„Und das war ihr Fehler.“ + Folgt man nämlich der Autobiografie von Papst Franziskus „Hoffe“ aus 2025 (Seiten 263-266) müssen diese großartigen Menschen, Politiker, Heilige, Märtyrer, „rückständig“ gewesen sein, weil nicht ihrer Zeit voraus, ihrem Jahrhundert erlegen. Als könne man die Offenbarung Jesu Christi der jeweiligen Zeit anpassen. + Franziskus nannte den Traditionalismus das in jedem Jahrhundert neu auftretende Beharren auf ‚Rückständigkeit‘, also wäre auch „sein“ Ordensgründer Ignatius von Loyola (16. Jh.) rückständig. + FotoCollage: Charles de Gaulle und Konrad Adenauer + Pater Pio + Edith Stein + Maximilian Kolbe (Quelle:Beschreibung s.u.)
Die Begründung Rückständigkeit ist nicht stichhaltig.
Es muss mehr dahinter stecken.
Mehr Grundsätzliches: Anpassung von Theologie und Dogmatik an den Zeitgeist, Relativierung der traditionellen Lehre. + Der großartige katholische Philosoph Prof. Robert Spaemann (1927-2018) ging schon in 1992 darauf ein, also zu Zeiten Papst Johannes Pauls II. und Kardinal Joseph Ratzingers als Präfekt der Glaubenskongregation, die beide die „Alte Messe“ nicht rundweg (JP II.) ablehnten resp. sie sogar selbst (Kardinal Ratzinger) in Wigratsbad, dem Sitz der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP), feierten. +
Es sollte allerdings noch 15 Jahre dauern, bis Papst Benedikt XVI. sich wagte,
die Messe aller Jahrhunderte offensiv in den Fokus zu rücken, ein Geschenk für glaubenstreue Katholiken. Die betreffende Schrift (Motu proprio) aus 2007 nannte er Summorum Pontificum. (bitte bis zum Pkt. Papst Benedikt XVI. bestätigt überlieferten Ritus scrollen): +
Papst Benedikt XVI. 2007
„Was jahrhundertelang gefeiert wurde, kann nicht widerrufen werden.
- Der alte Ritus war nie verboten:
- (…) es (ist) erlaubt, das Messopfer nach der vom sel. Johannes XXIII. promulgierten
- und niemals abgeschafften Editio typica des Römischen Messbuchs
- als außerordentliche Form der Liturgie der Kirche zu feiern.„
Zum Einstieg Prof. Robert Spaemann in 1992 *)
Warum so viele Kleriker (Papst Franziskus), Kardinäle, Bischöfe, Pfarrer, Priester, Ordensleute und Theologen sich gegen die Liturgie der „Alten Messe“ aussprechen
- ➲ Wo eine solche geradezu magische Berührungsangst vor der Liturgie unserer Väter und Mütter
- sowie der meisten unserer Heiligen kultiviert wird,
- da drängt sich der Schluß auf,
- dass mit dieser Reform (2. Vatikanisches Konzil 1962/65 + Liturgiereform 1969) irgendetwas nicht stimmt,
- dass hier nicht eine lebendige und gelebte Tradition fortgebildet wurde,
- sondern ein Bruch stattfand.
Zurück zu Papst Franziskus und Leo XIV.
Wo bleibt die Barmherzigkeit des Stellvertreters Christi?
Denn: Papst Franziskus wirft nicht nur den Priestern, sondern auch den Gläubigen der Messe aller Zeiten „sektiererische Modernität“ vor. In seiner o.a. Autobiografie „Hoffe“ aus 2025 attestiert er ihnen weiterhin
- Affektstörungen,
- Verhaltensprobleme,
- persönliches Unwohlsein
- und ernsthafte Unausgeglichenheit.
Warum distanziert sich sein Nachfolger Papst Leo XIV. nicht von dessen Äußerungen?
Warum stellt Leo XIV. nicht ein für allemal fest, dass es keine Trennung vor und nach dem Konzil 1962/65 gab/gibt? + also kein „Nicht hinters Konzil“
Wie Papst Benedikt XVI. schon als Professor und Bischof gegenteilig vermutete und deklamierte, also entgegen dem Konzil der Medien, dass es kein VOR und NACH dem Konzil geben könne – keinen Bruch!
