Priester und hauptamtliche Mitarbeiter des Erzbistums München-Freising wurden in der Osteroktav vom Erzbischof persönlich aufgefordert, die umstrittene Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ für Paare, die keine sakramentale Ehe eingehen können, als „Grundlage seelsorglichen Handelns“ einzuführen. +
Kardinal Marx stellt sich explizit gegen Rom, Vatikan, Weltkirche
Zitat Tagespost, 21.04.26. Dass die Weltkirche Segensfeiern für geschiedene Wiederverheiratete, gleichgeschlechtliche und queere Paare aus guten Gründen ablehnt, wird hier der praktischen Los-von-Rom-Theologie geopfert.

FotoQuelle: commons.wikimedia (24.04.26), gemeinfrei
Kardinal Marx während der Fragestunde nach seiner Rede auf der Konferenz des Loyola Institute im Trinity College Dublin im Juni 2016 über die Kirche in einer pluralistischen Gesellschaft.
Reinhard Kardinal Marx (2016)
Dem neugewählten Münchner Oberbürgermeister und dem Rest der Welt signalisiert die Münchner Ortskirche:
Man will offenbar auf der gesellschaftspolitisch richtigen Seite stehen, sich dem dem veröffentlichen Mainstream anschließen. + Weitere Ortsbischöfe folgen ihm, die diese Segnung einführen, wie die Bischöfe Bätzing (Limburg), Trier (Ackermann), Rottenburg-Stuttgart (Krämer) u.a.m.
Dürfen homosexuelle Paare förmlich gesegnet werden? In Deutschland ja, sagen mehrere Bistümer. Der Vatikan erteilt dem eine Absage: Papst Leo XIV. hat die Bistümer zurückgepfiffen.
Erzbischof Reinhard Kardinal Marx entfernt sich auch von Jesu-Anspruch – gemäß Johannes-Evangelium 19,18-22 -, sich nicht der Welt anzupassen
- 18 Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat.
- 19 Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben.
- Aber weil ihr nicht von der Welt stammt,
- sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe,
- darum hasst euch die Welt.
Mit diesem Diktum Jesu Christi scheint Kardinal Marx nicht einverstanden zu sein. +
Er scheut sich nicht, den gleichen Fehler machen zu wollen, Anbiederung an Politik und Zeitgeist / Mainstream, den nicht wenige Bischöfe in den Jahrhunderten zuvor später sehr bereut haben mit ihrer teils expliziten Anlehnung an die Regierenden (Autokraten, Reiche, Landbesitzer: zu Lasten der „einfachen“ Gläubigen.
Dass die Weltkirche Segensfeiern für geschieden Wiederverheiratete, gleichgeschlechtliche und queere Paare aus guten Gründen ablehnt, opfert der Münchner Erzbischof der praktischen Los-von-Rom-Theologie.
Als Ausgleich dafür (ironisch gemeint) hat sich der Herr Kardinal zeitgleich der Unterstützung „Marsch für das Leben“ versagt
Auch der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, will den Münchener Marsch fürs Leben nicht unterstützen“. + Das große Schweigen des Erzbischofs + „Wovor nur hat Kardinal Angst?„
Ist Kardinal Reinhard Marx dabei, die deutschen Katholiken ins Schisma gegen Papst Leo XIV. zu treiben?
Zitat David Berger. Der Konflikt verweist auf einen tieferliegenden Richtungsstreit zwischen der Weltkirche und der weitgehend gleichgeschalteten Amtskirche in Deutschland, deren Führungspersönlichkeiten,
- allen voran der Münchner Erzbischof Marx, mehr dem zum Nihilismus neigenden, linksgrün-woken Genderwahn der Regierenden in Deutschland
- als dem Papst und der katholischen Lehre verpflichtet fühlen.
- Und die so immer schamloser und unverantwortlicher gegenüber den ihnen anvertrauten Gläubigen auch ein Schisma und die Entstehung einer Nationalkirche provozieren.
- Hätte Marx noch ein wenig Anstand im Leib, würde er nun als Erzbischof von München zurücktreten.
Zitat David Berger: Papst Leo XIV. hat eine klare Grenze zu Homo-Aktivisten in der Kirche gezogen und die Billigung formalisierter Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare ausdrücklich ausgeschlossen. Damit reagiert der Heilige Stuhl direkt auf gefährliche antikatholische Entwicklungen in Deutschland – insbesondere auf eine jüngste Anweisung von Kardinal Marx aus München.
Der Papst stellte auf seinem Rückflug von seiner Pastoralreise durch Afrika klar, dass der Heilige Stuhl „nicht einverstanden“ sei mit ritualisierten Segnungen, die über das hinausgehen, was unter seinem Vorgänger erlaubt worden war:
Jesus als Weisheitslehrer: In der evangelischen Kirche gewinnt eine entkernte, liberale Theologie an Einfluss + Davor sind auch Katholiken und Evangelikale nicht gefeit.
Zitat: Aktuell breitet sich die sogenannte liberale Theologie immer weiter aus – und zwar quer durch alle Konfessionen und Richtungen. Zu ihren Grundzügen zählt eine Ablehnung der Gottessohnschaft Jesu im Sinne des kirchlichen Dogmas – und damit des christlichen Glaubens an den dreieinen Gott. Hinzu kommt eine vehemente Bestreitung der endzeitlichen Hoffnung auf einen „neuen Himmel und eine neue Erde“ (2. Petr 3,13).
Diese elementaren Glaubensinhalte als „mythologisch“ über Bord zu werfen, mag „zeitgemäß“ und intellektuell redlich wirken. Doch es bedeutet bei näherer Betrachtung die Ausrichtung an einem bestimmten Paradigma, nämlich an Immanuel Kants Vernunftkritik und Religionsphilosophie – und das auf Kosten der Treue gegenüber den kirchlichen Grundbekenntnissen.
Der Ursprung der liberalen Theologie ist bei dem einflussreichen protestantischen Theologen Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (1768–1834) auszumachen.
Nach dem Tod Barths aber konnte sich die liberale Theologie, der Kurturprotestantismus, in Deutschland zunehmend ausbreiten und immer mehr Lehrstühle erobern. Sogar die einstige „Apologetische Centrale“ und spätere „Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ (EZW) der EKD hat inzwischen ihren traditionsreichen „Materialdienst der EZW“ umbenannt in „Zeitschrift für Religion und Weltanschauung“, und ihr aktueller Referent Martin Fritz rät ausdrücklich davon ab, in der Kirche „das ‚orthodoxe‘ Bekenntnis, von hoher Christologie über Trinität bis zur Auferstehung der Toten, weiterhin ungebrochen zum Maßstab des Christlichen zu erklären.
Dass sich aber gleichartige Tendenzen auch in katholischer Theologie und Kirche ausbreiten, verwundert umso mehr, als hier stärker noch als im Protestantismus die Eucharistie mit ihrem Bezug aufs Kreuz Jesu Christi im Zentrum des kirchlichen Selbstverständnisses steht. Exemplarisch sei nur das neueste Buch des katholischen Bibelwissenschaftlers Peter Trummer genannt: „Jesus ohne Opfer“ (2026): Ganz offen wird da die „Vergottung“ der Person Jesu ebenso abgelehnt wie die Heilsbedeutung seines Todes – und überhaupt der „Kirchengott“! Jesus gilt nur noch als „Weisheitslehrer“ – eine exegetisch kaum zu rechtfertigende, jedenfalls höchst einseitige, um nicht zu sagen: ideologische Interpretation der Evangelien!
Der Autor ist evangelischer Pfarrer i. R. und apl. Professor für Systematische Theologie an der Universität Erlangen-Nürnberg.