Der Konzilsentscheidung folgten jahrelange schwere innerkirchliche (Graben-) Kämpfe, theologisch wie kirchenpolitisch. Insofern nichts Neues unter der Sonne, wenn wir uns den „Zwist“ um das 2. Vatikanische Konzil 1962/65 vor Augen führen. + FotoAusschnitt: Kaiser Konstantin entrollt den Text des Nicäno-Konstantinopolitanum (Quelle: s.u.) +
Zum Bericht (August 2026): Evangelikale greifen Konzil an: BITTE SCROLLEN.

Die Dreifaltigkeit mit der Weltkugel – Gott Vater rechts, Jesus Christus links, oberhalb beider die Taube, Sinnbild für den Heiligen Geist. +
Ikone von Elias Moskos oder Michail Damaskinos, 16. Jahrhundert
Die frühe Kirche grenzte sich rasch von der zeitgenössischen Vielgötterei ab und formulierte theologische Aussagen über die Wesens-Einheit der drei göttlichen Personen. Natürlich ist Gott kein alter Mann; Jesus als Gottsohn sehr wohl ein Mensch auf Erden; der Heilige Geist keine Taube. Hier geht es lediglich um eine bildhafte Darstellung.
FotoQuelle: commons.wikimedia (21.03.25)
Man beachte die Implizierung der Weltkugel, die als Erde schon Jahrhunderte zuvor von der Antike über Augustinus von Hippo (4.5. Jh.) so gedacht wurde. Jetzt immer noch das Mittelalter mit der Scheibentheorie in Verbindung zu setzen, ist kompletter Unsinn.
Die Glaubensentscheidung im Jahr des Herrn 325
Die Konzilsväter in Nizäa einigten sich darauf, Jesus Christus wesensgleich, eines Wesens mit dem Vater zu denken. Also definitiv griechisch „homousios“ statt „homoios“: also eben nicht nur wesensähnlich.
Arius, der große Widerpart in 325, hat in Folge seinen Kampf gegen diese Glaubensentscheidung einfach fortgeführt und teils wichtige Mitstreiter wie den Kaiser für sich einnehmen können. Es half letztlich alles nichts.
Die schon immer vom Volk Gottes geglaubte Trinität, Dreifaltigkeit / Dreieinigkeit Gottes, wurde letztlich in mehreren frühen Konzilien untermauert, mehr oder weniger final bestätigt 381 n. Chr. im Konzil von Konstantinopel, auf dem die Lehre der Kirche gegen Arius *1) und seine Anhänger erneut verteidigt und zementiert wurde. +
Ausschnitt umseitiges Foto: Quelle s.u.
Intermezzo
ICEJ: (evangelikale) Internationale Christliche Botschaft Jerusalem wirft Konzil von Nicäa 325 n. Chr. Verbreitung von Judenhass vor
Sonderausgabe ICEJ 2026.3, Deutscher Zweig: Die Rückkehr der Ersatztheologie. Jerusalem Summit: Ende des Schweigens.
Luthers Judenhass + Protestantische „Deutsche Christen“ im Nazireich
Wer im Glashaus sitzt. + 1.701 Jahre nach dem Konzil wird ausgerechnet dieser Vorwurf seitens von evangelilkalen Protestanten erhoben, die sich letztlich auf Martin Luther als ihrem Religionsgründer beziehen, der mit seiner Schrift aus dem Jahr 1543 „Von den Juden und ihren Lügen“ als Vorläufer des späteren modernen Antisemitismus diskutiert wird.
- Hierin forderte Luther unter anderem das Niederbrennen von Synagogen,
- die Zerstörung jüdischer Schriften,
- Einschränkungen für Rabbiner,
- sowie die Vertreibung oder Unterdrückung von Juden.
Diese Forderungen gelten heute als extrem judenfeindlich, sind nicht zu toppen, werden aber in der breiten Öffentlichkeit weitestgehend nicht thematisiert. + Ebenso nicht das unsägliche Verhalten der „Deutschen Christen“ während der Naziherrschaft.
Die „Deutschen Christen“ (DC) waren eine nationalsozialistisch ausgerichtete Bewegung innerhalb des deutschen Protestantismus. + Sie entstand Ende der 1920er/Anfang der 1930er Jahre und verband christliche Lehre mit Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus. + Sie unterstützten ab 1933 die Gleichschaltung der evangelischen Kirchen und strebten eine zentralisierte Reichskirche an. + Bei den Kirchenwahlen im Juli 1933 erhielten sie eine Zweidrittelmehrheit in den Synoden und besetzten zahlreiche wichtige Ämter.
- Sie wollten unter anderem den sogenannten „Arierparagraphen“ auf kirchliche Ämter anwenden und
- die jüdischen Wurzeln des Christentums zurückdrängen.
Als Pendant entstand die Bekennende Kirche, zu deren bekannten Vertretern Martin Niemöller und Dietrich Bonhoeffer gehörten.
Dr. Jürgen Bühler, Präsident der ICEJ,
titelt seinen Vortrag auf dem Jerusalemer Summit 2026 wie folgt: „Das Konzil von Nicäa und seine Folgen“ + „Deren Verstand verblendet ist“. + Im Text dann diese Äußerungen:
- „Ich bin überzeugt, dass die Beweggründe von Kaiser Konstantin erheblich von Antisemitismus geprägt waren.“ +
- Sodann beklagt der Autor, dass das Konzil eine zunehmende Entfremdung der Kirche von ihren jüdischen Wurzeln eingeleitet habe.
Schabat: ja + Sonntag als Feiertag: nein + Neuer Ostertermin: nein
In Folge kritisiert Bühler die Arroganz des Kaisers, mit der dieser den Sonntag als neuen wöchentlichen Feiertag eingeführt habe – statt der Beibehaltung des jüdischen Schabats am Samstag.
Gleichermaßen manifestiert der ICEJ-Präsident sein Unverständnis über die Festsetzung des neuen Ostertermines, wirft dem Kaiser vor, seinen Akt (Synodalschreiben) mit antijüdischen Gedankengut untermauert zu haben: „(…) und deren Verstand verblendet ist.„
Keine Missionierung + Österliche Auferstehung des Herrn nicht so wichtig?
Paulus und das Apostelkonvent 48 n. Chr.
Was will Dr. Bühler uns damit sagen? Dass die Entscheidung des Apostelkonvents von 325 falsch war, Juden und Nicht-Juden (Heiden) zu missionieren, sich nicht als neue christliche Religion zu verselbständigen?
Das heißt doch wohl im Umkehrschluss, dass Dr. Bühler (und seine Gemeinschaft) der Auferstehung des Herrn Jesus Christus keine so große Bedeutung beimisst, über die doch vor allem der Völkerapostel Paulus von Tarsus so erfolgreich länderüberschreitend predigte, dass das Christentum zu ungeahnter Größe aufwuchs.
Paulus handelte gemäß den gemeinsam getroffenen Beschlüssen des Apostelkonvents (quasi 1. Konzil) von 48 nach Christus, indem er in erster Linie für die Missionierung der (Nicht-)Juden der damals bekannten Welt zuständig war, Jakobus hingegen für diejenigen der Juden in Jerusalem, etc. + Basis des Beschlusses: Jesu Christi-Auftrag gemäß Matthäus, 28-19:
Foto aus 2010, Rom. Der Völkerapostel St. Paulus

Dass Dr. Jürgen Bühler sich folgerichtig nicht an Jesu-Aussagen im Matthäus-und Johannes-Evangelium, wie in der Apostelgeschichte, gebunden fühlen dürfte, darf vorausgesetzt werden.
Matthäus 16,18: Jesus ernennt Petrus zu seinem Stellvertreter (Sachwalter) auf Erden.

Jesus zu Simon Petrus. Ich aber sage dir:
- Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
- Ihm werden außerdem die „Schlüssel des Himmelreichs“ und eine besondere Vollmacht gegeben (Mt 16,19).
Foto. St. Peter, Rom. Petrus, der Stellvertreter Christi. (2015)
Johannes 21,15-17 + Jesus zu Petrus:
- Weide meine Lämmer + Weide meine Schafe“
Ebenso dürfte Bühler abstreiten, das Christus Jesus als Stifter der einen, heiligen, katholischen Kirche gilt; vgl. dazu unter anderem die Apostelgeschichte 1,4-8,3 + (Pfingstereignis)
- „Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird;
- und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien
- und bis an die Grenzen der Erde. 9
Vollmacht und Auftrag des Auferstandenen
- Jesus zu den Jüngern:
- „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern;
- tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 10
- 20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
- Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“
- 21 Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
- 22 Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! 14
- 23 Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. 15
Weiterhin zieht der ICEJ-Präsident eine direkte Linie hin zum Gräuel der Kreuzzüge
des 11. Jahrhunderts und folgende, offenbart dabei seine völlige Nicht-Kenntnis (Desorientierung) geschichtlicher Abläufe + Immerhin hatten die Moslems (Fatimiden) unter ihrem Kalifen al-Hakim Jahre zuvor Jerusalem und die Grabeskirche zerstört + Sodann hatten seine moslemischen Nachfolger – wiederum Jahre später -den byzantinischen Kaiser dermaßen existentiell bedroht, dass dieser daraufhin in 1095 Papst Urban II. um Hilfe bat): Mythos Kreuzzüge + Die Kreuzzüge 1096 – 1204 +
Er erwähnt die Pogrome, Zwangsbekehrungen und Inquisitionen. + Wohlweislich spricht er nicht direkt die Hexenverbrennungen an, die sich nachweislich – bis in die beginnende Neuzeit – zumeist in protestantischen Gegenden Deutschlands abgespielt haben. + Auch vergisst er zu erwähnen, dass nicht wenige Spanier sich bewusst der Gerichtsbarkeit der Inquisition unterworfen hätten, weil sie dort einen halbwegs fairen Prozess erwarten konnten. +
Wegbereiter des Holocausts
Nicht die Kirche, er meint offenbar die römisch-katholische, wurde zum Wegbereiter des Holocausts, es waren vornehmlich evangelisch-protestantische Kirchengemeinschaften (mit Luther im 16. Jahrhundert als ihrem Gründer an der Spitze), die sich, im Gegensatz zu den meisten Katholiken, sehr rasch dem Nationalsozialismus angedient hatten. + Ich denke, entweder plappert Dr. Bühler mithin offensichtlich gerne tradierten Unsinn nach, oder er weiß es tatsächlich nicht besser, berücksichtigt nicht die neuesten Forschungen.
Seinen kurzen Schlenker Hitler konnte sich auf den deutschen Reformator Luther berufen, um seinen Hass auf Juden zu rechtfertigen, handelt er lapidar mit 14 Worten ab:
- „Der Weg zu dieser Entwicklung lässt sich nicht vollständig in einem kurzen Artikel erklären.“
- Da spricht offensichtlich das schlechte Gewissen, einer Religion anzugehören, deren Gründer es an Judenhass hat nicht fehlen lassen. +
- Und fährt dann fort mit dem Beitrag: „Judenhass auf der Kanzel“.
Ich empfehle Herrn Dr. Bühler und der ICEJ das Studium der kompletten Apostelgeschichte, Stichwort: Verfolgung des Völkerapostels Paulus
Apg.: 9,23-25 + 13,50-51 + 14,1-7 + 14,19-20 + 16,16-40 + 17 + 21-26 + 27–28
Paulus von Tarsus wurde verfolgt, weil:
- viele Menschen, Juden wie Heiden, seine Botschaft über Jesus als den Messias ablehnten,
- seine Verkündigung religiöse und gesellschaftliche Interessen bedrohte,
- durch seine Mission unter Nichtjuden Konflikte mit religiösen Autoritäten entstanden.
Fazit. Die zentrale Botschaft der Apostelgeschichte, niedergeschrieben vom Evangelisten Lukas, ist, dass Paulus trotz Verfolgung durch die jeweils örtlichen Juden seinem Auftrag treu blieb. +Seine Leiden erfüllten auch die Worte Jesu, dass seine Nachfolger um seines Namens willen Widerstand und Verfolgung erfahren würden (vgl. Apostelgeschichte 9,15–16).
Quelle u.a.: Antisemitism in the LCMS + ChatGBT + Wikipedia + EKD Magot Käßmann: Zum kirchlichen und theologischen Umgang mit Martin Luthers Judenfeindschaft (Archiv 2014) + jeweils entnommen am 06.08.2026.
weiter im Thema KONZIL VON NICÄA 325 nach Christus
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Die Kappadokischen Väter
Basilius der Große (330-379). Gregor von Nazianz (329-390) und Gregor von Nyssa (335-394) konnten später großen Einfluss auf die theologische Abklärung dieser Glaubensentscheidung nehmen. Dabei fallen Begriffe wie Wesen (usia) und Hypostase (steht für die Begrifflichkeit Person). + Denn: wie unterscheiden sich die drei göttlichen Personen, wenn sie doch „eins“ sind?
Hier hilft Psalm 110 weiter: „Mein (Gottvater) Sohn (Jesus Christus) bist Du. Ich habe dich heute gezeugt.“ – Ergo: Der Vater zeugt, ist aber selbst ungezeugt (es gibt keinen anderen Ursprung, der ihm vorausgehen könnte). + Der Sohn aber ist gezeugt. Vatersein und Sohnsein berühren nicht das eine göttliche Wesen, erlauben aber trotzdem Unterscheidungen in dem einen göttlichen Wesen, in der einen göttlichen Ewigkeit und Allmacht.
Mehr über die Kappadokischen Väter: Basilius der Große + Gregor von Nazianz + Gregor von Nyssa
Andrei Rubljow: Gregor der Theologe (Ikonostase der Uspenski-Kathedrale in Wladimir, 1408)
FotoQuelle: commons-wikimedia (21.03.25), gemeinfrei.
Gregor von Nyssa fasst zusammen: Gott ist und bleibt ein Geheimnis:
„Wer so die Tiefen des Mysteriums aufmerksam untersucht, empfängt zwar in der Seele in unsagbarem Maße ein gewisses Verständnis der Lehre über die Gotteserkenntis, er vermag aber die unaussprechliche Tiefe des Mysteriums durch die Sprache nicht zu erhellen, er vermag sie auch nicht zu erklären.“

Das Glaubensbekenntnis und Lobpreis ab 381 n. Chr., dem Ersten Konzil von Konstantinopel: „(…)
- Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht,
- der aus dem Vater (und dem Sohn)[3] hervorgeht,
- der mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und verherrlicht wird,
- der gesprochen hat durch die Propheten (…)“
Quelle: Pater Augustinus Weber OSB. Die Tagespost, 27. Februar 2025, S. 13: Als die Kirche über Gottes Wesen stritt
Die Zwei Naturen Jesu
Große Theologie kommt ins Spiel von ungeheurer Wirkmächtigkeit, Bedeutung für die Lehre der Kirche: Jesus ist wahrer Mensch und ist wahrer Gott. Wie kann das zusammengedacht werden? Gibt es eine Verbindung beider Naturen? Falls ja, wie verbinden selbige sich in Jesus von Nazareth?

Basilius der Große (330 – 379; Bischof und Theologe) zählt als „Neucinäer zu den geistigen Vätern des Glaubensbekenntnisses von Nicäa-Konstantinopel von 381.
Von ihm ist viel bekannt, über 300 Briefe. Wichtig auch sein Bruder Gregor von Nyssa, wie sein Freund Gregor von Nazianz. Alle drei genannt „die drei kappadokischen Kirchenväter“.
Quelle: commons.wikimedia (28.11.24), gemeinfrei
Weitere Frage von elementarer Bedeutung betrifft die Gottesmutter Maria
Was war sie? „Gottesgebärerin“ oder nur „Christusgebärerin“?, wie Nestorius *2) es lehrte. Sie habe ja doch einen Menschen und nicht Gott auf die Welt gebracht? + Das Konzil von Ephesus 431 klärte final die Frage: Maria ist Gottesgebärerin; Nestorius und seine Anhänger wurden verurteilt.
Das implizierte ein weiteres Problem. Nestorius hatte bekanntlich der strikten Trennung der Naturen das Wort geredet. Jesu göttliche Natur und Jesu menschliche Natur bestünden gewissermaßen isoliert nebeneinander. Andere Theologen befürchteten eine so enge Verschmelzung der beiden Naturen, dass letztlich das Menschsein Jesu in seinem Gottsein unterzugehen drohte.
Das Konzil von Chalzedon lehrte daher 451 nach Christus:
Jesus ist wahrer Mensch und wahrer Gott; diese beiden Naturen bestehen ungetrennt und unvermischt miteinander.
Welchen Willen hatte Jesus, den göttlichen oder den menschlichen?
Auch das wurde auf einem Konzil entschieden. Nicht im fünften ökumenischen Konzil von Konstantinopel in 553, sondern einhundertsiebenundzwanzig Jahre später im Konzil von Konstantinopel von 680 bis 681.
Erstes Konzil von Nicäa (325): Kaiser Konstantin entrollt den Text des Nicäno-Konstantinopolitanum, wie es auf dem ersten Konzil von Konstantinopel 381 umformuliert wurde,
mit Ausnahme des ersten Wortes, von πιστεύομεν (‚wir glauben‘) zu πιστεύω (‚ich glaube‘) geändert, wie in der Liturgie.
Quelle: commons.wikimedia (28.11.24), gemeinfrei

Was wollte Jesus? War sein Wille göttlich oder menschlich? Wie können diese beiden Willen zueinander gedacht werden? Der „Monotheletismus“ *3) vertrat, Jesus habe nur einen einzigen Willen gehabt.
Wieder wurde die Frage diskutiert, wie Gottsein und Menschsein zusammengedacht werden können. + Das Konzil von Konstantinopel verurteilte die Lehre des Montheletismus. + Zwei weitere Konzilien folgten 787 in Nizäa und 869/870 in Konstantinopel.
Jesus Christus ist Mensch und Gott zugleich
ungetrennt und unvermischt
Man könnte meinen, dass dieses Diktum ein für alle Mal festgelegt worden sei; fehl gedacht. Denn: gerade heute werden zum Beispiel Ansichten vertreten, wonach Jesus auch und gerade am Kreuz nur als Mensch gelitten habe. Um dann drei Tage später in seinem verklärten Leib den Jüngern und Aposteln zu begegnen? Sicherlich nicht mit seiner menschlichen Natur, sondern mit seiner göttlichen Natur in einem verklärten Leib.
Wie auch immer: Es bleibt das Geheimnis Gottes. Glauben oder nicht glauben. Mit der Ratio schwerlich zu begreifen. Wie aber kann man sich der Thematik annähern, Vermutungen anstellen? Catholic Daily Reflections, die US-amerikanische Plattform, versucht am 27. September 2024 eine Antwort.
Auszug deutsche Übersetzung: „Als der ewige Sohn Gottes in menschlicher Gestalt mit dem ewigen Vater kommunizierte, wurde die menschliche Natur plötzlich auf eine Höhe erhoben, die sie nie zuvor erreicht hatte. Der ewige Sohn lebte nicht nur in perfekter Einheit mit dem Vater, sondern jetzt brachte der ewige Sohn, ganz Mensch, seine menschliche Natur in diese Einheit.“
Zugegebenermaßen ein schwieriger Text, voll großer Theologie. Er vermittelt aber einem gläubigen Christ-Katholiken die nötige Einsicht, seinen Glauben an den Mensch gewordenen Sohn Gottes, an den auferstandenen Christus erklären zu können; vgl. dazu den Petrusbrief, in dem Petrus von den Gläubigen etwartet, jederzeit ihe Hoffnung an das ewige Leben erklären zu können.
The Deepest Human Satisfaction – Die tiefste menschliche Zufriedenheit
Once when Jesus was praying in solitude, and the disciples were with him, he asked them, “Who do the crowds say that I am?” Luke 9:18. – Als Jesus einmal allein betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: „Was sagen die Leute, wer ich sei?“ Lukas 9:18.
Zu diesem speziellen Teilaspekt des Lukasevangeliums nimmt die katholische US-amerikanische Plattform Catholic Daily Reflections Stellung, wie üblich auf profunder Basis. Zunächst die automatisierte deutsche Übersetzung.
| „Es ist interessant, dass Jesus sowohl „einsam betete“, als auch dass „die Jünger bei ihm waren“. Der heilige Beda erklärt diesen scheinbaren Widerspruch, indem er sagt, dass „nur der Sohn in der Lage ist, die unverständlichen Geheimnisse des Willens des Vaters zu durchdringen“. Daher war unser Herr immer allein mit dem Vater in dem Sinne, dass nur Jesus den Vater vollständig und intim kannte. Dies liegt daran, dass er die zweite Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit ist, der ewige Sohn des Vaters. Wenn man diese Tatsache klar versteht, ist es auch wichtig zu verstehen, dass etwas Neues geschah, als Jesus in seiner menschlichen Natur zum Vater betete. Obwohl Jesus ewig beim Vater war, war seine menschliche Natur nicht ewig beim Vater. Als der ewige Sohn Gottes in menschlicher Gestalt mit dem ewigen Vater kommunizierte, wurde die menschliche Natur plötzlich auf eine Höhe erhoben, die sie nie zuvor erreicht hatte. Der ewige Sohn lebte nicht nur in perfekter Einheit mit dem Vater, sondern jetzt brachte der ewige Sohn, ganz Mensch, seine menschliche Natur in diese Einheit. Obwohl dies manchen ein wenig philosophisch erscheinen mag, weist es auf eine sehr wichtige Realität hin, die uns alle betrifft. Durch das menschliche Gebet unseres Herrn zum Vater sind wir alle eingeladen, uns mit Jesus zu vereinen und an dieser göttlichen Einheit teilzuhaben. Der Sohn Gottes hat es uns als Menschen ermöglicht, an der Erhebung unseres Lebens zur Einheit mit Gott dem Vater teilzuhaben. Und obwohl der Sohn Gottes immer eine einzigartige Verbindung mit dem Vater haben wird, sind wir dennoch durch unsere Teilnahme eingeladen, an seinem Leben teilzuhaben. Warum ist das also wichtig? Ein Grund ist, dass es keine größere menschliche Erfüllung gibt, als am Gebet des Sohnes zum Vater teilzunehmen. Unser ganzes Leben lang suchen wir ständig nach Erfüllung in der einen oder anderen Form. Wir wollen glücklich sein. Wir wollen Freude am Leben haben. Wir haben ein natürliches Verlangen nach Glück, das wir ständig zu erfüllen versuchen. Es ist wichtig zu verstehen, dass das größte Glück dadurch erlangt wird, dass wir am tiefen menschlichen Gebet des Sohnes zum Vater teilnehmen. Gebet, wahres Gebet, ist die Antwort auf unser tiefstes Verlangen. Denken Sie heute darüber nach, ob Sie regelmäßig in tiefem Gebet verharren. Können Sie sich an Zeiten erinnern, in denen Sie wie unser Herr allein mit Gott waren, in den Tiefen Ihrer menschlichen Seele mit ihm kommunizierten und durch das Gebet zu ihm hingezogen wurden? Es gibt viele Ebenen des Gebets, wie viele Heilige bezeugen. Treffen Sie die Entscheidung, Ihr Gebet zu vertiefen. Treten Sie heute vor unseren Herrn und schütten Sie ihm Ihr Herz aus, und bitten Sie ihn, Sie in die heilige Einsamkeit seines Gebets zum Vater zu ziehen. Wenn Sie dies tun, werden Sie die tiefste menschliche Zufriedenheit erfahren, die im Leben möglich ist. Gebet: Mein betender Herr, als Du Zeit allein mit dem Vater verbracht hast, hast Du Deine menschliche Natur mit Ihm vereint und so unsere Natur auf ein herrliches Niveau erhoben. Bitte ziehe mich zu Dir, lieber Herr, damit ich Dich und den Vater durch wahres, tiefes und anhaltendes Gebet kennenlernen kann. Möge diese Einheit mit Dir die Ursache meiner tiefsten Erfüllung im Leben sein. Jesus, ich vertraue auf Dich. |
| Originattext. It’s interesting that Jesus was both “praying in solitude” and that “the disciples were with him.” Saint Bede explains this apparent contradiction by stating that “the Son alone is able to penetrate the incomprehensible secrets of the Father’s will.” Therefore, our Lord was always alone with the Father in the sense that only Jesus knew the Father fully and intimately. This is because He is the Second Person of the Most Holy Trinity, the Eternal Son of the Father. |
| With that fact clearly understood, it’s also important to understand that as Jesus prayed to the Father within His human nature, something new took place. Though Jesus was eternally with the Father, His human nature was not eternally with the Father. Therefore, as the Eternal Son of God communed with the Eternal Father while living in human flesh, human nature was suddenly elevated to a height that it had never been before. Not only was the Eternal Son living in perfect union with the Father, but now the Eternal Son, fully human, brought His human nature into this oneness. |
