Stimmt die Aussage des Bayerischen Journalisten Ende der 90ziger Jahre noch? + Heute gibt es nicht mehr viele Pilger, die der Meseta etwas Gutes abgewinnen können. Ich zähle mich zu den wenigen. Was macht die Meseta so besonders? Alles das, wofür ich den Camino liebe; alles das, was viele Menschen nicht gewohnt sind: Stille und Einsamkeit, Meditation über die heiligste Dreifaltigkeit (Trinität) + Gebete zum Hl. Geist (Dietrich Bonhoeffer u.a.m.) + Jedoch: Mehr denn je gibt es Wanderer auf dem Camino, die mit allem nichts am Hut haben, mit Religion und Christentum erst gar nicht (unten mehr) +
Meditation auf dem Weg zum Cruz de Ferro
„Wir müssen in der Lage sein, in der Stille zu verweilen, in der Meditation, in einer ruhigen und längeren Reflexion; wir müssen es verstehen innezuhalten, um nachzudenken.
So kann unser Geist Heilung finden von den unvermeidlichen Wunden des Alltags, kann in die Tiefe der Tatsachen hinabsteigen, die in unserem Leben und in der Welt geschehen, und jene Weisheit erreichen, die es erlaubt, die Dinge mit neuen Augen zu sehen.“
Quelle: Benedikt-Impuls, Die Tagespost: Papst Benedikt XVI. aus Predigt vom 31.12.2012
Auszug 26. Etappe von Rabanal del Camino über Foncebadon, Cruz de Ferro, Manjarin, El Acebo, Riege de Ambros nach Molinaseca: 26 Kilometer. Sechsundzwanzig Kilometer Spirituelles, Meditatives, Nachdenkliches, Eindrucksvolles, Unvergessliches.

Elke schreitet voran, sie hat die besseren Augen, sie genießt die Stille, ich konzentriere mich auf den Weg — über die einsamen Montes de León. + Die Gedanken nehmen ihren Lauf. Elke erzählt mir von ihren Beweggründen, sie hat ihren Gott längst gefunden, sie will ihm danken. Ich gebe zu, mir schwirrt der Kopf: Gottsuche, Vernunft, Selbstfindung, 7-Jahres-Rhythmus.
Ein tiefes Gefühl durchströmt mich, wie schön kann doch die Welt sein, wie schön Fauna wie Flora. Gut, dass keine Bergbahn hierauf führt.
Im Hintergrund die Montes de Leon; davor das Cruz de Ferro. Zum ersten Mal in meinem Leben achte ich penibel darauf, nicht mal eine Ameise zu zertreten.
Man wird ja immer wieder gefragt, „Was hat dir denn der Weg gebracht, bist du ein anderer Mensch geworden?“


Ich weiß, diese beiden Stunden des Meditierens, der Gespräche mit Elke, auf dieser speziellen Etappe, weit und breit keine lärmenden Touristen, werden mir immer gegenwärtig bleiben. Danke. +
2012, sechs Jahre später sah es schon ganz anders aus: verhangener Himmel, trübes, nebliges Wetter, viele Pilger unterwegs, keine Ruhe, fast schon lärmend; so mancher Wanderer ging achtlos am Eisenkreuz vorbei, wie weiland auf der Strecke von Atapuerca nach Burgos auf dem Plateau Matagrande mit dem großen Kreuz.
Das Cruz de Ferro liegt in Sichtweite vor uns, nach zwei Stunden und 342 Höhenmetern auf 1504 m; für mich der Höhepunkt schlechthin. Ein Highlight.
Traumhaftes Wetter. Die Sonne scheint. Ich bin ein wenig vorgelaufen, schnell nehme ich das Steinchen, werfe es auf den Steinhaufen, es symbolisiert die auf dem Weg hinter sich gelassenen Sünden, vielleicht schon die erfahrene Läuterung? Ich halte inne. Elke steht die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. Sie ist eine willensstarke, mittlerweile gut trainierte Frau.
