Wer ist der wahre Pilger? + A. Pombo antwortet

Ein wiederkehrendes Thema, seit unserem ersten Camino Frances 2006. + Der Protagonist von gronze.com bringt es auf den Punkt: sich nicht vom Tourismus dominieren lassen. + Pombo gilt als der spanische Jakobspilger-Fachmann schlechthin. + Deutsche Übersetzung + Sehr lesenswert. + FotoZusammenschnitt: Koffer-Wanderer vs koreanisch christliche Peregrinos.

  1. Absatz: Tagtäglich taucht diese Frage auf, wenn über die Zahlen des Jakobswegs gesprochen wird – Zahlen, die selbst Papst Franziskus infrage gestellt hat .
  2. Es ist zwar statistisch gesehen sehr praktisch, Pilger mit denen gleichzusetzen, die in Santiago ankommen und die Compostela-Urkunde erhalten,
  3. doch wir alle wissen, dass diese Zahl weder alle Anwesenden noch die gesamte Bevölkerung erfasst.

Fotobeschreibung: von lks. nach rechts: Für mich „wahre Pilger“ aus Korea + Die begüterten VIPs, ebenfalls aus Korea) gleichermaßen wahre Peregrini: Reisebericht Etappe 21: Bercianos de Real Camino über El Burgo, Reliegos nach Mansilla de las Mulas, 27 Kilometer + Ein koreanischer Ex-Minister und eine Olympiasportlerin von München beeindrucken. + Oder Webseite: Dort, wo Pilger aller Länder sich treffen: bitte scrollen zu: Begegnungen in Fromista und Mansilla de las Mulas +

Weiter im Text: Darüber hinaus beharrt die Tourismusbranche, deren akademische Sichtweise sich rücksichtslos anderen Disziplinen aufzwingen will, darauf, Pilger – in ihrem Jargon dies als unumstößliche Wahrheit anzusehen – als Touristen zu klassifizieren, nur weil sie reisen und fernab von zu Hause übernachten.

Anton Pombo: Wir halten es für unerlässlich, dem Vormarsch der Tourismusmanager, die den Jakobsweg heute nach ihren eigenen Interessen kontrollieren,

  • Widerstand zu leisten
  • und uns ihren Vorstellungen und Definitionen nicht zu unterwerfen

Denn, wie ein erfahrener Hospitalero einmal sagte: 

  • Wir, die wir Menschen in einer Herberge willkommen heißen, erkennen sofort
  • an ihrem Aussehen, ihrer Sprache und ihrem Verhalten,
  • wer ein Pilger ist und wer nicht. 

Ohne Dutzende von Artikeln, Konferenzberichten, Doktorarbeiten und dicken Wälzern voller Zitate lesen zu müssen, die die Sache erklären;

  • Es ist nicht so schwer, Recht zu haben, wenn man ständig an vorderster Front ist,
  • dort, wo das Geschehen ist –
  • eine Realität,
  • die Theoretiker am Schreibtisch, fernab der intensiven Erfahrungen des Jakobswegs, völlig ignorieren.