9. Etappe. 12. Mai. Heiße Quellen in Caldas de Reis. 23 Kilometer von Pontevedra aus

Frühstück wie gehabt um 8Uhr. Zusammen mit Hajo und den Kanadiern. Wie gehabt: Breakfast mäßig mit einem Croissant, einer Tasse Kaffee, O-Saft, Marmelade und Butter.

8Uhr30 weg, Camino durch die Stadt gut zu finden, vor uns unsere Mitstreiter Hajo und Harold und Irene. Nach zwei Stunden die erste Pause, treffen uns zum Plausch im Cafe. Getrennt weg. Treffen irgendwann wieder auf den Hajo, gehen ein Stück miteinander.

Die vor uns liegende Strecke, letztlich 23 km, sollte uns an sich nicht allzu anstrengen, es wird keine nennenswerten Steigungen geben. Dafür wird es wieder zu heiß, für mich jedenfalls. Elke schmerzen die Fußballen. Sie schleppt sich zum Hotel.                                                                                                                              

Es liegt kurz hinter der römischen Brücke. Caldas de Reis ist berühmt für seine heißen Thermalquellen (nichts anderes bedeutet der Ortsname) – angeblich schon von den Neandertalern, auf jeden Fall von den Kelten genutzt und von den Römern ausgebaut.

Unser Hotel Davila, der aufmerksame Leser wird mittlerweile gemerkt haben, dass wir bis dato kein einziges Mal in einer Herberge übernachteten, und das wird auch so bleiben; also, das Hotel Davila verfügt über eine dieser Quellen. Eigentlich hätten Elke und ich ein heißes Bad nehmen sollen. Eigentlich!

2006 haben wir das Für und Wider der Herbergsübernachtungen zu genüge kennengelernt. Diesmal gönnen wir uns nur Hotels, wollen uns bewusst nicht die Enge und teils mangelhafte Sanitäranlagen antun. Ich denke, nächstes Jahr wird es wieder anders sein. Es wird Orte geben, wo es nur Herbergen gibt – keine Hotels oder Pensionen.

Warum zeige ich dieses Foto? Es symbolisiert in etwa die gegenwärtige (2011) Malaise Spaniens. Der Bauboom ist geplatzt, viele verwaiste Rohbauten beweisen dies eindrücklich.

Warum zeige ich dieses Foto? Es symbolisiert in etwa die gegenwärtige Malaise Spaniens. Der Bauboom ist geplatzt, viele verwaiste Rohbauten beweisen dies eindrücklich.

Das Zimmer ist, so empfinde ich es, eine Zumutung. Viel zu heiß, es gibt keine Klimaanlage, das Fenster war geöffnet, der Raum aufgeheizt. Elke ist das egal. Sie liegt auf dem Bett, das sie, es ist erst viertel vor zwei Uhr, bis 20 Uhr auch nicht verlassen wird. So muss ich einkaufen, den Supermercado suchen. Als Belohnung gönne ich mir ein kaltes Bier. Denn: einer mir von Elke auferlegten Strafe muss ich ja noch nachkommen, ich hatte ihr zu wenig Pausen zugestanden:

Wäsche waschen und fürs Trocknen sorgen. Den Tag über gab es wenig Ordentliches zu essen. Das Frühstück im Hotel war auch nicht gerade üppig: Ein Croissant, eine Tasse Kaffee (con leche), ein Glas O-Saft, etwas Marmelade und Butter. Diese Variante kennen wir doch, nicht wahr. Und das in diesem guten Hotel? Strange! Hajo, Harold und Irene erging es nicht anders. Sie betteten ihr Haupt gleichermaßen im Virgen. „Which coincidence,“ I said to Harold.

Das Pilgermenü im Restaurant Lotus, direkt gegenüber dem gleichnamigen Hotel, ist zufriedenstellend. Nach und nach finden sich viele Wanderer ein. Hajo darunter, seetzt sich zu uns. 35 Euro. Der Fernseher tönt laut.Am Nachbartisch Pilger aus Baden-Baden resp. Basel/Karlsruhe.

Die drei Deutschen aus Cesantes werden ihrem Ruf gerecht, sie grüßen nicht.

Morgen nach Padron wird uns eine „normale“ Strecke erwarten, aber übermorgen auf der Schlußetappe, da wird es für die Elke sehr anstrengend werden.