„Die katholische Kirche gehört ausgelöscht.“ Französische Revolution – Bismarcks Kulturkampf – Anti-christliche Stimmung heute.

Alle Jahrhunderte wieder das gleiche Spiel.

09-23. Wer hätte das gedacht, dass Jesu Worte einmal wahr werden, nicht zu seiner Zeit vor zweitausend Jahren, nein: heute. Nach der Aufklärung oder gerade deswegen. „Weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt.“ –Johannesevangelium 15,18. „Selig, die um der Gerechtigkeit wegen verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmelreich.“ – Matthäusevangelium 5,10 (8. Seligpreisung). 

Hinrichtung König Ludwigs XVI. am 21. Januar 1793 mit der Guillotine – Alles im Namen von Einheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Horst Gebhard titelt sein Buch über die Gewaltgeschichte der Französischen Revolution mit Liberte, Egalite, Brutalite. *)

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Ein Blick in die Geschichte. Französische Revolution 1789 ff. Robespierre, Danton und Marat, führende blutrünstige Jakobiner, schicken sich an, die Katholische Kirche zu zerstören. Sie scheitern: letztlich am Widerstand der katholischen Landbevölkerung; ihr Blutzoll: über 100.000 Tote**).

Bismarcks Kulturkampf gegen die katholische Kirche unter Papst Pius IX. 1871 ff. Der vielfach bewunderte Reichskanzler scheitert am Widerstand der Ultramontanisten (die jenseits der Berge/Alpen), den romtreuen Katholiken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Und dabei haben wir noch gar nicht von der Aufklärung um 1700 ff.  gesprochen; heute glorifiziert als gelungene Loslösung von der Kirche, also Überwindung aller fortschrittsfeindlichen Strukturen. Dass viele bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse katholischen Ordensleuten zuzuschreiben sind, will heute keiner wissen. Kirche meint im allgemeinen Verständnis immer die katholische, niemals die protestantischen Kirchengemeinschaften.

Heute erleben wir, fast könnte man vermuten, ein Déjà-vus. Während weltweit – auf allen Kontinenten – hunderttausende Christen wegen ihres Glaubens diskriminiert, verfolgt, getötet werden (wann wird darüber in den Leitmedien an prominenter Stelle berichtet?), herrscht in den USA und West-Europa eine anti-klerikale Stimmung, die sich zum Kulturkampf aufgeschaukelt hat, der sich vehement gegen die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche richtet. Papst Benedikt XVI., ein christ-katholisch gläubiger Papst, das Feindbild par excellence. Papst Franziskus, Liebling der Presse. Warum? Er gilt als Liberaler. Unter Dauerbeschuss traditionsbewusste, gläubige Katholiken, die sich auf Christi Worte, auf die Evangelisten und die Lehre der frühen Kirchenväter und Kirchenlehrer berufen. Das ist verdächtig. So verdächtig, dass eine Hillary Clinton 2015 im Präsidentschaftswahlkampf auf einer feministischen Tagung im Lincoln Center von Manhattan forderte: Tiefverwurzelte kulturelle Codes, religiöse Überzeugungen und strukturelle Phobien haben sich zu ändern. Die Regierungen müssen ihre Möglichkeiten zum Zwang nützen, um die überlieferten religiösen Dogmen neu zu definieren.“

Kulturkampf. Roger Köppel, Chefredakteur der schweizerischen Weltwoche, und Giuseppe Gracia, Schriftsteller und Kommunikationsberater, gehen auf den Kulturkampf ein, fragen, warum sich niemand vor die katholische Kirche stellt; fragen, warum Hirten der Kirche sich in den Mainstream einreihen und als Moralapostel in politischen Fragen auftreten?

Eine Kaskade berechtigter, bestürzender, vielfach aber auch übertriebener und aus meiner Sicht politisch geschürter Vorwürfe sexuellen Missbrauchs erschüttert die institutionellen Fundamente des Katholizismus.

Antikatholische Propaganda: Jeder Missbrauchsfall ist einer zu viel, keine Frage. Aber die aktuelle Empörungs-Berichterstattung ist heuchlerisch.

*) Französische Revolution. Horst Gebhard. Liberte, Egalite, Brutalite, 2011, Sankt Ulrich Verlag Augsburg. Zitat Seite 62: „Den Kommandanten der Einheit, Oberst von Erlach, wurde der Kopf bei lebendigem Leib abgesägt und im Triumphzug durch die Straßen getragen. Robespierre bezog sich auf diese Schlächterei, als er von der schönsten Revolution sprach, die jemals der Menschheit zur Ehre gereicht habe.“ – Erinnert uns dies nicht irgendwie an den 7. Oktober 2023?

**) Französische Revolution. Blutzoll katholische Vendee. Zitat Wikipedia (22.11.23): Der Aufstand der Vendée (guerre de Vendée) war der bewaffnete Kampf der royalistisch-katholisch gesinnten Landbevölkerung des Départements Vendée und benachbarter Départements gegen Repräsentanten und Truppen der Ersten Französischen Republik von 1793 bis 1796. Über 300.000 Tote und die gezielte Vernichtung von Siedlungen, Vieh und landwirtschaftlichen Flächen durch die Truppen der Republik waren die Folge. Für viele Historiker ein Völkermord an der Bevölkerung der Vendée. Historiker wie Pierre Chaunu sehen in der Niederschlagung des Aufstands „die Ouvertüre … zu dem stalinistischen Gulag und dem deutschen Völkermord an den Juden.“]