Stehen minutenlang vor dem Kreuz, registrieren abwesend, gedankenverloren die dort abgelegten Gegenstände, manches Unnützes und Profanes ist darunter. Meditieren ein wenig.

*) Bericht eines Pilgers aus 2026
Wenn ein a-religiöser Wanderer die Infrastruktur des christ-katholisch grundierten Camino de Santiago nutzt + Hape Kerkeling als Vorbild nimmt + Emotionen am Cruz der Ferro zeigt +
Interessant, wie manche Pilger diesen Abschnitt mit diesem speziellen Eisenkreuz als ihren emotionalsten Moment ihrer Jakobswegtour beschreiben (wie ich), gleichwohl alles Religiöses aussparen, wie S. G., dessen Erlebnisse aus 2026 auf dem Camino Frances es dem Lokalteil des Weser-Kuriers wert waren, darüber fast ganzseitig zu berichten (ich hatte zwei Berichte im WK in 2007 und 2012) +
Warum erwähne ich das? Zunächst der Hinweis des Protagonisten auf seine Motivation Stichwort: Hape Kerkeling (für mich nach wie vor unverständlich); sein konsequentes Weglassen irgendwelcher religiöser und/oder spiritueller Gefühle; kein Hinweis darauf, nur eine der abzig Kirchen am Weg überhaupt betreten zu haben, auch kein Verweis und Blick zum Schluss seiner Reise auf die Kathedrale von Santiago de Compostela, nur der Hinweis auf die Urkunde +
Aber: so ganz dürfte der Protagonist seine über Jahrhunderte hinweg jüdisch-christlich geprägte Herkunft nun doch noch nicht vollends vergessen haben: Stichwort Cruz de Ferro. Sein emotionalster Moment seiner Reise + Er fragt sich, warum die Pilger seit Jahrzehnten (korrekt: seit Jahrhunderten) dort ein Steinchen ablegen? + Vielleicht, um dort eine Last abzulegen? Welche Last, fragt er sich nicht + „Oder einfach für etwas, das nicht länger mitgetragen werden soll.“ + Auf die Idee zu kommen, dass jene Pilger ihrem Herrgott (für was auch immer) danken wollten, ist er offenbar nicht gekommen + Einige Pilger hätten dort nur wenige Sekunden gestanden, andere geweint, gelächelt. + „Ich habe das als sehr bewegend empfunden“, so der Protagonist. + Warum bewegend empfunden? + Letztlich inkonsequent ohne tiefergehende Reflektion? Für ihn als ein back home tätiger Coach und Mediator sollte Nachfragen, Insistieren doch eine Selbstverständlichkeit sein, oder?
Gedanken eines Filmemachers auf der Meseta
Ende des letzten Jahrtausends, also noch vor dem großen Run auf den Jakobsweg, charakterisierte ein Filmemacher vom Bayrischen Fernsehen die Etappen durch die Meseta in beeindruckender Dichte, mit der er heute das Gros der Pilger nicht mehr erreichen dürfte.
- Von der Wanderung durch die Meseta sind die Pilger am tiefsten beeindruckt.
- Auch wenn streckenweise die Landstraße parallel läuft, bleiben sie in dieser abweisenden Landschaft ganz auf sich gestellt,
- allein mit ihren Gedanken, ganz in ihrem eigenen gleichmäßigen Rhythmus dem Wind und der grellen Sonne ausgesetzt – auf ein fernes Ziel ausgerichtet.
- Beim einsamen Gehen lösen sich innere Spannungen, Erinnerungen spülen frei,
- erlittene Kränkungen und Demütigungen schmerzen nicht mehr,
- langgehegte Wünsche werden bedeutungslos und ehrgeizig angestrebte Ziele relativieren sich,
- langes Gehen reinigt und heilt.
- Vielleicht erwacht darum der alte Pilgerweg zum neuen Leben.“
Einschub: Pastoralbrief Erzbischof Julian Barrio Barrio
- Die Stille ist der Ort des Wortes Gottes, und der Pilger muss auf dem Weg seiner Pilgerschaft meditieren, wie es auch die Pilger von Emmaus taten.
