In einem Schreiben an die französischen Bischöfe setzt Papst Leo XIV. in der Liturgiefrage ein deutliches Zeichen: Gläubige, die dem Vetus Ordo (Alte Messe – Missa Tridentina) verbunden sind, sollen „großzügig“ einbezogen werden.
Auszug Tagespost, 26.03.26: (…) „einen neuen Blick“ der einen auf die anderen, „in einem größeren Verständnis für deren Empfindsamkeit“. Brüder und Schwestern sollten einander, „reich an ihrer Verschiedenheit“, in Liebe und in der Einheit des Glaubens annehmen.: „Möge der Heilige Geist Ihnen konkrete Lösungen eingeben, die es ermöglichen, die Menschen, die dem Vetus Ordo aufrichtig verbunden sind, großzügig einzubeziehen, unter Beachtung der vom Zweiten Vatikanischen Konzil gewünschten Leitlinien in liturgischen Fragen.“
Gerade diese Passage hat besondere Aufmerksamkeit erregt. Einige Kommentare, etwa in der französischen „Tribune Chrétienne“, heben hervor, dass Leo XIV. ausdrücklich den von Benedikt XVI. geprägten Begriff Vetus Ordo verwendet. Darin sehen sie ein Zeichen dafür, dass sich der Papst der Spannungen bewusst ist, die sich an den verschiedenen Formen der Liturgie entzünden.
Es gehe darum, die Einheit zu wahren, ohne Ausgrenzung zu fördern und ohne die liturgischen Orientierungspunkte zu verwischen. Der Begriff benenne die traditionelle Liturgie in einer Weise, die ihre kirchliche Wirklichkeit anerkenne, ohne die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in Frage zu stellen.
Das erste Pontifikalamt vom Utrechter Erzbischof Willem Jacobus Kardinal Eijk im „überlieferten Ritus“ sorgt für weltweite Aufmerksamkeit – bitte anklicken
„Die Kirche war gefüllt mit andächtig betenden Menschen. Die meisten waren jung, und es waren auch viele Familien anwesend. Das Beichtsakrament wurde viel in Anspruch genommen.“
Auszug keth.net: Dass ein Kardinal von der Statur Eijks – ein Mann, der für seine klare theologische Linie bekannt ist – im Jahr 2026 beschließt, den alten Ritus zu erlernen, ist kein Zufall. Eijk gab offen zu, dass er in der Vergangenheit Einladungen (etwa zu Diakonenweihen der Priesterbruderschaft St. Petrus) ablehnen musste, weil er mit den komplexen Rubriken des Tridentinischen Ritus schlicht nicht vertraut war. Um diese Lücke zu schließen, zog er sich Anfang des Jahres in ein Einrichtung des „Instituts Christus König und Hohepriester“ in Deutschland zurück. Dort erlernte er zunächst die „Stille Messe“, bevor er sich in Oss an das feierliche Pontifikalamt wagte.
Eigens bemerkenswert war für den Kardinal die Zusammensetzung der Gläubigen. Während Kritiker die traditionelle Messe oft als nostalgisches Hobby einer sterbenden Generation abtun, zeichnete Eijk ein völlig anderes Bild.
- Der Kardinal hob besonders die Momente des Schweigens hervor, die Raum für das persönliche Gebet schaffen.
- Die Kirche war gefüllt mit jungen Menschen und Familien mit Kindern.
- Es gab einen massiven Zustrom auf das Bußsakrament; drei Priester standen für Beichten zur Verfügung. Sogar aus Deutschland und Belgien reisten Gläubige an, um die Liturgie mitzufeiern.
- „Unter den Anwesenden befanden sich sowohl regelmäßige Besucher der Tridentinischen Messe als auch Katholiken, die üblicherweise an Eucharistiefeiern nach dem Novus Ordo teilnehmen“,
- erläutert Eijk gegenüber dem Blog „Messa in Latino“.
Erzbischof Dr. Stefan Heße aus Hamburg feiert „Alte Messe“ anlässlich des 15-jährigen Jubiläums mit Gemeinde in Kiel
Die Kieler Gemeinde der überlieferten Liturgie feierte ihr 15-jähriges Bestehen mit einer festlichen Messe und prominentem Besuch. Erzbischof Heße ermutigte die Gläubigen und unterstrich ihre feste Verankerung im Erzbistum.
Zitat Petrusbruderschaft: Am zweiten Fastensonntag, dem 1. März 2026, beging die Gemeinde der überlieferten lateinischen Liturgie in Kiel ihr 15-jähriges Bestehen. Rund 120 Gläubige nahmen an der feierlichen Messe in St. Nikolaus teil, darunter zahlreiche junge Familien sowie eigens zu diesem Anlass angereiste Gäste.
Erzbischof Dr. Stefan Heße war aus Hamburg gekommen, um diesen besonderen Tag gemeinsam mit der Gemeinde zu feiern; auch der Ortspfarrer, Propst Dr. Jürgen Wätjer, nahm an der Feier teil. Der Erzbischof wohnte der Liturgie in Chorkleidung bei und setzte damit ein sichtbares Zeichen seiner Verbundenheit.
Für die Gemeinde, die die Heilige Messe in der überlieferten Form nur einmal im Monat feiern kann und deren Priester regelmäßig von weither anreisen, wurde dieser Tag zu einem besonderen Ausdruck von Wertschätzung und Ermutigung.
In seiner Predigt über die Verklärung Christi rief der Erzbischof die Gläubigen dazu auf, das Licht Jesu im eigenen Leben widerzuspiegeln und weiterzugeben. Mit einem humorvollen Seitenhieb stellte er zugleich klar, dass er nicht als „Gast“ begrüßt werden wolle – als Erzbischof gehöre er selbstverständlich zu jedem Gottesdienst in seinem Erzbistum.