Den Jakobusweg als eine Lebensphilosophie begreifen + Wer sich intensiv mit dem Camino de Santiago auseinandersetzt, sich vom genius loci ergreifen lässt, bereit ist, das Zeugnis der frühen Pilger wahrzunehmen, der wird automatisch ein Faible haben für mittelalterliche Geschichte, Theologie und Katholizität.
Den Jakobusweg als eine Lebensphilosophie begreifen
- Menschen, die sich die Frage stellen, warum ausgerechnet dieser im Mittelalter begründete christ-katholische Camino de Santiago auch noch heute moderne von der Aufklärung geprägte Menschen fasziniert.

- Menschen, die sich von der ursprünglich christlichen Vergeistigung dieses Pilgerwegs angesprochen fühlen.
Foto: Cruzero de San Toribio, knappe Stunde vor Astorga, 2006.
- Menschen, die sich aufmachen auf die Pilgerschaft zum Grab des Apostels Jakobus des Älteren nach Compostela, wie Millionen vergangener Jahrhunderte.
Foto: Kathedrale Santiago, Mai 2006. Pilger mit Rucksack aus Übersee

- Menschen, die sich von den Worten Papst Johannes Pauls II. am 9. Novembe 1982 berühren lassen:
- „Von Santiago aus ruf ich dich, altes Europa, liebevoll auf: Sei wieder zu selbst, kehre zu deinen Ursprüngen zurück.“

- Menschen, die sich aufmachen auf die Pilgerschaft zum Grab des Apostels Jakobus des Älteren nach Compostela, wie Millionen vergangener Jahrhunderte.
Foto: Junge Pilger zwischen San Anton und Castrojeriz.
- Menschen, die das Pilgern auf dem Jakobusweg gleichsam als eine Fortsetzung der Pilgerschaft der Kinder Adams, der Kinder Abrahams, des Patriarchen Jakobs (Sohn des Isaak und der Rebekka) begreifen.
- Menschen, die sich an die Pilgerschaft Jesu zum Tempel von Zion erinnern; an Jesu Christi Worte: Geht zu allen Völkern; Matthäus-Evangelium 28,19.
- Menschen, die die Einsamkeit genießen. „Die Stille ist der Ort des Wortes Gottes,
- und der Pilger muss es auf dem Weg seiner Pilgerschaft meditieren, wie es auch die Jünger von Emmaus (Lukas 24,33-35) taten. (…)
Foto: Auf dem Weg von Rabanal del Camino zum Cruz de Ferro + Mein Highlight schlechthin.

- Auf der Suche nach dem Guten und der Wahrheit, und um die Zusammenhänge zu erkennen.
- Menschen, die ihre Pilgerschaft nicht als eine Flucht, nicht als Selbstzweck begreifen, nicht sich selbst zum Ziel machen.

- Menschen, die ihre Pilgerschaft als Suche nach der größeren Wahrheit verstehen.
Foto: Kathedrale Navarrete. Jesus Christus flankiert von der Jungfrau Maria, seiner Mutter
- Menschen, die sich mitnehmen lassen wollen auf einem achthundert Kilometer langen Weg von den Pyrenäen nach Galicien.
- Menschen, die mitfühlen ob der körperlichen Anstrengungen, die dieser Weg nach Santiago de Compostela letztlich abfordert.
Foto: Mitpilger aus Bayern und Hamburg auf dem Camino duro zwischen Trabadelo und Vega de Valcarce Richtung O Cebreiro.


- Menschen, die sich faszinieren lassen von unterschiedlichen Landschaften, von mittelalterlich anmutenden Dörfern und Plätzen.
Foto: Zwischen Ponferrada und Villafranca del Bierzo.
- Menschen, die sich neugierig den wuchtigen, imposanten und zugleich wunderschönen Sakralbauten nähern.
Foto. Burgos. Kathedrale.

- Menschen, die vorurteilslos in die Kultur und in die Geschichte Frankreichs, Spaniens und Portugals eintauchen und gleichermaßen wissen wollen, wie sich die Länder heute dem mittelalterlich begründeten Jakobusweg stellen.

- Pilger und Pilgerinnen, die sich die Fähigkeit des Staunens bewahrt haben:
- „Wer nach Santiago pilgert, kann nicht der gleiche bleiben.“
Foto: Pilgergottesdienst Kathedrale Santiago, 2006. Ein Mexikaner.
Sie alle finden den Weg nach Compostela, zu Jakobus dem Älteren, Apostel des Herrn
Als neuer Mensch vom Jakobusweg zurückkehren
Zugegeben, erst im Verlauf des Camino Frances habe ich mich mit diesem hehren Anspruch auseinandergesetzt, angefreundet. Nicht sofort. Es hat schon gedauert. + Der sportive Ansatz verlor nach und nach seine Bedeutung, deutlich – quasi haptisch – spürbar auf dem Weg zum Cruz de Ferro über die einsamen Montes de León. + Elke erzählte mir von ihren Beweggründen, sie hatte ihren Gott längst gefunden, sie wollte ihm danken. + Ich gebe zu, mir schwirrte der Kopf. Ein tiefes Gefühl durchströmte mich, wie schön kann doch Gottes Welt sein, wie schön Fauna wie Flora, achtete penibel darauf, nicht mal eine Ameise zu zertreten.
„Was hat dir denn der Weg gebracht, bist du ein anderer Mensch geworden?“, so die Frage an mich. + Ich weiß, die Stunden des Meditierens, die Zwiegespräche mit dem Herrn, die intensiven Gespräche mit Elke auf dieser speziellen Etappe, weit und breit keine lärmenden Touristen, werden mir immer gegenwärtig bleiben. Danke.
Klar, fortan hatte uns der Camino de Santiago infiziert.

E ultreia! E sus eia! Deus aia nos y Sant`iago. Weiter! Auf geht’s! Gott steh uns bei und Sankt Jakob!
Buen Camino. Totus Tuus*) Ganz Dein
*) „Totus Tuus“: Wahlspruch Papst Johannes Pauls II. – gerichtet an die Jungfrau und Gottesmutter Maria.