- Im Wort Gottes begegnen wir einer Art und Weise, uns verschiedene menschliche Erfahrungen aufzeigen zu lassen auf der Suche nach dem Guten und der Wahrheit,
- und um die Zusammenhänge zu erkennen,
so der Erzbischof aus Santiago de Compostela in seinem Pastoralbrief zum Heiligen Compostelanischen Jahr 2010.
Einschub: Stille – Hl. Bruno von Köln
Bruno von Köln (1027 bis 6. Oktober 1101) gibt den Kartäusern *) das Geschenk der großen Stille.
- „Sie schweigen. Die Lippen sind verschlossen. Der Mensch kann mit verschlossenen Lippen nur den Buchstaben M sagen.
- Die Erfahrung göttlicher Wirklichkeit läßt sich nicht in Worte fassen.
- Und wenn die Lippen sich öffnen, beginnen sie, mit Worten das Unsagbare zu stammeln:
- Jesus Christus hat das Reich Gottes verkündet.“

Der heilige Bruno von Köln im Habit der Kartäuser, Darstellung aus dem Breviarium Cartusiani ordinis (1642)
FotoQuelle:commons.wikimedia (13.04.26), gemeinfei. Author Justus Perrot.
Mehr über den Kartäuser-Orden vgl. Etappe 14: Kartause Miraflores in Burgos; dazu paßt sehr gut der Film „Die große Stille“ aus 2005:
- Mitten in der Nacht rufen sie (die Kartäuser) zu Gott:
- „Herr, öffne meine Lippen. Damit mein Mund Dein Lob verkünde“ –
- Psalm 51,17. „Kommt, laßt uns jubeln vor dem Herrn“ –
- Psalm 95. Und dann öffnen sie ihre Lippen zum großen Lobgesang.“
Quelle: Betrachtungen von Hermann Rieke-Benninghaus, 2020. *) Kartäuser: Ordo Cartusiensis – von Bruno gegründet mit äußerst strenger Lebensweise / Askese. +
Der Film Die große Stille aus 2005, ausgezeichnet mit dem bayerischen Filmpreis 2005 und dem europäischen Filmpreis 2006, dokumentiert recht anschaulich das Leben der Mönche; gedreht in der Großen Kartause bei Grenoble.
Die Meseta: Prüfung für den Geist
Die Meseta (spanisch für Tisch) ist eine Hochebene, ein Hochplateau, das durch Randgebirge begrenzt ist: im Norden durch die Kantabrischen Gebirge, im Süden durch die Sierra Morena; im Südwesten geht die iberische Meseta über in die Extremadura +
Entlang des Camino Frances etwa 800 m hoch, rd. 170 bis 200 km lang zwischen den Provinzstädten Burgos und Leon, mit endlosen Weiten, schnurgeraden Wegen, leuchtenden Weizen- und Sonnenblumenfeldern und prinzipiell einem endlos scheinenden blauen Himmel + Schattenlos, da fast keine Bäume + im Sommer sengende Hitze + im Winter eisige Winde + Nicht wenige typische Wanderer sparen sich diese Strecke, weil langweilig und zu anstrengend + Der Peregrino autentico hingegen wird diese Zeit, ca. 8 Tage, ob seiner Monotonie genießen; Stichwort: Prüfung für den Geist + Er wird körperlich und mental gut drauf sein, die tiefe Ruhe, die Entschleunigung zu meistern + Meditative Momente einstreuen: gerade richtig, um über den Heiligen Geist der heiligsten Dreifaltigkeit (Trinität), der resp. die nur im tiefen Glauben ansatzweise erfassbar sein wird, nachzusinnen: meditieren, beten. + Kurzum: sich selbst begegnen +
Von Castrojeriz auf das Hochplateau, dem Tafelberg: 1,2 km steiler Anstieg, 12% Steigung. Foto: Blick zurück auf Castrojeriz.
