„Ich sehe in der katholischen Kirche die reinste von Gott auf die Erde gesendete Kraft“ + „Ein jubelnder Hymnus auf den geistigen Sinn der Welt (…) wird gezeigt, wie selbst mitten in unserem skeptischen Zeitalter die göttlichen Kräfte wirken und ein unwissendes, aber geniales Geschöpf hoch über das gewöhnlich Maß hinausheben“ + FotoAusschnitt 2018: abendliche Prozession.
Zugegebenermaßer harter Tobak für Atheisten, Agnostiger, selbst für Katholiken heutiger Prägung. Gleichwohl, es lohnt sich, über die Dikta des Autors zu reflektieren, es auf sich wirken zu lassen, den Rummel in Lourdes beiseite zu schieben, um zum Eigentlichen vorzustoßen: Maria, Jungfrau und Gottesmutter, als „Werkzeug“ Gottes Allmacht. In jedem Heiligen wirkt der Herrgott, nicht der Heilige selbst; das einmal kapiert, macht die Heiligenverehrung verständlicher.

Ladislav Janouch: memorial plaquette of Franz Werfel, bronze, 1990, Prague, Czechoslovakia.
FotoQuelle: comnons.wikimedia (28.02.26), gemeinfrei; Author: Ladislav Janouch (original author); Juandev (uploader)
Ich bin Matthias Matussek sehr dankbar, dass er sich dieses Themas in seiner freitäglichen Kontrafunk-Sendung vom 27.02.26 angenommen und mich damit inspiriert hat, ihm nicht nur gedanklich zu folgen. + Obschon, was die Lektüre selbst angeht, bin ich ihm im Vorteil: ich hatte mir das Buch in der 12. Auflage schon im August 2008 gekauft; er viel später.
In Kürze: Franz Werfel (1890-1945) jüdischer Bestseller-Autor, der, obwohl kein Katholik, sein Gelübde einlöste und dieses phantastische Buch Das Lied der Bernadette (filmischer Welterfolg) schrieb als Dank für seine Rettung nach seiner Flucht vor den Nazi-Schergen, endend mit der Überfahrt in die USA. + In der Edition Fischerverlag, Kosten 2008: 12,95€ (1941,1968, 1991, 12. Auflage 2008) +
Werfel hatte nach einer Odyssee zusammen mit seiner Frau Alma Mahler und u.a. Golo Mann in Lourdes Unterschlupf gefunden. + Diese Zeit hatte ihn derart geprägt, dass er später gegenüber dem Erzbischof von New Orleans, Francis J. Rummel, bekannte:
Ich sehe in der katholischen Kirche
die reinste von Gott auf die Erde gesendete Kraft
„Ich bin, wie ich es im Vorwort zum „Lied von Bernadette“ geschrieben habe, Jude, und bin nie getauft worden. Andererseits wünsche ich es, vor Ihnen und der Welt zu bekennen, dass ich durch die geistigen Kräfte des Christentums und der katholischen Kirche entscheidend beeinflusst und geformt wurde, was dem Großteil meiner Werke ersichtlich ist.
Ich sehe in der katholischen Kirche die reinste von Gott auf die Erde gesendete Kraft und Emanation, um die Übel des Materialismus und Atheismus zu bekämpfen und um der armen Menschenseele die Offenbarung zu bringen.
Aus diesem Grund und obwohl extra muros stehend habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, mit meinen bescheidenen Mitteln den von der katholischen Kirche geführten Kampf gegen diese Übel und für die göttliche Wahrheit zu unterstützen. Quelle: S. 548.549.

Zu Bernadette Soubirous von Lourdes
Elke und ich besuchten das Heiligtum von Lourdes im Winter 2010, in der Hochsaison 2014 und 2018 (mit Übernachtung im Kloster) und zuletzt mit unserem Sohn Stefan, der es gar nicht fassen konnte, dass solche Menschenmassen – wie bei den Prozessionen – sich derart zivilisiert benehmen konnten. Stefan hatte wohl seine Rockkonzerte vor Augen gehabt.

Auszug aus Der Weg von Lourdes auf dem Pyrenäenweg zum Col du Somport.
Überall der Bezug zur typischen Anordnung der Lourdes-Grotte Massabielle an der Gave mit der Darstellung der (immerwährenden) Jungfrau *), so wie sie von der jungen Bernadette beschrieben wurde.
Die Jungfrau soll so schön leuchtendweiß gewesen sein, dass Berndadette später von der geschaffenen Marienfigur letztlich enttäuscht war.
Während der 16. Erscheinung am 25. März 1858 nennt die weiße Dame endlich ihren Namen *):
„QUE SOY ERA IMMACULADA COUNCEPCIOU“ – „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“.
Dieses Dogma war erst in 1854 von Papst IX. verkündet worden; das konnte dieses schreib- und lese-unkundige Mädchen unmöglich gewusst haben.
Zur aktiven Zeit von Papst Benedikt XVI. ging dieser täglich zur Grotte in den vatikanischen Gärten, daher wohl auch der geostete Altar, und betete zusammen mit seinem Privatsekretär, dem spätereren Erzbischof Dr. Georg Gänswein, den Rosenkranz.