Hoher Anteil junger Pilger mit 13,07% + Aus religiösen Gründen gehen 44,49% aller Pilger + Endlose Wartezeiten vor der Kathedrale + Das Interpretationszentrum Camino de Santiago-Ultreia in der Calle Mayor 20 von Pamplona setzt seine Öffentlichkeitsarbeit + Mehr lesen: bitte scrollen + Foto aus 2018: Pamplona: Das berühmte Cafe Iruna, Stichwort Ernest Hemingway.

Nach wie vor wird sich offensichtlich nicht die Frage gestellt, warum sich so wenige Menschen von ihrem (eigenen) Camino de Santiago angesprochen fühlen?
Pilger aus Navarra laut Statistik: 0,63%; erschreckend wenig.
Menschen, die direkt oder im Dunstkreis des Camino Frances wohnen, ihn aber selbst nicht gehen? Auch nicht abschnittsweise? Gibt es hierüber Untersuchungen?
Die unten benannten Zahlen (bitte scrollen) sind nur bedingt aussagekräftig, da sich nicht alle Pilger in Santiago de Compostela registrieren lassen (wollen); kein Interesse an der Urkunde haben; weil abschnittsweise unterwegs; Santiago überhaupt nicht ansteuerten.
Zwei Stunden Wartezeit vor der Kathedrale + Samstag, 15. August 2026
Nun könnte man sagen, wer in der Hochsaison August „pilgert“ oder als Tourist die galicische Metropole besucht, der muss halt mit diesen Zu- und Umständen rechnen: bis zur Kathedrale entlang der Rua do Vilar mehr als zwei Stunden einplanen + Wirklich? + Wenn dann noch, wie an jenem Tag, die Kathedrale wegen der Feierlichkeiten zu Mariä Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit geschlossen wird, kulminiert das Ganze + O-Ton Laura aus Ciudad Real, die typischerweise in Sarria gestartet war: …
… „Ich warte schon seit 10:45 Uhr, und mir wurde gesagt, dass das üblich ist … Wir müssen einfach warten, es gibt nichts anderes zu tun“, sagte sie.
Noch einmal: Wirklich? + Ich behaupte nein!
Foto aus Dezember 2024.

- Endlich die 100-km-Grenze für die Erlangung der Compostela auf 300 km anheben
- Für diese Pilger, wie für Gläubige und Betende, den Haupteingang mit dem Portico de la Gloria wieder öffnen
- Für Touristen, sie dürfen auch gerne eine Gebühr entrichten, den Nebeneingang bereitstellen
- Alles eine Frage der Organisation und des Wollens, sich nicht den Tourismusmanagern zu unterwerfen !
Den navarrischen Jakobsweg bekannter machen
Ultreia Interpretationszentrum des Jakobsweges
Im Vordergrund: Pilgererlebnisse
Das Interpretationszentrum Camino de Santiago-Ultreia in der Calle Mayor 20 in Pamplona setzt seine Öffentlichkeitsarbeit den ganzen Sommer über fort und wirbt insbesondere bei Pilgern für den Jakobsweg + Es bietet Pilgern und allen, die sich für die reiche Geschichte des Jakobswegs interessieren, einen Ort der Begegnung.
„Ultreia war der Gruß mittelalterlicher Pilger, mit dem sie sich auf ihrer Reise nach Santiago de Compostela gegenseitig Mut zusprachen. Ultreia bedeutet auf Lateinisch „Vorwärts, geh weiter“. Er findet sich im Codex Calixtinus, einem Text aus dem 12. Jahrhundert, sowohl in gesprochener Form als auch in Gesängen wie dem „Ultreya-Lied“, das die Pilger auf dem Weg nach Santiago sangen.“

„Ultreia ermöglicht die Erkundung der Ursprünge des Jakobswegs bis hin zu seiner großen kulturellen und spirituellen Wirkung. + Erkunden Sie die Ursprünge des Jakobswegs und entdecken Sie seine kulturellen und spirituellen Auswirkungen im Laufe der Jahrhunderte. Eine audiovisuelle Installation erzählt die Geschichten derjenigen, die den Jakobsweg im Laufe der Geschichte gewandert sind, und es gibt auch praktische Informationen für Pilger, die ihre Reise von Pamplona aus beginnen oder fortsetzen.“
Mehr über diese tollen Mitpilger aus Korea (einer fehlt auf dem Foto) nachzulesen unter Dort, wo sich Pilger aller Nationen treffen (bitte scrollen).
„Das in einem renovierten historischen Gebäude untergebrachte Ultreia ist zugleich ein Treffpunkt der Jakobiner-Gemeinde. Es zelebriert das Erbe des Jakobswegs und hebt Pamplonas Rolle als eine der wichtigsten Stationen auf dieser jahrhundertealten Route hervor.“
ZUSAMMENFASSUNG
- In Ultreia können Besucher die Ursprünge des Jakobswegs und
- seine kulturelle und spirituelle Bedeutung über die Jahrhunderte hinweg entdecken.
- Zum Angebot gehört eine audiovisuelle Präsentation, die die Erlebnisse von Pilgern auf dem Jakobsweg schildert.
- Das Zentrum stellt den Stempel für den Pilgerausweis aus.
➲ Spanisches Portal + Ziel: Den Jakobsweg (in Navarra) bekannter machen + 3. August 2026
Chemin de terre et chemin de foi, voie millénaire de l’Europe, la voi lactée de Charlemagne, c’est le chemin de tous les jacquets. Ultreia, Ultreia, et Suseia, Deus, adjuva nos! Et tout là-bas au bout du continent, messire Jacques nous attend, depuis toujours son sourire fixe, le soleil qui meurt au Finist re. Ultreia, Ultreia, et Suseia, Deus, adjuva nos! + J.Claude Bénazet nach einer alten Pilgertradition
Ein Feldweg und ein Weg des Glaubens, ein jahrtausendealter Weg Europas, die Milchstraße Karls des Großen – das ist der Weg aller Jakobswanderer. Ultreia, Ultreia und Suseia, Deus, adjuva nos! Und ganz dort drüben am Ende des Kontinents erwartet uns der heilige Jakobus, seit jeher mit unverwandtem Lächeln, die untergehende Sonne im Finistère. Vorwärts, Vorwärts und Höher, Gott, hilf uns!
Quellen: https://www.herder.de/ig/hefte/themenhefte/wallfahrten-und-pilgern/ultreia-jakobspilgerlied-aus-frankreich/ + https://www.eichinger.ch/eichifamilyhom/Reisen/Jakobsweg/LePuy-Conques/Ultreia.htm (18-08-26)
Kommentar: So kann das nicht weitergehen! + Plädoyer für 300 km
Obwohl die Verantwortlichen offenbar alles tun, den Camino de Santiago wieder als spirituellen Fernpilgerweg (ab Navarra) ins Gedächtnis zu rufen, scheinen die betreffenden Appelle (noch) nicht zu fruchten. Der Anteil der PilgerInnen am Wanderweg an der atemberaubenden Küste Portugals nimmt rasant zu; eine bedenkliche Entwicklung, oder? Warum?
Der ursprüngliche Sinn des Jakobsweges, begründet durch die christ-katholischen mittelalterlichen Pilger, das Grab des Apostels Jakobus zu besuchen, also zumeist aus religiösen Gründen, geht schon seit langem stetig den Bach hinunter, wird gerne auch belächelt, gar offen negiert: „Nein, ich glaube nicht an Gott“ + „Ja, ich bin schon lange aus der Kirche ausgetreten.“ + Noch bis in die frühe Neuzeit hinein stand den Pilgern nicht der Sinn nach touristischen Erlebnissen (Wellness + Wanderung) + So werden die Portugiesen jener Zeit wohl kaum am Meer entlang gegangen sein; wenn überhaupt, durch das Landesinnere. In 2006, unserem ersten Camino Frances, waren es folgerichtig auch nur 6,4% von 101.056 Pilgern = 6.468 Pilger, die zumeist von Porto, aber auch von Lissabon, aus starteten.
- Das alles ist sehr schade. Viele Wanderer, die sich Pilger nennen, nutzen alle Facilitäten des christlich konnotierten Jakobsweges, wollen aber mit der Kirche nichts zu tun haben. + Dazu der folgende Vergleich, der zugegebenermaßen etwas hinkt, beschreibt aber in etwa die Situation: Beim Fachhändler sich optimal fachlich beraten lassen (die Camino-Herbergen der Kirche nutzen), um dann im Internet günstiger zu bestellen (über die Kirche herziehen). + Das könnte man letztlich doch parasitär nennen, oder?
- Ich befürworte daher das Ansinnen einiger Verantwortlicher, die Compostela, die Pilgerurkunde erst ab einer gepilgerten Strecke von mindestens 300 km (derzeit 100 km) auszustellen. Dann dürften sich das Problem von allein gelöst haben. +
- Eine erste Maßnahme wurde bereits beschlossen:
➲ Neue Albergue nur für Langstreckenpilger + Resultat wachsender Zahl Kurzstreckenwanderer
Zahlen 24. August 2026
BITTE SCROLLEN
ALTER DER PILGER

- Über 65-jährige: 10,31%
- gesamt in 2006: 4,03 %
- unter 18-jährige: 13,07%
- gesamt 2006: 8,94%
- 46-65-jährige: 26,03%
- gesamt 2006: 33,46%
- 18-45-jährige: 40.59%
- gesamt 2006: 52,77%
Foto aus 12.2024: Fisterra. Am Ende der Welt.
Kommentar: Gesperrter Haupteingang + Eintrittsgebühren für den Portico de la Gloria + Jakobswegfilm mit Martin Sheen
Der alles überstrahlende Jakobsweg-Kinofilm des Jahres 2010 The Way / Dein Weg mit Hollywoodstar Martin Sheen (bekennender Katholik) findet seinen fulminanten Abschluss vor dem Portico de la Gloria.
- Die Protagonisten erklimmen langsam die Stufen zum Portikus der Herrlichkeit. Verweilen vor der Figur des Christus, ihre Blicke gerichtet nach oben, nach unten zu dem auf einem Pfeiler sitzenden Apostel Jakobus.
- Jeder der vier Protagonisten legt seine Finger in die „Jakobussäule“.
- Einer von ihnen, Joost, der Holländer, obschon an sich nur dem Weltlichen zugewandt, fällt auf die Knie, rutscht in die Kathedrale, just so, wie er es den Dreien zuvor aus dem alten Pilgerführer vorgelesen hatte.
- Sarah, die Kanadierin, wie der irische Reiseschriftsteller Jack, er wollte niemals wieder eine Kirche betreten, sind emotional überwältigt. Meditieren in einer der Seitenkapellen vor dem gekreuzigten Herrgott.
Warum also wuchern die Verantwortlichen der Kathedrale nicht weiterhin mit diesem christ-katholisch konnotierten Pfund, das von der Jakobussäule (Pfeiler) ausgeht? Auch wenn es offensichtlich viele der Pilgerwanderer nicht zu interessieren scheint.
Foto aus 2011: Santo dos Croques. Meister Mateo beim Beten.
Warum verwehren die Verantwortlichen der Kathedrale dem Peregrino autentico nach seiner Ankunft, kaputt, aber glücklich, dieses in die Tiefe gehende religiöse Erlebnis, das niemals eine touristische Führung wettmachen kann? Unfassbar un-katholisch!
WARUM?

The Way. Dein Weg. Hauptdarsteller: Tom (Augenarzt in Kalifornien): Martin Sheen (Ramón Antonio Gerardo Estévez, geb. 1940) + Daniel (verunglückte tödlich auf dem Jakobsweg in den Pyrenäen, sein (echter) Sohn; Regisseur: Emilio Estevez + Sarah (Kanadierin): Deborah Kara Unger + Joost (Holländer): Yorick van Wachingen + Jack (irischer Reiseschriftsteller): James Nesbitt
Aufzeichung TV-Sender „ONE“ vom 30. August 2025. Möglicherweise noch in der Mediathek abrufbar.
