Adenauers katholischer Glaube wird sichtbar, wenn man seine Weihnachtsansprache des Jahres 1951 *) liest, gerichtet an die Bürger der Bundesrepublik Deutschland, eingedenk des Wisses darum, dass auch die Menschen der damaligen Sowjetzone, spätere DDR, aufmerksam zu hörten. – Fotoausschnitt: Porträt von Bundeskanzler Konrad Adenauer, 23.6.1952. Foto Katherine Young, New York commons.wikimedia (14.07.25), gemeinfrei
Weihnachtsansprache 1951
Adenauer verhehlt sein Katholischsein nicht, spricht vom Heiland, dem Erlöser (Christus) und Sohn Gottes, spricht von seinen weihnachtlichen Kindheitserlebnissen, spricht die Brüder und Schwestern im Osten an, thematisiert, ja auch damals schon, den Triebsand des modernen Lebens – Hast und Hetze, Äußerlichkeiten und Genußsucht.
Ich wünschte, seine Nachfolger als Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union (CDU) resp. der Christlich Sozialen Union (CSU), auch die CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzenden, täten sich ein Beispiel an ihm nehmen, an seiner christ-katholischen Grundhaltung: Frieden statt Krieg. Sie sollten seine gesamte Weihnachtsansprache 1951 durcharbeiten.
Auszüge
- „Ich fürchte, es wird keinen Frieden, keine Ruhe, keine Freude für die Menschheit geben, wenn wir nicht zurückfinden zu den ewigen, unvergänglichen Gütern, auf denen allein das Glück der Menschen aufgerichtet werden kann.
- Schrankenlose, hemmungslose Ichsucht, Sucht nach Betrieb und Genuss bringen kein Glück.
- Verinnerlichung, Besinnung auf sich selbst, Arbeit und Sorge für andere und für das Gemeinsame, das ist, was uns Not tut und was uns glücklich macht.
- Der Krieg zerstörte alle menschlichen Werte, nur der Friede entwickelte sie.“
*) Der gesamte Text kann bei der KAS – Konrad Adenauer Stiftung – nachgelesen werden unter: