Zwei Brüder aus Sevilla bekehren Hispania zum römisch-katholischen Glauben. 6./7. Jh.

Erzbischof Isidor von Sevilla, verehrt in Leon am Camino Frances.

Das Christentum hat sehr früh in Hispania Fuß fassen können. Der weltweit bekannte Erzbischof von Sevilla und letzte lateinische Kirchenlehrer und Verfasser einer heute noch beachteten, mir vorliegenden Enzyklopädie, Isidor von Sevilla, ist einer jener beredten Zeugen; geboren um 560 in der Provinz Cartagena, gestorben am 4. April 636 in Sevilla. Seine letzte Ruhestätte fand Isidoro – verspätet im Jahre 1063 – in der Basilia San Isidoro von Leon, Meisterwerk romanischer Baukunst des 10.‐12. Jahrhunderts. Nationalheiligtum. Eine Statue geht auf den großen Heiligen ein. Interessant, auch Isidor bezeichnete die Erde als Globus, als Kugel, nachzulesen in seinem Begleitschreiben zu seinem Werk „De natura rerum“. – Die immer wieder gerne zitierte Mär, wonach das Mittelalter die Erde als Scheibe vermutete, vgl. Finisterre als Ende der Welt, ist Fake. Mit Isidoro endete die Epoche der Patristik. Sein Gedenktag wird üblicherweise am 4. April gefeiert; als Hochfest in den Bistümern Leon und Sevilla allerdings erst am 26. April; bedacht im spanisch-mozarabischen Hochgebet. Das Heiligenlexikon weiß mehr.

Die von ihm überlieferten Worte: „Vor allem muss er (der Bischof) die hervorragendste aller Gaben, die Liebe, erwerben, ohne die jede Tugend Lüge ist. Der Schutz jeder Heiligkeit ist die Liebe, und die Demut ist der Ort, an dem sie wohnt“ sollten sich heutige Kleriker zu eigen machen.

Sidestep. Als erstes christianisiertes Reich gilt das Königreich Armenien,

nordöstlich von der Türkei, gegründet um 301 resp. 314/315; im Zuge dessen das „Christentum“ zur Staatsreligion erhoben. In Mitteleuropa übernahmen vor allem iro-schottische Mönche die Christianisierung inklusive Englands, Irlands und Schottlands. Als Hauptprotagonisten werden angesehen der Nationalheilige Irlands, Patrick von Irland (400-461 resp. 491) wie auch Columban (540-615).

Erzbischof Leander von Sevilla

Leander, älterer Bruder von Isidor, geboren um 545 in Cartagena, gestorben am 13. März 600 in Sevilla. Mitglied einer vornehmen Familie römischer Kultur. Sein Name bedeutet Mann aus dem Volk. Sein jüngerer Bruder Isidor von Sevilla wird gleichermaßen in Leon verehrt, wohin auch seine Gebeine verlegt wurden. Um 581 n. Chr. wurde Leander auf Geheiß des Westgotenkönigs Leovigild nach Konstantinopel verbannt; dessen Sohn Hermengild war gegen den Willen des Vaters vom Arianismus zum katholischen Glauben konvertiert. Wie der Verlauf der Geschichte zeigt, ein Fingerzeig Gottes. In Konstantinopel lernte Leander nämlich den späteren Papst Gregor den Großen kennen, der u.a. für die Neuordnung der Messliturgie sorgte: für die Anhänger der sog. „Alten Messe“ von großer Bedeutung. Gregor verfaßte auf Leanders Bitte seinen „Ijob-Kommentar“ und widmete ihm seine „Pastoralregel.“ Endlich in 583 n. Chr. konnte Leander nach Sevilla zurückkehren, wurde dort 584 Erzbischof, engagierte sich als Mitinitiator des 3. Konzils von Toledo, hielt dort eine große Lobrede und wurde Vorsitzender der Disziplinarsynode in Sevilla 590. Er gilt als Patron gegen den Rheumatismus.

Nach dem Tod des arianischen Königs kehrte dessen Sohn Rekkared, und damit das ganze westgotische Volk, zurück zum katholischen Glauben – maßgeblich unter dem Einfluss von Leander. Wer mehr über diesen mächtigsten und einflußreichsten Kirchenmann seiner Epoche lesen will, schlage bitte die Webseite des Heiligenlexikons auf.