Dass die Ergebnisse aller Konzilien nach wie vor gelten, also jenes Vaticanum I von 1869/1870 über das Konzil von Trient (16. Jh.) zurück bis zu dem der Urgemeinde 48 n. Chr. mit den Aposteln ist nach dem Verständnis der Kirche ein Selbstgänger.
- Es scheint aber so zu sein, dass eben diese Lehrentwicklung von der Urgemeinde Jesu bis zum Konzil 1962/65 von vielen Anhängern des 2. Vatikanischen Konzils mit Mißtrauen betrachtet wurde resp. wird: sie sei eine angebliche Entstellung und Verzerrung der Botschaft Jesu.
- Alle Riten der lateinischen Kirche wurden wurden ein für alle Mal seitens Papst Pius V. während des Konzils von Trient 1545- 1563) akzeptiert, soweit sie zu dem Zeitpunkt mehr als 150 Jahre bestanden,
- und gar weiterhin bestanden bis ca. Anfang der 1970er.
Zitate Papst Franziskus
- Die Einstellung der Priester der „Alten Messe “ (Zitat): „geht meist einher mit kostbaren, kostspieligen Gewändern, mit Stickerei, Spitzen und Stolen.“
- Dies sei keine Freude an der Tradition, sondern blanke Zurschaustellung von Klerikalismus, keine Rückkehr zum Heiligen, sondern sektiererische Modernität.“
- „Manchmal verbergen sich hinter diesen Kostümierungen ernsthafte Unausgeglichenheit, Affektstörungen, Verhaltensprobleme oder ein persönliches Unwohlsein, das instrumentalisiert werden kann.“
- Zitat kath.net: „Mit den Priesteramtskandidaten der „Alten Messe“ stimme meistens etwas nicht, etwas, das sie dazu treibt, ihre Persönlichkeit hinter starren und sektiererischen Konzepten zu verbergen.“
Robert Spaemann *) zur „göttlichen“ Liturgie von himmlischer Schönheit – über tausend Jahre Mitte aller Künste
Es ist gerade der sogenannte „Progressismus“ in der Kirche, der solchen legitimen, organischen Fortschrift nicht anerkennt und häufig die Quelle gegen den Strom ausspielt.
- „Die fortschrittlichen Christen sind die Heiligen.
- Jeder fortschrittliche Christ muß die Überlieferung – dietraditio – der Apostel sorgfälig bewahren (conservare) und weitergeben.
- „Bleibe bei dem, was due gelernt hast und womit du vertraut bist“ – 2. Paulusbrief an Timotheus 3,14
- „Kehrt um!“ – so beginnt die Predigt des Herrn nach Markus 1,15 –
- ebenso wie die Johannes` des Täufers (Mk 1,4).
- „Kehre zurück!“ – so spricht Gott immer wieder zu seinem Volk im Alten Bund.
- „Ich will das Verirrte zurückbringen“, so seine Verheißung nach Ezechiel 34,16.
- Legitimer Fortschritt ist immer organische Fortentwicklung der Tradition. „
„Als Kardinal Lustiger in Notre Dame von Paris, als der Bischof von Straßburg in seinem Münster, als Kardinal Ratzinger inmitten der Priesterbruderschaft St. Petrus in Wigratzbad feierliche Hochämter im alten römischen Ritus feierten, da wurden erste Schritte getan, um den Bann der kollektiven Verdrängung zu brechen. Erst wenn er wirklich gebrochen ist, wird der Weg frei für eine Reform, die den Namen Fortschritt verdient.“ – S. 9.
*) Prof. Robert Spaemann (1927-2018), katholischer Philosoph, Exeget der Missa Tridentina. Büchlein: Was heißt Fortschritt, CKJ 1992, mit dem Nachwort seines ehemaligen Schülers Pater Engelbert Recktenwald FSSP.
Quellen:Padre Pio da Pietrelcina – Pio von Pietrelcina – Wikipedia + File:Fr.Maximilian Kolbe 1939.jpg – Wikimedia Commons + File:Edith Stein (ca. 1938-1939).jpg – Wikimedia Commons + File:Bundesarchiv B 145 Bild-F015892-0010, Bonn, Konrad Adenauer und Charles de Gaulle.jpg – Wikimedia Commons + https://commons.wikimedia.org/wiki/File:JeanMarieLustiger1.jpg +