| Though this may seem a bit philosophical to some, it points to a very important reality that affects us all. Through our Lord’s human prayer to the Father, we are all invited to join with Jesus and share in this divine oneness. The Son of God, as a human being, made it possible for us as humans to share in the elevation of our very lives to oneness with God the Father. And though the Son of God will always retain a unique union with the Father, we are, nonetheless, by participation, invited to share in their life. |
| So why is this important? One reason is that there is no greater human fulfillment we could ever achieve than to share in the prayer of the Son to the Father. Throughout our lives, we are constantly looking for fulfillment in one form or another. We want to be happy. We want enjoyment in life. We have a natural desire for happiness that we are constantly seeking to fulfill. What’s important to understand is that the greatest happiness comes by sharing in the deep human prayer of the Son to the Father. Prayer, true prayer, is the answer to our deepest desire. |
| Reflect, today, upon whether or not you regularly engage in deep prayer. Can you point to times when you, like our Lord, were alone with God, communing with Him in the depths of your human soul, being drawn to Him through prayer? There are many levels of prayer, as is attested to by many saints. Make the choice to deepen your prayer. Go before our Lord today and pour out your heart to Him, asking Him to draw you into the holy solitude of His prayer to the Father. Doing so will bring forth in you the deepest human satisfaction possible in life. |
| Gebet. My praying Lord, as You spent time alone with the Father, You united Your human nature with Him, thus elevating our nature to a glorious degree. Please draw me to You, dear Lord, so that I may know You and the Father through true, deep and sustaining prayer. May this oneness with You be the cause of my deepest fulfillment in life. Jesus, I trust in You. |
Reflektionen
Fernblick – Theologie im Fernkurs – 18. Januar 2025
Es gibt viele Konzilien, aber nur ein Nicaea!
Auszüge Einleitung: „Sie hat (1.) lehramtlich formuliert, dass der göttliche Sohn, der Gott-Logos, ebenso das eine göttliche Wesen teile, wie der göttliche Vater und der göttliche Geist.“
„Sie hat (2.) strukturell festgehalten, dass es drei besondere Bischofssitze in Rom, Alexandria und Antiochia gebe – wodurch die Synode die Grundlage für die altkirchliche Vorstellung gelegt hat, dass die Kirche des Imperium Romanum von den fünf Bischöfen von Rom, Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem gemeinsam geführt werden solle, die so genannte „Pentarchie“ (= „Fünferherrschaft“);“
„und sie hat (3.) einen gemeinsamen Termin für das Osterfest festgelegt, an den sich alle Kirchen des Imperiums halten sollten.“
Auszüge Rezeption: (…) „dauerte der Diskurs fast noch ein ganzes Jahrhundert an – in der Kirche des Römischen Reiches solange, bis auf einer Synode in der östlichen Reichshauptstadt Konstantinopel im Jahr 381 das Glaubensbekenntnis von Nicaea (325) um Aussagen über den Hl. Geist erweitert wurde, wodurch dasjenige Glaubensbekenntnis – das so genannte Nicaeno-Constantinopolitanum – entstanden ist, zu dem sich heute – abgesehen von zwei inhaltlichen Varianten – alle wesentlichen christlichen Traditionen bekennen. Diese beiden Varianten berühren einerseits die Aussage, ob der Hl. Geist „aus dem Vater“ hervorgehe, wie es die östliche Tradition will; oder aber „aus dem Vater und dem Sohn“, wie es die lateinische Tradition bevorzugt.“
„Der Diskurs zwischen der Kirche des Imperium Romanum und den Kirchen, die unter den germanischen Ethnien entstanden sind, dauerte bis in das Jahr 587, bis sich der westgotische König Rekkared zu dem Glaubensbekenntnis der römischen Kirche bekannte, also sozusagen „katholisch“ geworden ist.“
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Quelle: PD Dr. Christian Lange ist Stellvertretender Direktor und Akademischer Oberrat am Bayerischen Forschungszentrum für Interreligiöse Diskurse in Erlangen.