Noch rechtfertigten die gegenwärtigen Pilgerzahlen „vom Somportpass aus“ *) dieses Unterfangen an sich nicht, sollte man meinen + Jedoch: Den Protagonisten Aragons schwebt offenbar vor, an die immense mittelalterliche Bedeutung Santa Cristinas anzudocken. Das Hospital nebst Kloster konnte sich zeitweise mit den Hospitälern in Jerusalem und dem Großen Sankt Bernhard messen; für diejenigen Pilger, für die als Überquerung der Pyrenäen nur der Col du Somport in Frage kam, zuweilen überlebenswichtig. + FotoAusschnitt: Somportpass 2014.
*) Das Pilgerbüro gibt leider keine exakten Zahlen
für den Camino Aragones heraus
nur für einige Startorte wie Arles, Lourdes, Somport, Jaca, Aragon, etc. + Fakt ist, dass im Laufe der Zeit – ich habe als Fixpunkt das Jahr 2006 (mein 1. Jakobsweg) genommen – immer weniger Pilger längere Strecken absolvieren wollen. Deutlich feststellbar bzgl. der Pyrenäenorte (in Prozent), von Deutschland aus und vom Col du Somport aus. +

Canfranc, 2014.
2006: vom Somportpass aus: 881 Pilger + Canfranc: 106 + Jaca: 310 + Lourdes: 213 + Arles: 158 + von Deuschland aus 633 Pilger +
Vergleich St. Jean: 10.937 (10,82%) + Roncesvalles: 9.362 (9,26%) + Sarria: 16.350 Pilger (16,18%)
Wahrscheinlich werden sich vielmehr Pilger auf dem Camino Aragones tummeln, die entweder nicht bis nach Santiago durchpilgern oder sich sowieso nicht für die Pilgerurkunde interessieren, oder nur Teilstrecken absolvieren. Aussagekräftig bleiben die Zahlen dennoch.
2012: vom Somportpass aus: 664 Pilger + Jaca: 295 + Lourdes: 279
Jaca, 2014.
2025: vom Somportpass aus: 181 Pilger + Jaca: 52 + Aragon: 54 + Lourdes: 203 Pilger + Paris: 132 + von Deutschland aus: 240 Pilger +
Vergleich St. Jean: 30.348 (6,08%) + Roncesvalles: 3.874 (0,78%) + Sarria: 162.038 (32,45%) +
Zusammenfassung „vom Somportpass gestartete Pilger“ :
2006: 881 + 2012: 664 + 2025: 181 + ähnlich sieht es hinsichtlich Canfranc, Jaca oder Arles aus. + Anm: Zahlenwerk ohne Gewähr.

Warum ist das so? Warum hat der Camino Aragones so an Bedeutung verloren? + Als wir unsere ersten Planungen für den Camino Frances in 2006 aufnahmen, haben wir uns gleichwohl mit dem Camino Aragones beschäftigt und detaillierte Reiseberichte verfolgt, vor allem für den Abschnitt Lourdes bis zum Somportpass, den wir dann auch selbst absolviert haben und weiter in 2014 über Canfranc, San Juan de la Pena, Jaca, Monasterio de Leyre, Javier, Rocaforte, Foz de Lumbier, Sangüesa, Tiebas nach Puente la Reina, um nur einige Orte zu nennen. + Ich denke, die Protagonisten: Kirchen, Tourismus, Herbergen, haben es möglicherweise laufenlassen. Und so nimmt es nicht wunder, dass die Ruinen von Santa Cristina de Somport touristisch aufgepäppelt werden sollen.
Hospital Santa Cristina de Somport + im Codex Calixtinus erwähnt + einer der wichtigsten Zufluchtsorte der gesamten Christenheit vom 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit
Kurzbeschreibung Hospital Santa Cristina de Somport: Angedacht – lt. Legende – von zwei fränkischen Pilgern des 11. Jahrhunderts, die auf wundersame Weise Schneesturm und Wölfe überlebten, daraufhin ihr Versprechen einhielten, dort eine Hütte zu bauen + Fertigstellung im 12. Jahrhundert + Umsetzung der im MIttelalter üblichen christlichen Caritas: Zuflucht und Hilfe für Arme, Kranke, Pilger und Reisende + Blütezeit im 13. Jh. + Erwähnt im Liber peregrinationis des Codex Calixtinus. + Niedergang Ende des 14. Jhs. + Verschärfung der Bedeutungslosigkeit im 16. Jh. + In 1706 Zerstörung des Hospitals durch einen verheerenden Brand, teilweiser Wiederaufbau + 1835 im Zuge der Konfiszierung von Kirchenbesitz endgültig „verschwunden“ + Am 22. März 2006 von der Regierung von Aragon zum Kulturgut Kategorie „Kulturelles Interesse“ und „Archäologische Zone“ erklärt.