Mehr lesen: Etappe 17: Castrojeriz über Itero de la Vega, Boadilla del Camino nach Fromista, 26 km. Meseta pur. Eine Gerichtssäule, die das Fürchten lehrt.
Vgl. auch Etappe 16: Zeit zum Nachdenken. Hornillos del Camino nach Castrojeriz, 21 Kilometer. – Jesus mit der Jakobsmuschel.


- Im Hochsommer kann das kontinentale Klima seine wahre Kraft entfalten:
- sengende Hitze, wenig Schatten, fast keine Bäume.
- Wenn es schlecht läuft: 9 Monate kaltes Wetter – 3 Monate Hitze pur
Der Jakobspilger durchquert die Nordmeseta (etwa 650 bis 900 Meter hoch) und einen Teil der Tierra de Campos (von Fromista bis nach Carrion de los Condes) in Ost-West-Richtung. Das gesamte Gebiet umfasst in etwa die Provinz Kastilien-Leon. Auf der Nordmeseta wie auf der Tierra de Campos wird Getreide- und Weinbau, sowie Schafzucht betrieben.
Je nach Berechnung und Betrachtung wird der Meseta eine Gesamstrecke bis zu knapp 200 km Länge attestiert – von Burgos bis Leon. + Die intensivsten Eindrücke verspürten wir allerdings erst ab Rabe de las Calzadas (kurz hinter Burgos) bis Hontanas (dort bricht quasi die Meseta ab) und dann wieder von Castrojeriz zum Plateaurand Mostelares (12% Steigung) und weiter bis Boadilla del Camino. +
Bezogen auf die Gesamtstrecke des Camino des Santiago von St.-Jean-Pied-de-Port in den französischen Pyrenäen aus (ca. 800km) sprechen wir dann von einer relativ kurzen Strecke, die, wie gesagt, recht einsam verläuft, wenig Abwechslung bietet +
Foto: Hochplateau von Castojeriz > Mostelares, passend zum Foto oben rechts .

Tipp: Genießt die Strecke von Sahagun bis El Burgo Ranero mit 18km (Teil der Meseta); sie wird vom (meiner Meinung nach) besten Pilgerführer Dietrich Höllhuber (DumontAktiv, 2006 + 2010) wie folgt beschrieben:
- „Der alte Weg von Sahagun nach El Burgo Ranero zieht wieder als Fußweg durch das sanft gewellte Land +
- Auch wenn die nahe Autobahn zu hören ist, ist dieses Stück königlich privilegierten Weges echter Camino.“
Video-Tipps Meseta
Per-Ola – a Swede in nature + 3330 Abonnenten + 9.727 Aufrufe 02.10.2023 MESETA + This film is about the Meseta. After walking about 10-12 days on the Camino de Santiago, your body starts to get used to walking and then you also arrive at the Meseta. Meseta Central is a high plateau in central Spain. The area it covers is huge and it also reaches the Camino Frances, between Burgos and Leon. This part of the Camino is famous among pilgrims because of the beautiful skies, the heat, the fields and long sweeping roads. Here, time and distance are sometimes difficult to determine. Many hikers „skip“ the Mesetan. Maybe because they think it will be boring, they are afraid of the heat or for some other reason. For me, the Meseta is one of the most amazing parts of the Camino de Santiago. It is on the Meseta that you are mentally tested and have the opportunity to think and reflect. In this video I will present what the roads look like along the Meseta, so expect nothing but roads and nature in this video. All music are from Youtube music lab.
