Wien: Bundeskanzleramt bringt Studie zur Christenverfolgung heraus + Warum nicht das deutsche? Warum nicht die EU-Kommission?

Warum immer nur die anderen? Warum nicht wir? Zu Zeiten von Viktor Orban hatte sich noch besonders die ungarische Regierung dieses Themas angenommen. Nun ist es das österreichische Bundeskanzleramt, das sich meldet. + FotoAusschnitt: Michelangelo. Dass Jüngste Gericht.

Zum 22. Juni 2026 hat die „Stabstelle Internationaler Schutz verfolgter religiöser Minderheiten“ im Bundeskanzleramt obigen Bericht für das erste Quartal 2026 vorgelegt. Dessen Ziel ist es, „zentrale Entwicklungen sichtbar zu machen, die Christen in ihrer Religionsfreiheit einschränken, ihre Sicherheit beeinträchtigen oder zu Vertreibung, Diskriminierung und struktureller Benachteiligung führen“.

Zitat: Tagespost (Button unten): Weltweit sind aktuell rund 388 Millionen Christen von Verfolgung und Diskriminierung betroffen. Zu dieser traurigen Bilanz gelangt eine Studie, die nicht etwa von der Kirche oder von einer christlichen Nichtregierungsorganisation herausgegeben wird, sondern vom österreichischen Bundeskanzleramt.

Dieses hat sich im Lauf der zurückliegenden Jahre eine erstaunliche Kompetenz im Bereich der weltweiten Religionsfreiheit erarbeitet, und es legt zudem seinen Schwerpunkt dort, wo Verletzungen der Religionsfreiheit am leichtesten übersehen werden – bei der Christenverfolgung.

MichelangeloDas Jüngste Gericht (um 1540), nach der Restaurierung 1980–95

File:Last Judgement (Michelangelo).jpg – Wikimedia Commons

  • Die Situation der syrischen Christen sei angespannt und bedrohlich.
    • Im Irak bedrohten Milizen und terroristische Gruppen die religiösen Minderheiten, die zugleich rechtlich eingeschränkt und vom Staat unzureichend geschützt seien.
    • Der sunnitische „Islamische Staat“ (IS) verübe noch einzelne Anschläge, doch gehe die Hauptbedrohung für die Christen im Irak heute von schiitischen Milizen aus, die von Teheran unterstützt werden.
    • „Christliche Frauen sind verstärkt gesellschaftlichem Druck und Gewalt ausgesetzt, während Männer insbesondere wirtschaftliche Nachteile und gezielte Übergriffe erfahren.“
    • Beides verstärke die Abwanderung der Christen.
    • Im Iran würden „Konvertiten durch das theokratisch-autoritäre Regime systematisch verfolgt“
    • Der Irankonflikt wirke als „Katalysator bestehender Verfolgungs- und Gefährdungslagen“; er habe die Lage der christlichen wie auch anderer religiöser Minderheiten in mehreren Staaten verschlechtert.
    • Auch in Indien habe sich der hindu-nationalistische Einfluss gemehrt, „wodurch insbesondere Christen vermehrt gesellschaftliche Gewalt und unzureichenden staatlichen Schutz erfahren“.
    • Die Diskriminierung von Christen und Muslimen wachse, während Gewalt, Vandalismus und Angriffe auf religiöse Einrichtungen zunehmen.
    • Insgesamt zähle Asien heute „zu den globalen Schwerpunkten religiöser Verfolgung“.