Folgt man jedoch der Autobiografie von Papst Franziskus „Hoffe“ (Seiten 263-266) müssen diese großartigen Menschen, Politiker, Heilige, Märtyrer, „rückständig“ gewesen sein, weil nicht fortschrittlich; als könne man die Offenbarung Jesu Christi der jeweiligen Zeit anpassen. Franziskus nennt den Traditionalismus das in jedem Jahrhundert neu auftretende Beharren auf ‚Rückständigkeit‘, also wäre auch „sein“ Ordensgründer Ignatius von Loyola rückständig. + FotoCollage: Charles de Gaulle und Konrad Adenauer + Edith Stein + Pater Pio + Maximilian Kolbe (Beschreibung und Quelle s.u.)
Prof. Robert Spaemann in 1992 *)
- ➲ Wo eine solche geradezu magische Berührungsangst vor der Liturgie unserer Väter und Mütter
- sowie der meisten unserer Heiligen kultiviert wird,
- da drängt sich der Schluß auf, dass mit dieser Reform (2. Vatikanisches Konzil 1962/65 + Liturgiereform 1969) irgend etwas nicht stimmt,
- dass hier nicht eine lebendige und gelebte Tradition fortgebildet wurde,
- sondern ein Bruch stattfand.
Wo bleibt die Barmherzigkeit des Stellvertreters Christi?
Denn: Franziskus wirft nicht nur den Priestern, sondern auch den Gläubigen der Messe aller Zeiten „sektiererische Modernität“ vor. – In seiner Autobiografie „Hoffe“ attestiert er ihnen weiterhin Affektstörungen, Verhaltensprobleme, persönliches Unwohlsein und ernsthafte Unausgeglichenheit. –
Warum distanziert sich sein Nachfolger Papst Leo XIV. nicht von dessen Äußerungen?
Warum stellt Leo XIV. nicht ein für allemal fest, dass es keine Trennung vor und nach dem Konzil 1962/65 gab? + also kein „Nicht hinters Konzil“
Wie Papst Benedikt XVI. schon als Professor und Bischof gegenteilig vermutete! + Dass die Ergebnisse aller Konzilien nach wie vor gelten, also das von Vaticanum I (1869) über das Konzil von Trient (16. Jh.) bis zu denen der Urgemeinde. + Es scheint aber so zu sein, dass eben diese Lehrentwicklung von der Urgemeinde Jesu bis zum Konzil von vielen Anhängern des 2. Vatikanischen Konzils mit Mißtrauen betrachtet wird: sie sei eine angebliche Entstellung und Verzerrung der Botschaft Jesu.
- Alle Riten der lateinischen Kirche wurden seitens Papst Pius V. (Konzil Trient 1545- 1563) akzeptiert, soweit sie mehr als 150 Jahre bestanden + und später weiterhin bestanden bis ca. Anfang der 1970er.
Zitate Papst Franziskus:
- Die Einstellung der Priester der „Alten Messe “ (Zitat): „geht meist einher mit kostbaren, kostspieligen Gewändern, mit Stickerei, Spitzen und Stolen.“
- Dies sei keine Freude an der Tradition, sondern blanke Zurschaustellung von Klerikalismus, keine Rückkehr zum Heiligen, sondern sektiererische Modernität.“
- „Manchmal verbergen sich hinter diesen Kostümierungen ernsthafte Unausgeglichenheit, Affektstörungen, Verhaltensprobleme oder ein persönliches Unwohlsein, das instrumentalisiert werden kann.“
- Zitat kath.net: „Mit den Priesteramtskandidaten der „Alten Messe“ stimme meistens etwas nicht, etwas, das sie dazu treibt, ihre Persönlichkeit hinter starren und sektiererischen Konzepten zu verbergen.“
Robert Spaemann *) zur „göttlichen“ Liturgie von himmlischer Schönheit – über tausend Jahre Mitte aller Künste
Es ist gerade der sogenannte „Progressismus“ in der Kirche, der solchen legitimen, organischen Fortschrift nicht anerkennt und häufig die Quelle gegen den Strom ausspielt.
- „Die fortschrittlichen Christen sind die Heiligen.
- Jeder fortschrittliche Christ muß die Überlieferung – die traditio – der Apostel sorgfälig bewahren (conservare) und weitergeben.
- „Bleibe bei dem, was due gelernt hast und womit du vertraut bist“ – 2. Paulusbrief an Timotheus 3,14
- „Kehrt um!“ – so beginnt die Predigt des Herrn nach Markus 1,15 –
- ebenso wie die Johannes` des Täufers (Mk 1,4).
- „Kehre zurück!“ – so spricht Gott immer wieder zu seinem Volk im Alten Bund.
- „Ich will das Verirrte zurückbringen“, so seine Verheißung nach Ezechiel 34,16.
- Legitimer Fortschritt ist immer organische Fortentwicklung der Tradition. „
„Als Kardinal Lustiger in Notre Dame von Paris, als der Bischof von Straßburg in seinem Münster, als Kardinal Ratzinger inmitten der Priesterbruderschaft St. Petrus in Wigratzbad feierliche Hochämter im alten römischen Ritus feierten, da wurden erste Schritte getan, um den Bann der kollektiven Verdrängung zu brechen. Erst wenn er wirklich gebrochen ist, wird der Weg frei für eine Reform, die den Namen Fortschritt verdient.“ – S. 9.
*) Prof. Robert Spaemann (1927-2018), katholischer Philosoph, Exeget der Missa Tridentina. Büchlein: Was heißt Fortschritt, CKJ 1992, mit dem Nachwort seines ehemaligen Schülers Pater Engelbert Recktenwald FSSP.
Quellen:Padre Pio da Pietrelcina – Pio von Pietrelcina – Wikipedia + File:Fr.Maximilian Kolbe 1939.jpg – Wikimedia Commons + File:Edith Stein (ca. 1938-1939).jpg – Wikimedia Commons + File:Bundesarchiv B 145 Bild-F015892-0010, Bonn, Konrad Adenauer und Charles de Gaulle.jpg – Wikimedia Commons + https://commons.wikimedia.org/wiki/File:JeanMarieLustiger1.jpg + https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Papa_Paolo_VI_consegna_l%27anello_cardinalizio_a_Joseph_Ratzinger.jpg +