… nach Exkommunikation der Piusbruderschaft, schafft keine Klarheit, während der Zuspruch zur Alten Messe exorbitant zunimmt. + Wir erinnern uns: Papst Franziskus hatte 2021 mit dem Motu Proprio Traditionis custodes die Feier der traditionellen lateinischen Messe erheblich eingeschränkt, obwohl Benedikt XVI. sie in 2007 ausdrücklich genehmigt hatte. Foto: Alte Messe. Missa Tridentina in Hannover.
Die Maßnahme von Papst Franziskus war eine deutliche Kehrtwende gegenüber der Entscheidung von Papst Benedikt XVI., der noch 2007 mit dem Motu Proprio Summorum Pontificum explizit bestätigt hatte, dass grundsätzlich jeder Priester die Messe im überlieferten römischen Ritus feiern könne.
Man könnte fast versucht sein zu konstatieren, dass der Heilige Vater (Franziskus) seinem Ehrentitel Pontifex maximus (Brückenbauer) partout nicht gerecht werden wollte: Brücken zu allen innerkirchlichen Gruppierungen zu schlagen, nicht auszugrenzen. + Warum aber schweigt Papst Leo XIV.?

Über viele Jahrhunderte hinweg wurde die überlieferte Liturgie in nahezu allen Teilen der Welt gefeiert. Sie prägte das geistliche Leben zahlloser christlicher Generationen und brachte unzählige Heilige hervor.
Lob der alten Messe + „Reiseführer für Neugierige“ zur Alten Messe + Ein persönlicher Zugang zur überlieferten Liturgie
Regina Einig von der Tagespost bespricht am 9. August 2026 das neue Büchlein des Autors: Eduard Habsburg-Lothringen: Abenteuer „Alte Messe“ – Ein Reiseführer für Neugierige, Bad Schmiedeberg: Renovamen-Verlag, broschiert, 83 Seiten, EUR 3,00.
Zitat: Als „Reiseführer für Neugierige“ kommt die Publikation entspannt und unideologisch daher. Der Leser erhält historische Informationen über die Alte Messe und das unprätentiöse Zeugnis eines Spätzünders, der den überlieferten Ritus erst nach dem 50. Geburtstag kennenlernte. Kein falscher Zungenschlag wertet die nachkonziliare Liturgiereform ab.
Dass der Autor auch weiterhin Messfeiern im Novus Ordo besucht, entzieht vordergründigen Kritiken den Boden. Hier schreibt kein Nostalgiker, sondern ein Laie, der die traditionelle Liturgie als Kraftquelle für seinen Alltag schätzen gelernt hat. Die Fremdheit des überlieferten Ritus wird positiv als Wachstumschance statt als Grund zur Klage aufgefasst. Gerade die Verantwortung des Familienvaters macht das Glaubenszeugnis Habsburgs wertvoll: In der „Alten Messe“ sind in den letzten Jahrzehnten zunehmend Väter angekommen, die ihr Eheversprechen, die Kinder im christlichen Glauben zu erziehen, überdurchschnittlich ernst nehmen.


Andernfalls bliebe der Rat des Autors, über einen längeren Zeitraum einmal oder zweimal pro Woche in der Frühe eine stille Messe im überlieferten Ritus zu besuchen, unverständlich. Das Büchlein ist mehr als eine Gebrauchsanweisung für die alte Messe:
Es erinnert Geistliche daran, dass ein Leben ohne zelebrationsfreien Wochentag ein unersetzliches Zeugnis für die Gemeinde ist. Die tägliche Messfeier des Priesters fördert den Glauben der Laien an die Eucharistie. Er gehe öfter unter der Woche in die Messe als vorher, bekennt der Autor. Kann es ein größeres Lob für das Messopfer geben?
Kardinal Rouco Varela, em. Erzbischof von Madrid
Verständnis für jene, die den alten Ritus wollen.
„Ich glaube, wir müssen liturgische Missbräuche beenden, die die Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils leugnen. Die Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils muss richtig gefeiert werden“ + „Und dann brauchen wir Verständnis für jene, die den alten Ritus wollen.“
Kardinal Kurt Koch: „Wir müssen das überdenken“
Kardinal Kurt Koch, der Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, hat sich für eine Überprüfung von Traditionis custodes ausgesprochen. Warnte Koch vor Selbstgerechtigkeit gegenüber der Piusbruderschaft.
„Ich denke, es könnte in Richtung Selbstgerechtigkeit gehen, wenn wir die Bruderschaft einfach verurteilen und sagen, sie sei auf dem falschen Weg, ohne zu fragen, ob es in der Kirche heute grundlegende Defizite gibt, an die die Bruderschaft erinnert“.
Kardinal Angelo Bagnasco, em. Erzbischof von Genua, ehemaliger Präsident sowohl der italienischen Bischofskonferenz (CEI) als auch des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) + Zwei Formen des einen Ritus
„Das Dokument Summorum Pontificum schafft keinen neuen liturgischen Ritus, sondern erkennt innerhalb des einen römischen Ritus eine ordentliche und eine außerordentliche Form an“ +
Die Einheit des Glaubens steht nicht in Frage, sondern die legitimen persönlichen Empfindsamkeiten“ + Das Wohl der Seelen ist die Mission der Kirche“
Erzbischof Georg Gänswein: „Ich glaube, dies ist der Kairos“
Erzbischof Georg Gänswein, Apostolischer Nuntius für die baltischen Staaten und langjähriger Sekretär Benedikts XVI., hat sich für eine sofortige Aufhebung der Beschränkungen für die alte Messe ausgesprochen. + Kairos: Die gute Gelegenheit, der richtige Zeitpunkt
Papst Franziskus habe mit Traditionis custodes „einen Fehler gemacht, ohne es zu merken“, sagte Gänswein und verwies darauf, dass die Mehrheit der Bischöfe die Öffnung durch Summorum Pontificum unterstützt habe.

Bischof Frederik Hansen, Oslo: Alte Messe bleibt jeden Sonntag in Oslo
Hansen kündigte an, das Angebot an überlieferter Liturgie in seinem Bistum bei Bedarf auszubauen. „Die Messe nach dem Messbuch von 1962 wird jeden Sonntag in der Kirche St. Joseph in Oslo gefeiert. Das wird so bleiben. Wenn es Bedarf gibt und es dem Wohl der Kirche und der Seelen dient, werde ich diese Form der Messfeier in unserer Ortskirche auch ausweiten“
Bischof Czeslaw Kozon, Kopenhagen: „Man sollte die Menschen nicht marginalisieren“
Zur Regelung durch Traditionis custodes sagte der Bischof: „Man sollte die Menschen, die der alten Messe nahestehen, nicht marginalisieren,

… und es sollte keine Konkurrenz zwischen den beiden Messformen geben.“
Rom 2018. Beispielfoto. Bischof Kozon zelebriert die Messe aller Zeiten.