Christentum bringt radikal Neues. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab,

damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird – Joh 3,16, EÜ 1980. Foto: Kreuzweg Lourdes.

An dieser Stelle geht es um das radikal Neue und Singuläre, das mit Jesus Christus in die Welt gekommen ist, nämlich Jesu Christi-Offenbarung. Das Wissen darum ist heute in weiten Teilen der Christenheit in Vergessenheit geraten. Jesus Christus hat sich für uns an das Kreuz schlagen lassen, um die Menschheit zu erlösen, gestern, heute, morgen. Christus hat mit seinem Kreuzestod unsere Sünden auf sich gezogen. Wir wissen uns in ihm geborgen.

Jesus hat die Welt total verändert: Alle Menschen sind gleich, junge wie alte, Kinder, Frauen wie Männer, Kaufleute, Handwerker, ihre Mitarbeiter, unabhängig von Geburt und Rang, Adel, Kaiser, Kleriker. Darauf gründet die Menschenwürde. Bis dato wurde unnützes Leben aussortiert – im Römischen Reich, in Athen, in der Antike.

Wer Christus aus freiem Willen heraus folgt, wird in die himmlische Herrlichkeit eingehen, oder wie Jesus zum Pharisäer Nikodemus sagt (Joh 3,3/5):  Wenn jemand nicht von neuem, nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Kulturchristentum vs Verkündigung der Frohen Botschaft

Die heutige Situation sieht ganz anders aus! Der Taufscheinschrist hat diesen Erlösungsgedanken verworfen, negiert die Transzendenz, gibt sich vielfach mit dem zufrieden, was ihm Theologen und Kleriker suggerieren, nämlich dass das Kulturchristentum reiche, das Ausleben und  Fördern universaler Menschlichkeit.

Jedoch, und darüber sollte sich der jeder Katholik, jeder Anhänger des Synodalen Weges *1), im Klaren sein: Ohne Leitplanken, also ohne Gott als oberste Instanz, bewegen sich Gesellschaften – locker formuliert – letztlich hin zu Sodom und Gomorrha. Anders ausgedrückt: Der Mensch setzt sich an die Stelle Gottes, trifft willkürliche Entscheidungen, gerne zu Gunsten der Nomenklatura, der privilegierten Klasse, zu Lasten der Menschen. Der Mensch muss sich Grenzen setzen, sonst ist er zu allem fähig.

Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ – Ernst Wolfgang Bockenförde, ehemaliger Verfassungsrichter.

Kurzum: Europäische Kulturen konnten nur deshalb sich auf ihre bis dato ungeahnten Höhen hin bewegen, weil christliche Politiker ihre Entscheidungen aus ihrem Glauben an Gott, dem Unbedingten, heraus trafen, aus ihrer Opferbereitschaft an Gott, wie die Nachkriegspolitiker Alcide de Gasperi (Italien), Robert Schumann (Frankeich) und Konrad  Adenauer (Deutschland).

Die heutigen Christen, es gehen in Europa nur noch maximal 5-10 Prozent regelmäßig zur sonntäglichen Messe, haben ihre Wurzeln vergessen, vergessen das Martyrium vieler Tausender Christen der ersten Jahrhunderte, das die Mission der Apostel, Evangelisten überhaupt erst ermöglichte und weiterführen konnte. – Darum: Wer interessiert sich schon für die weltweiten Christenverfolgungen heute? An anderer Stelle mehr.

Aufgabe No. 1 für Papst, Vatikan, Kardinäle, Bischöfe, Ordensleute, Priesterbruderschaften, Theologen, Gläubige: Verkündigung der Frohen Botschaft Jesu Christi, festgeschrieben in den Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes und in den Briefen von Petrus, Jakobus, Johannes und des Völkerapostels wie Paulus, um die wichtigsten zu nennen. Alles andere ergibt sich sodann von selbst, nämlich die gelebte Caritas aus Liebe zu Gott: Nächstenliebe ohne Vorbedingung. Mutter Theresa: Erst beten, dann umso freudiger und effektiver in den Slums Kalkuttas helfen können.

Traditionelles Glaubensgut wichtiger denn je

Folgen wir diesem von den ersten Christen, von frühchristlichen Kirchenvätern und -lehrern, gelebten Anspruch, folgen wir ihrer Liebe zum trinitarischen Gott, Vater, Sohn (Jesus Christus) und Heiliger Geist. Ohne tradierten Glauben keine Zukunft, keine Volkskirche, nur noch simple zeitgeistorientierte NGOs.

Es ist eben nicht richtig, nicht zielführend, wenn Papst Franziskus sich wieder einmal gegen konservativ und traditionell eingestellte Katholiken stellt, damit (in-)direkt gegen seinen Vorgänger Papst Benedikt XVI., einem profunden Befürworter des überlieferten Glaubensgutes und seiner Protagonisten. Franziskus in einem Interview gegenüber dem US-amerikanischen TV-Sender CBS: Ein Konservativer ist jemand, der „an etwas festhält und nicht darüber hinaus sehen will. Es ist eine selbstmörderische Haltung.“ *) (…) „Denn es ist eine Sache, die Tradition zu berücksichtigen, Situationen der Vergangenheit zu betrachten, und es ist eine ganz andere Sache, sich in eine dogmatische Kiste zu sperren.“ – *) Deutlicher kann sich ein Papst nicht gegen einen Teil der US-amerikanischen Katholiken aussprechen.

„Der Papst ist nicht ein absoluter Monarch,

dessen Wille Gesetz ist, sondern er ist der Hüter der authentischen Tradition und damit der erste Garant des Gehorsams. Sein Gesetz ist nicht die Beliebigkeit, sondern der Glaubensgehorsam. Daher hat er der Liturgie gegenüber die Funktion des Gärtners, nicht des Technikers, der neue Maschinen baut und alte zum Gerümpel wirft“Joseph Ratzinger

*1) Synodaler Weg. Eine Eigenheit der deutschen Katholiken, bestehend aus Theologen, Klerikern, Bischöfen, Verbandslaien, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die katholische Kirche ihrer Tradition und Lehre zu entkleiden. Mehr später.