Dieser Film handelt von der Meseta. Nachdem man etwa 10 bis 12 Tage auf dem Jakobsweg gewandert ist, gewöhnt sich der Körper allmählich an das Laufen, und dann erreicht man auch die Meseta. Die Meseta Central ist eine Hochebene in Zentralspanien. Das Gebiet ist riesig und reicht bis zum Camino Francés zwischen Burgos und León. Dieser Abschnitt des Jakobswegs ist bei Pilgern wegen des schönen Himmels, der Hitze, der Felder und der langen, weitläufigen Straßen beliebt. Hier sind Zeit und Entfernung manchmal schwer einzuschätzen. Viele Wanderer „überspringen“ die Meseta. Vielleicht, weil sie denken, es würde langweilig werden, weil sie Angst vor der Hitze haben oder aus einem anderen Grund. Für mich ist die Meseta einer der beeindruckendsten Abschnitte des Jakobswegs. Auf der Meseta wird man mental auf die Probe gestellt und hat die Gelegenheit, nachzudenken und zu reflektieren. In diesem Video zeige ich euch, wie die Straßen entlang der Meseta aussehen – erwartet also nichts als Straßen und Natur in diesem Video. Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Outdoor 4.250 Abonnenten + Speichern + 46.234 Aufrufe 12.01.2018 + Camino francés – das ist der Name des spanischen Jakobswegs, der die Pilger durch den Norden der Iberischen Halbinsel bis nach Santiago de Compostela führt. Wir wollen den Camino in drei Abschnitten mit insgesamt 33 Tagesetappen begehen. Nachdem wir im ersten Teilstück die Pyrenäen überquert haben und durch Navarra und die Rebenlandschaft Rioja nach Burgos in der Region Castilla y León gewandert sind,
führt uns der zweite Teil in acht Tagen von Burgos weiter in die Stadt León. Im Gegensatz zum ersten Teil mit seinen recht langen und anstrengenden Tagesetappen, lassen wir es im zweiten Teil etwas ruhiger angehen und kommen im Schnitt nach sechs Stunden Fußmarsch an unserem Tagesziel an. Die Landschaft der Meseta, durch die uns der Pilgerweg führt, ist geprägt durch die schier endlose Weite der mit Getreidefeldern bestandenen Hochebene. Doch was auf den ersten Blick eintönig wirkt, hat seinen ganz eigenen ästhetischen Reiz. Nur sollten wir stets auf ausreichende Trinkvorräte und einen guten Sonnenschutz achten, denn wir finden nur wenig Schatten und in den Sommermonaten brennt die Sonne erbarmungslos auf die Weiten der Meseta.
Über die Meseta hinaus mit bemerkenswert schönen Fotos von der Kathedrale Leons und auch noch Astorgas

Ideale Gelegenheit, über den Heiligen Geist nachzudenken: 3. Person der Trinität in der Einheit Gottes
Pfingsten. Geburtsstunde der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche
Jesus trat in ihre Mitte: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch + (…) hauchte er sie an und sagte: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen, denen ihr sie behaltet, sind sie behalten + Joh 20,19-23

Das Hervorgehen des Heiligen Geistes aus dem Vater und dem Sohn; Altarbild aus Saint-Marcellin, Boulbon (Provence, um 1450; heute im Louvre)
The doctrine of the Filioque, from the Boulbon Altarpiece: The Trinity with a donor presented by St. Agricol.
