliederung in die Gemeinschaft. Andererseits bereicherten sie das religiöse und gesellschaftliche Leben ihrer Stadt, ihres Ortes mit der Gründung von Stiftungen zum Beispiel von Altären und anderen sozialen Einrichtungen.
Auswahl deutschprachige Pilger
Die ersten deutschen Pilger aus Friesland reisten bereits Anno Domini 850 nach Compostell, wie die Stadt damals hieß.
- Abt Werinhar war der erste fränkische Pilger. Er weihte in seiner Amtszeit (968-982) in Großburschla an der Werra die Kirche ecclesia sancti Jacobi.
- Gräfin Richardis von Sponheim, offenbar eine bedeutende Frau, führte ihre Reisegruppe im 11. Jahrhundert nach Galicien an, gest. 1151.
- Graf Eberhard V. von Nellenburg, Stifter des Allerheiligstenklosters in Schaffhausen (gest. 1080), folgte ihr zusammen mit seiner Ehefrau Ita in den Siebzigern des gleichen Jahrhunderts;
- Siegfried von Eppstein, Erzbischof von Mainz, früherer Abt von Fulda von 1058-1060, weilte in 1072 in Compostela.
- Graf Balduin VII. von Flandern mit kleinem Hofstaat, kurz darauf.
- Abt Ruthard von Fulda in 1076/77. Er ließ sich und seine Klostergemeinschaft in die Gebetsbruderschaft des Domkapitels zu Compostela aufnehmen.
- Der heilige Wilhelm von Vercelli. Ein Italiener, geb. um 1085, gestorben am 25. Juni 1142. Sofort nach dem Tod seiner Eltern pilgerte er nach Santiago. Von seinem Vorhaben, auch ins Heilige Land zu pilgern, riet man ihm ab. Er folgte Johannes von Matera und wurde Anno Domini 1114 Einsiedler auf dem Monte Vergine bei Avellino.
- Der heilige Theobald Provins;
- die selige Paulina von Thüringen– beide im 11. Jahrhundert.
- Graf Friedrich von Pfirt, der nach seiner Rückkehr 1144 das Frauenkloster Feldbach gründete und die Kirche dem St. Jakob weihen ließ.
- Deutsche Kreuzritter, 1147 von Köln aus über Santiago nach Lissabon.
- 1162 Graf Eberhard von Altena.
- Der berühmte Erzbischof Konrad von Mainz und Graf von Wittelsbach in den Jahren 1164/65.
- Bischof Anno von Minden – 1174/75.
- Herzog Heinrich der Löwe, Gründer Münchens und Lübecks, nach seiner Absetzung durch Friedrich Barbaross – 1182.
- Heinrich vom Cromberg, Abt von Fulda – 1190.
- 1197 ein weiterer Abt aus Fulda mit Namen Heinrich von Kronberg. Auf dem Weg nach Compostell ließ er sich im burgundischen Cluny (Frankreich) in die Bruderschaft des Klosters aufnehmen.
- Gräfin Sofia von Holland – 12. Jahrhundert.
- Ein Pilgerzug aus dem Rheingau – 1203.
- Wilhelm von Englisberg/Schweiz – 1250.
- H. Walliseller aus Zürich – 1279.
- Lübecker Bürger in den Jahren 1305 bis 1363 (23 Fahrten).
- 1369 gelobte der Magistrat von Bremen in schwerer Zeit, jährlich einen Pilger zum heiligen Jakob zu entsenden.
- Von Hamburg aus lief im gleichen Zeitraum Jahr für Jahr im März ein Pilgerschiff nach Compostela mit bis zu 200 Personen aus.
- 1402 unternahm der Hamburger Ratsherr Klaus Schocke auf Kosten seiner Stadt eine Dankwallfahrt. Unter seiner Führung war zuvor der Seeräuber Klaus Störtebecker besiegt worden.
- Nicolaus Rummel aus Nürnberg – 1408/1409.
- Peter Rieter, Patrizier aus Nürnberg mit Gefolge auf dem Pferd – 1428.
- Sebald Rieter (Sohn von Peter Rieter) und Schwager Axel von Lichtenstein – Anno Domini 1462.
- Wilhelm von Reval (Baltikum) – 1429.
