10. Mai, 7. Etappe, knapp 17 km von O Porrino nach Redondela + Eine Bedienung, die nur spanisch versteht.

Elkes Unmut ist verflogen. Im Gegenteil, sie ist geradezu begeistert von der Umgebung, dem See, der Promenade, vom heißen Wind. Wir genießen die Stunden. + Über das zugeteilte Frühstück hatte ich schon gesprochen. Verlassen das Hostal um kurz nach 8 Uhr.

Zurück zur Etappe. Elke ist gut drauf, den steilen Auf- wie Abstieg vor Redondela hat sie gut verkraftet, sie will sogar weiterlaufen bis Arcade. Ich hab`s nicht verstanden, warum? Macht keinen Sinn. Der Weg ist ansonsten so gerade tolerabel, die enorme Hitze macht zu schaffen.

Steuern gleichwohl bereits um 13Uhr30 das Hotel an, trotz mehrerer Pausen, wobei die Preise zum Beispiel für ein Glas Orangensaft mit 3,70 ganz schön happig waren.

Gemütlich sitzen wir auf der Hotel-Terrasse. Das Bier zischt, der Körper warm und kalt abgeduscht, der Salat schmeckt vorzüglich. Taxis kommen, es entsteigen nicht so wenige Pilgerinnen, die keine Lust verspürt hatten, von Redondela nach Cesantes durchzulaufen. So heißt der Vorort. Wer es mag.

Impressionen vom Verlassen des Hotels in O Porrino

Mittlerweile ist es viertel nach acht Uhr abends geworden. Zeit für  Dinner. Fast kein weiterer Gast da. Den drei Damen ist es wohl zu teuer, sie speisen in einer Snackbar, nicht aber die drei Deutschen, zwei Männer und eine Frau. Einer davon wird auf dem Rückflug neben uns sitzen, wieder nicht den Mund aufkriegen, noch nicht einmal zum Gruß. So auch heute. Er brilliert mit ausgezeichnetem Spanisch, so scheint es; das Paar, das hinzustößt, grüßt ebenfalls nicht, wie immer, wenn wir sie sehen. Ob sie wohl Berührungsängste haben?                                                                                                                            

Geld jedenfalls scheint keine Rolle zu spielen. Es wird fürstlich gespeist. Wir hingegen bescheiden uns, die Bedienung ist unfreundlich, zeigt kein Engagement, spricht kein Englisch. Das zeigt Auswirkungen. Nächsten Morgen erhalte ich von der Chefin die an sich zu bezahlende Flasche Wasser umsonst: „For your inconvenience“, oder so ähnlich.

Fortsetzung Impressionen kurz vor Redondela, Cesantes

Gleichwohl, ich verstehe es nicht. Diese Hotels leben mittlerweile ausgesprochen gut von den Pilgern, überwiegend Deutsche oder Englischsprachige. Zumindest eine gut lesbare Menükarte sollte doch drin sein.

Tage später treffen wir zwei sehr junge Frauen, die uns nach der Herberge in Santiago befragen. „Habt Ihr denn nicht einen Reiseführer“, frage ich. „Nö, warum denn. Wir können doch englisch.“ Und weiter: „Das hat uns allerdings überhaupt nicht geholfen. Keiner spricht auch nur ansatzweise ein bisschen englisch.“ Wir sind also nicht die einzigen, die diesen Umstand reklamieren. Das Trinkgeld fiel halt nicht mehr so üppig aus.

Vorschau Etappe 8

Ich zu Elke: „Sind das da nicht vorne die Kanadier?„Ja, ja“, + „Gleich werden wir sie erreichen.“ Und das ist auch gut so. Denn: Harold wird mir helfen. Gleich dazu mehr.