FotoQuelle: commons.wikimedia (29.05.26), gemeinfrei
Vorschlag: Meditation zu Matthäus 28,18-20
in der Betrachtung des hl. Irenäus von Lyon (um 130 – um 208)
| Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer + Darlegung der apostolischen Verkündigung, 6–8 (Démonstration de la prédication apostolique, trad. P. Verbraken/Orval; ins Dt. übers. © Evangelizo) + vgl. auch Serie Kirchenväter …(bitte scrollen) |
Der Auftrag des auferstandenen Jesus Christus an seine Jünger: „Tauft im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (vgl. Mt 28,19)
| Das ist die Richtschnur unseres Glaubens, das ist das Fundament unseres Bauwerks, das ist es, was unserem Verhalten Festigkeit verleiht. Erstens: Gott Vater, ungeschaffen, unbegrenzt, unsichtbar; der eine Gott, Schöpfer des Universums; das ist der erste Artikel unseres Glaubens. Zweiter Artikel: Das Wort Gottes, der Sohn Gottes, Jesus Christus, unser Herr; er wurde den Propheten geoffenbart, gemäß der Art ihrer Weissagungen und gemäß dem Ratschluss des Vaters; durch seine Mitwirkung wurde alles geschaffen; In der Fülle der Zeit – um alles kurz zusammenzufassen –, hat er sich herabgelassen, Mensch zu werden unter den Menschen, sichtbar, berührbar, um so den Tod zu vernichten, das Leben hervorzubringen und die Versöhnung zwischen Gott und den Menschen zu erwirken. Und der dritte Artikel: der Heilige Geist; durch ihn haben die Propheten geweissagt, haben unsere Väter die göttlichen Dinge gelernt und wurden die Gerechten auf den Weg der Gerechtigkeit geführt; als die Zeit erfüllt war, wurde er auf neue Weise auf die Menschen ausgegossen, um sie auf der ganzen Erde für Gott zu erneuern. |
| Deshalb steht die Taufe unserer neuen Geburt unter dem Zeichen dieser drei Artikel. Gott Vater gewährt sie uns im Hinblick auf unsere neue Geburt in seinem Sohn durch den Heiligen Geist. Denn jene, die den Heiligen Geist in sich tragen, werden zum Wort geführt, das der Sohn ist, und der Sohn führt sie zum Vater, und der Vater verleiht uns die Unsterblichkeit. Ohne den Geist ist es unmöglich, das Wort Gottes zu verstehen, und ohne den Sohn kann man sich nicht dem Vater nähern. Denn die Erkenntnis des Vaters ist der Sohn, und die Erkenntnis des Sohnes geschieht durch den Heiligen Geist, und der Sohn gibt den Geist, wie es dem Vater gefällt. |
Nachstehend einige ausgesprochen gute Predigten zu Pfingsten 2026, 24. Mai
Father Mike O `Connor fragt – mit eindrücklichen Worten – seine Gemeinde, ob und wie jeder einzelne von ihnen bereit ist, persönlich dem Heiligen Geist zu folgen, und, genauso wichtig, bereit sein, das Beste für seine Famililie, für die Kirchengemeinde, für die Community, für das Land zu wollen: aktiv.
Trotz hoher Austrittszahlen ruft der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki an Pfingsten zu einem selbstbewussten Glauben auf. „Am Pfingstfest geht es ans Eingemachte“, erklärte der Kardinal am Pfingstsonntag in einer Predigt im Kölner Dom. + Neue Gemeindegründungen lassen hoffen + Immer mehr junge Menschen finden dern Weg zum Katholizismus +
Pfingstpredigt Erzbischof Joseph Ratzinger 1978, München-Freising
Eintracht ist die Voraussetzung für die Gabe des Geistes und Gebet die Voraussetzung der Eintracht. Aber auch dies andere, das wir hörten, das wartende Offenstehen auf den Herrn, gehört dazu.
„Und hier gerade muss die Kirche unserer Zeit – wie mir scheint – ganz neu lernen.“
Bitte beachten. Das sagte der Erzbischof in 1978. Ratzinger beklagte also schon vor knapp 50 Jahren die Verbürokratisierung der Kirche zu Lasten der Verkündigung des Evangeliums.
Gebete zum Heiligen Geist
Heiliger Geist, gib mir den Glauben, der mich vor Verzweiflung und Laster rettet. Gib mir die Liebe zu Gott und den Menschen, die allen Hass und Bitterkeit vertilgt, gib mir die Hoffnung, die mich befreitvon Furcht und Verzagtheit. + Dietrich Bonhoeffer
Die Sendung des Heiligen Geistes auf Maria und die Apostel am Pfingsttag (Ingeborg-Psalter, um 1200) +
Wikipedia (29.05.26): Der Ingeborg-Psalter ist ein Psalter, der um das Jahr 1200 für Ingeborg von Dänemark, die Ehefrau des französischen Königs Philipp II. Augustus, angefertigt wurde. Bei diesem prachtvollen Manuskript handelt es sich um eines der Hauptwerke der französischen Buchmalerei der frühen Gotik. Heute befindet es sich im Musée Condé in Chantilly.
FotoQuelle: commons.wikimedia (29.05.26), gemeinfrei

Heiliger Geist, du Kraft und Leben, Dynamik des Alls und Wurzel der Schöpfung, reinige deine Schöpfung vom Schmutz, tilge die Schuld und salbe die Wunden. O strahlendes Leben, des Lobes wert, erwecke und wiedererwecke das All! + Hl. Hildegard von Bingen
Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe. Sende aus deinen Geist und alles wird neu geschaffen und du erneuerst das Antlitz der Erde. + Gebet der Legion Mariens
Komm, Heiliger Geist, herab zu mir, erleuchte mich, ich folge dir. + Tägliches Stoßgebet der hl. Edith Stein
Wer sich intensiv mit dem Camino de Santiago auseinandersetzt, sich vom genius loci ergreifen lässt, bereit ist, das Zeugnis der frühen Pilger wahrzunehmen, der wird automatisch ein Faible haben für mittelalterliche Geschichte, Politik und Theologie / Katholizität.
Den Jakobusweg als eine Lebensphilosophie begreifen + Pilger und Pilgerinnen, die sich die Fähigkeit des Staunens bewahrt haben: „Wer nach Santiago pilgert, kann nicht der gleiche bleiben.“ + Sie alle finden den Weg nach Compostela, zum Apostel Jakobus, zum Herrgott.
Der Reisebericht ist strukturiert + Wir nehmen euch mit auf vierunddreißig Etappen, in der Broschüre ausführlich beschrieben, an dieser Stelle mehrheitlich nur kurz angerissen mit der Nennung der jeweiligen Etappe, mögen sie im Einzelfall dreizehn oder achtunddreißig Kilometer lang gewesen sein, und dem zweiten Teil der Headline, der auf den Tenor der Etappen eingeht.
Beispiel 15. Etappe. „Elke, wir müssen mehr trinken.“ Aufmerksame Zuhörer + Hier erzählen wir von Räto, einem 45-jährigen erfolgreichen Schweizer Geschäftsmann, der einmal eine Auszeit einlegen wollte; da kam ihm der Jakobsweg gerade recht +
Oder 21. Etappe. Ein koreanischer Ex-Minister und eine Olympiasportlerin beeindrucken + Über zwei Stunden unterhielten wir uns mit dem Deputy Minister of Culture and Sports + und seiner sportlichen Frau Kim, Volleyballspielerin bei den Olympischen Spielen von München 1972. +
Mich interessieren gute Geschichten + Der Jakobsweg – die längste Kennenlernmeile + Ja, mag durchaus sein, jedenfalls für diejenigen, die keine innere Beziehung zum Camino aufbauen wollen oder können, die explizit das Abenteuer reizt + Die Etappen abreißen, gerne sportiv Strecken von nahezu 50km bewältigen, die üblichen Fragen stellen: Woher kommst du? Seit wann bist du unterwegs? Warum gehst du den Camino? Sich sodann selbst produzieren, schnörkellos, das allabendliche Pilgermenü im Fokus: trinken, Spaß haben, essen. +
Von diesen Pilgertouris werde ich nicht erzählen wollen + Im Vordergrund sollen auch nicht Wanderer stehen, die dem berühmtesten deutschen „Vorturner“ Hape Kerkeling nacheiferten frei nach dem Motto: Was der konnte, kann ich schon lange. + Mich interessieren in erster Linie Geschichtenerzähler mit Hintergrund, mit Substanz: Paul aus Toronto / Kanada + …..
Die Dreifaltigkeit: von den Bischöfen auf der 11. Synode von Toledo 675 n. Chr. formuliert + Allein der Glaube an den Auferstandenen vermag es, die Heiligste Dreifaltigkeit (Trinity) zu verstehen. + FotoZusammenschnitt: Mamre: Abraham begrüßt die 3 Männer + Meseta in der Gluthitze.