GESAMT + CAMINO FRANCES + CAMINO PORTUGUES

Gesamt: 24. August 2026: 376.240 Pilger +
gesamt in 2006: 101.056 Pilger
- Camino Frances: 161.066 Pilger (42,81%)
- gesamt in 2006: 82,09% = 82.955 Pilger
- Camino Portugues Central: 75.453 (20,06%)
- in 2006: 6,4%
- Camino Portugues Costa: 71.278 Pilger (18,95%)
- in 2006: 47 Pilger
Gesamtanteil Camino Portugues 2026: 39,01% + in 2006: ca. 6,5%
Foto aus 12.2024: Muxia. Km-Stein „0“
WEITERE WEGE – CAMINOS
Ingles: 21.657 (5,76%) + Primitivo: 17.458 (4,64%) + Norte: 14.343 + Via de la Plata: 6.680 + De Invierno: 2.008 + Muxia Finisterre: 1.908 + Camino del Baranza: 869 + Camino Mozarabe: 130 + Camino de San Salvador: 126 + Andere Wege: 1.254 Pilger.
GENERO: MÄNNER + FRAUEN
Seit 2006 sehr deutliche Verschiebung zu Gunsten der weiblichen Pilger:
- Männer: 46,25% + gesamt in 2006: 59,21%
- Frauen: 53,75% + gesamt in 2006: 40,79%
Foto aus 12.2024: Costa da Morte (tote Küste). Muxia.

EINSTIEGSORTE DER PILGER

Foto aus 2006. Sarria.
Gesamt: 298.561 Pilger am 26. Juli 2026
- Sarria: 29,11/% + Tui: 8,23% + Oporto: 5,09% + St. Jean: 18-876 Pilger + Roncesvalles: 2.561 + Leon: 5,258 Pilger + Lissabon: 1.780 + Lissabon Costa: 775 + Sevilla: 1.282 + Bilbao: 889 + Madrid CF: 358 + Madrid: 240 + Bayonne: 517
- Fatima: 150 + Lourdes: 139 Pilger
- Somportpass: 116 Pilger
- Direkt aus Italien: 125 + Belgien: 161 + Niederlande: 107 + Frankreich CF: 711 + Frankreich CN: 165 + Deutschland: 150 Pilger
SPANISCHE PILGER NACH REGIONEN
Gesamt: 106.883 Pilger + Madrid: 18,62% + Andalucia: 22,24% + Valenciana: 12,22% + Die Bevölkerung aus Asturien (1,32%) und Aragon (1,98%) verspürt offenbar nur wenig Lust zu pilgern, ebenso die Spanier aus Castilla Leon mit 4,35% und La Rioja mit 0,39% und Navarra: 0,63% + Galicia: 5,31% + Warum ist das so? Frei nach dem Motto: Der Prophet im eigenen Land zählt nicht?
Ich denke, es wäre eine Untersuchung wert,
warum so wenige Spanier aus den angrenzenden Camino Frances-Gebieten sich nicht von ihrem Camino de Santiago angesprochen fühlen, an dem doch so viele von ihnen verdienen. + Bsp.: aus Andalusien 22,24% + aus Galicien 5,31%. + Auch wenn man die absoluten Bevölkerungszahlen der Regionen berücksichtigte, bliebe der Anteil der vorgenannten Regionen am CF immer noch unterdurchschnittlich repräsentiert, denke ich.
Kommentar: Organisierte Pilgerwanderungen der örtlichen Pfarreien am Camino Frances nach Santiago? + Re-Evangelisierung nach den Papstbesuchen in Spanien von 1982 bis 2026 + Heuchelei spanischer Politiker?
Die örtlichen Pfarreien Navarras, Aragons, La Riojas, Asturiens und jene aus Kastilien-Leon könnten, soweit noch nicht geschehen, beispielhaft Pilgerwanderungen nach Santiago de Compostela anbieten, als eine hervorragende Gelegenheit, den Gläubigen – auf dem Camino – auf spielerische Art und Weise das Wissen um das besondere spanische Christentum der ersten Jahrhunderte näher zu bringen; ihren Überlebenskampf während der Reconquista, seine Vitalisierung mit der Pilgerschaft auf dem Camino de Santiago ab dem frühen Mittelalter *).
Das betrifft die Anwohner Asturiens im Besonderen, ist doch von dort die Re-Conquista 722 n. Chr. gestartet worden mit der Schlacht von Covadonga unter Führung von Fürst Pelayo, also nur elf Jahre nach der Eroberung des größten Teils der iberischen Halbinsel durch die moslemischen Berber im Jahr 711 unter Tariq Ibn Ziyad. +
*) Warum schlage ich das vor?
Seit den Besuchen des großen Papstes Johannes Paul II. in 1982, 1984, 1989 und 1993 und seines nicht mindergroßen Nachfolgers Benedikt XVI. in 2006, 2010 und 2011, die teils Millionen Spanier, vor allem junge Menschen, begeistert haben, hat sich gleichwohl das Interesse am Katholizismus dramatisch verschlechtert. + Im Juni 2026 dann die Euphorie über den Besuch von Papst Leo XIV. + Wie passt das zusammen? +
Ist es Unvermögen? Ist es Interesselosigkeit? Ist es die Angst, sich in der Öffentlichkeit zu engagieren, das christ-katholische Glaubensgut aktiv nach außen zu vertreten?
Sind es schlichtweg Managementfehler? Der Klerus ist gefragt. Er muss das Zepter in die Hand nehmen. Warum orientiert er sich nicht an einen Ignatius von Loyola, der es mit seiner Truppe im 16. Jahrhundert geschafft hat, weite Teile Europas von den Protestanten zurückzugewinnen? Die heutigen Jesuiten dürften dazu wohl nicht in Frage kommen. Also, rafft euch auf. Rettet Spanien – rettet den Camino de Santiago. Macht ihn wieder zu einem christ-katholischen Jakobsweg. Gefragt sind alle Kardinäle, (Erz-) Bischöfe der Bistümer und Diözesen, die Bischofskonferenz in ihrer Gesamtheit, die Pfarrer, Priester, die Pfarreien, die Ordensleute (Mönche, Nonnen); tragt wieder den Priesterkragen und den Talar, outet euch in der Öffentlichkeit, dann werdet ihr beachtet und angesprochen. Setzt euch mit den gutwilligen und frommen Gläubigen zusammen, eruiert gemeinsam, wie jeder seinen Teil dazu beitragen kann, sich gegen den Widerstand der Linken und eines Teils der Mainstream-Medien durchzusetzen. Holt die Millionen Menschen dort in den Gemeinden ab, die noch vor wenigen Wochen so begeistert Papst Leo XIV. zugejubelt haben. Von nichts kommt nichts. Nun könnte man sagen, was mische ich mich in innerspanische Verhältnisse ein? Die spanische Kirche sollte nicht in den Fehler verfallen, es den Holländern in den 60-/70ziger Jahren nachzumachen, sich zu liberalisieren mit dem Ergebnis, dass die Kirchen leer geworden sind, der Glaube gleichermaßen. Die katholische Kirche in Deutschland ist gerade dabei, sich ebenfalls zu verleugnen, darunter mehrheitlich die Bischöfe, sich dem Mainstream anzubiedern, einer NGO gleich.
Hinzu kommt die agierende Zweigleisigkeit (Heuchelei) eines Teils der politischen Klasse Spanien. + Erinnern Sie sich, als Regierungsvertreter und das Parlament von Madrid am 8. Juni 2026 Papst Leo über 7 Minuten Standing Ovations gezollt haben. + Man könnte gemeint haben, sie seien zustimmend beeindruckt gewesen von der Rede des Pontifex maximus über die unantastbare Würde des Menschen: ungeborenes Leben und alte Menschen schützen +
Nein, wenige Tage später brachte die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez einen Gesetzentwurf ein, der das Recht auf Abtreibung als Teil des Gesundheitsschutzes in der Verfassung (Artikel 43) verankern soll. + Wie hat der Papst darauf reagiert? Er ist doch letztlich verschaukelt worden.
Jaime Mayor Oreja, ehemaliger Innenminister der Konservativen, nennt das im Tagespost-Interview, Ausgabe 16. Juli 2026, strukturelle Lüge: „Man bejubelt etwas, woran man nicht glaubt, um negative öffentliche Reaktionen zu vermeiden. Die spanische Politik ist in dieser Heuchelei gefangen.“
➲ Mein Highlight-Erzbischof Isidoro von Sevilla (in Leon begraben); 6./7. Jahrhundert
vgl. auch: ▼
➲ Re-Conquista + Die erste Phase + Covadonga, 722 n. Chr.
➲ Mauren + Die Berber überrennen Hispania 711 n. Chr. + Versklavte Christen + Re-Conquista
WEITERES ZAHLENWERK
MOTIVATION DER PILGER
- Religiös motiviert: 44,49%
- 2006 gesamt: 41,66%
- sonstige (otros, kulturelle) Gründe: 29,77% + 2006: 49,51%
- unbekannte Gründe: 8,05%
- nicht-religiöse Gründe: 17,70%
- 2006: 8,83%
Foto aus 12.2024: Kirche Muxia: Christi Himmelfahrt (Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit)

NATIONALITÄTEN DER PILGER
15.840 deutsche Pilger
150.263 spanische Pilger + US-amerikanische: 31.433 + portugiesische: 17.073 + italienische: 29.920 + koreanische: 4.744 + französische (viel zu wenige): 6.810 + niederländische: 4.689 + ungarische: 1.570 + serbische: 155 + Isländische: 86 Pilger
Iran: 451 Pilger + Indonesien: 278 + Indien: 184 + Süd-Afrika: 915 + Neuseeland: 963 Pilger
Foto aus 12.2024: Der gekreuzigte Christus + Auf dem Weg nach Muxia.
Kurzbetrachtung: Interessant die relativ vielen Pilger aus dem Iran, Südafrika, Indonesien und Neuseeland. + Was noch, jedenfalls für mich, mehr verwundert, ist, dass immer mehr Italiener sich auf den Weg machen und parallel dazu die relativ wenigen Franzosen.
Fotos. Monte do Gozo + Pilgerbüro im Vergleich Mai 2006 zu Dezember 2024
Monte do Gozo, Mai 2006
Monte do Gozo, Mai 2006
Monte do Gozo, Dezember 2024
Pilgerbüro 2006
Pilgerbüro Dezember 2024
Sidestep: Pilgermassen im 12. Jahrhundert
Emir Ali ben Yusuf (al-Andalus) fragt Königin Urraca (Leon), warum denn so viele christliche Pilger nach Compostela gehen?
Prof. Dr. Klaus Herbers: *). Anno Domini 1121 sandte der mohammedanische Almoraviden-Emir Ali ben Yusuf (geb. 1084; Herrscher von 1106 bis 1143) aus dem südlichen Spanien Boten zu der christlichen Königin Urraca von Leon, Galicien und Kastilien (geb. 1080; Regentschaft von 1109-1126).
Foto: Königin Urraca (URAKA REGINA ADEFONSI FILIA CONFIRMAT) dargestellt in einer Miniatur aus dem 12. Jahrhundert. Archivo de la Catedral de Santiago, Tumbo A.: wird später nachgereicht
„Die Boten des Emirs sahen in Navarra die Massen christlicher Pilger (peregrinos christicolas), die nach Santiago und zurück gingen. Deshalb fragten sie einen Mann namens Peter, der ihre Sprache beherrschte:
- „Wer ist dieser große Mann, den unzählige (innumeri) Christen von jenseits und diesseits der Pyrenäen aufsuchen, um ihn zu verehren?
- Die Menge der christlichen Pilger, die nach Compostela gehen und wieder zurückkommen ist so groß, dass sie kaum den Weg nach Wester offenlassen (vix patet nobis liber callis ad occidentem).„
- Da wurde ihnen geantwortet, es sei der heilige Jakobus, der Apostel unseres Herrn ….,
- dessen Leichnam in Galicien begraben liege und den Gallien, England, Latium und Deutschland, alle christlichen Provinzen und besonders Spanien als ihren Patron verehren.
*) Quelle: Vortrag Prof. Dr. Klaus Herbers: Metropolis. Würde des Ortes und Würde des Pilgers. Santiago und Rom im Lauf der Geschichte. Mitgliederzeitschrift der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft STERNENWEG Nr. 66 aus 2025.26; Seite 16. + Quelle: Historia Compostellana II 50, p. 307-308.