- Herzog Johann von Kleve – 1438.
- Georg von Ehingen, Schwaben – 15. Jahrhundert.
- Sebastinan Ilsung, Augsburg – 1446. Er verfasste einen Reisebericht.
- Leo von Rozmithal, böhmischer Edelmann – 1465–1467.
- Gerd der Mutige aus Oldenburg (1430-1500) pilgerte am Ende seines Lebens zum Grab des Heiligen Jacobus;
- Hieronymus Münzer mit Freunden, Arzt aus Nürnberg – 1495-1496.
- und viele weitere folgten.
Weitere Infos: Auch Franz von Assisi pilgerte nach Spanien (was seitens einiger Wissenschaftler bestritten wird), wie Könige, Herzöge, Monarchen; so wie die spätere Heilige Birgitta von Schweden es tat in 1341-1343.
Frühe Neuzeit. Reformation. Papst Leo XIII., Francisco Franco. Der moderne Jakobsweg / Paulo Coelho. Weltkulturerbe.
ANLAGE. Übersetzter Text YouTube „La Historia del CAMINO de SANTIAGO el origen, las leyendas y la peregrinacion que CAMBIO EUROPA – Cronica de la Historia –
229.631 Aufrufe vor 4 Monaten (12. Oktober `25 + 21.02.26). 26,21 Minuten
Zitat: Entdecke den Ursprung des Jakobswegs, wie die Wallfahrt nach Compostela entstand und warum der Apostel Jakobus zum Symbol für Glauben, Kultur und Einheit wurde. Eine Reise durch die Jahrhunderte, um zu verstehen, wie die berühmteste Jakobswegroute der Welt entstand und sich entwickelte. Erkunde ihre Geschichte, ihre Legenden und das Vermächtnis, das noch heute Millionen von Pilgern berührt.
- Alles begann im 9. Jahrhundert, als das Grab des Apostels Jakobus in Galicien entdeckt wurde – ein Fund, der das geistige und kulturelle Schicksal der Iberischen Halbinsel für immer veränderte.
- In einer Zeit, die von der Rückeroberung geprägt war, wurde die Figur des Santiago Matamoros zum Banner der christlichen Königreiche gegen den Islam.
- Ab dem 11. Jahrhundert machten sich Tausende von Pilgern aus ganz Europa auf den Weg nach Compostela.
- Aus Frankreich, Italien oder Deutschland wurden die Routen dank des Engagements von Monarchen, Adligen und religiösen Orden, die Brücken, Krankenhäuser und Klöster bauten, um die Reisenden aufzunehmen, nach und nach konsolidiert.
- Der Codex Calixtinus aus dem 12. Jahrhundert war der erste Pilgerführer und beschrieb ausführlich die vier großen französischen Routen, die sich in den Pyrenäen trafen, bevor sie zum Camino Francés führten, dem berühmtesten Weg nach Santiago.
- Im Mittelalter wurde Compostela zu einem der drei großen Pilgerzentren des Christentums, neben Rom und Jerusalem.
- Könige, Ritter, Mönche und Bauern legten Tausende Kilometer zurück, getrieben von Glauben, Buße oder der Suche nach Erlösung.
- Symbole wie die Jakobsmuschel oder der Pilgerausweis wurden unter den Pilgern universell.
- Die Städte am Jakobsweg florierten, die Kultur verbreitete sich und der menschliche Austausch verwandelte das mittelalterliche Europa.
- Mit der Zeit kamen jedoch Krisen. Der Protestantismus, Kriege und die Französische Revolution führten zum Niedergang des Weges, der beinahe zu verschwinden drohte.
- Doch im 19. Jahrhundert, mit der Wiederentdeckung der Reliquien des Apostels im Jahr 1879 und der päpstlichen Bestätigung ihrer Authentizität, erlebte die Verehrung eine Wiederbelebung.
- Heute, mehr als tausend Jahre später, lebt der Jakobsweg weiter. Er ist ein Symbol für Spiritualität, Kultur und universelle Brüderlichkeit.
- Ein tausendjähriges Erbe, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet und weiterhin diejenigen inspiriert, die auf der Reise mehr als nur ein Ziel suchen. + Translator Google.