Reconstrucción del Monasterio y Hospital de Santa Cristina de Somport, en el siglo XII. Rekonstruktion des Klosters und Hospitals Santa Cristina de Somport im 12. Jahrhundert.
FotoQuelle: wikimedia (14.04.26), gemeinfrei. Author Alfonsocav
Gelegen am Südhang des Somport-Passes am Ufer des Flusses Aragon, direkt an einer vielbefahrenen Königsstraße.
Der Komplex bestand aus mehreren Gebäuden: Kirche mit Sakristei und der nahegelegenen Nekropole (Friedhof), Einsiedelei, Mönchshaus, Priorpalast, Hospital und das Gästehaus …plus zahlreiche weitere Nebengebäude, die für die Ausübung der religiösen und karitativen Tätigkeiten als notwendig erachtet worden waren. +
Ruinas del Hospital de Santa Cristina de Somport – By Los Cabrera Comunicación.jpg + Hospital Santa Cristina de Somport, heute eine archäologische Stätte
FotoQuelle: commons.wikimedia (14.04.26), gemeinfrei; Author Balglesias
Zitat Patrimonio Cultural de Aragon (14.04.26): Dank verschiedener systematischer Ausgrabungskampagnen, die seit 1987 durchgeführt wurden, und der erhaltenen Dokumentation ist heute ein Großteil des Komplexes bekannt, obwohl es schwierig ist, sich die Pracht dieses Klosters und Krankenhauses anhand der Ruinen, die wir heute sehen, vorzustellen, das zu den drei wichtigsten in der Christenheit gehörte.

Zitat Patrimonio Cultural de Aragon (14.04.26): Dank verschiedener systematischer Ausgrabungskampagnen, die seit 1987 durchgeführt wurden, und der erhaltenen Dokumentation ist heute ein Großteil des Komplexes bekannt, obwohl es schwierig ist, sich die Pracht dieses Klosters und Krankenhauses anhand der Ruinen, die wir heute sehen, vorzustellen, das zu den drei wichtigsten in der Christenheit gehörte.
Erklärungen: Mapa Espital de Santa Cristina de Somport: 1. Krankenhaus und Gasthaus + 2. Kirche + 3. Nekropole (Friedhof) + 4. Kloster: FotoQuelle: wikipedia (14.04.26) ++ Ruine „Hospital de Santa Cristina de Somport“, Candanchú, Aragon: FotoQuelle: commons.wikimedia (14.04.26), gemeinfrei. Author: CHV
Impressionen 2014
Artikel Caminosantiago.org 19. Januar 2026
Das mittelalterliche Hospital, das Pilger in den Pyrenäen versorgte und im Codex Calixtinus erwähnt wird: „Eines der wichtigsten in der gesamten Christenheit“
Auszüge deutsche Übersetzung El hospital medieval que velaba por los peregrinos en el Pirineo y aparece en el Códice Calixtino: “Uno de los más importantes de toda la cristiandad“: „Wir sprechen hier nicht von einer einfachen Kirche oder einem Gasthaus“, erklärt Archäologe José Luis Ona, Leiter der Ausgrabungen. „Im Mittelalter galt es als eines der drei wichtigsten Hospitals der gesamten Christenheit – eine Bedeutung, die weit über Aragon und die lokale Ebene hinausging und zu einem europäischen Maßstab wurde.“
Dieses Prestige spiegelte sich in dem lateinischen Motto wider, das den Hauptaltar der Kirche zierte:
- Unum Tribus Mundi, „eines der drei Hospitals der Welt“.
- Eine gewagte Behauptung, die jedoch durch ihre Funktion, ihre strategische Lage und ihre Rolle im Jakobinerphänomen vollauf gerechtfertigt ist.
- Das Hospital, eine wichtige Enklave am Jakobsweg in den Pyrenäen.
In jenem 12. und 13. Jahrhundert waren jährlich zwischen 200.000 und 500.000 Pilger aus ganz Europa nach Santiago de Compostela unterwegs. Viele von ihnen überquerten die Pyrenäen von der Via Tolosana kommend. + Von Arles und Toulouse ins Aspe-Tal und zum Somport-Pass, wo Santa Cristina Essentielles – Lebenswichtiges bot: Zuflucht, Verpflegung, Ruhe und Sicherheit. + In einer Umgebung, in der Schneestürme Reisende desorientieren und zum Tod durch Kälte oder Erschöpfung führen konnten, wurde das Hospital zu einer wahren Lebensader für die Pilger
„Seine Bedeutung rührt direkt von seiner Lage her“, betont der Archäologe José Luis Ona, Leiter der Ausgrabungen. „Wir befinden uns in einem der anspruchsvollsten Pässe der Pyrenäen, und im 12. Jahrhundert besaß der Jakobsweg bereits eine enorme europäische Bedeutung. Daher galt Santa Cristina als eines der bedeutendsten Hospitäler der christlichen Welt.“
Im Zentrum des Komplexes steht die romanische Kirche (12./13. Jahrhundert) mit einer nach Osten ausgerichteten, halbrunden Apsis. Ein Strebepfeiler wurde zum Fluss hin errichtet, um Risse im Mauerwerk zu verhindern; diese sind noch heute sichtbar.
Im Inneren sind die Sockel der Säulen erhalten, die die Bögen trugen, während sich außerhalb die Nekropole mit Steingräbern befindet, die für Pilger und Mitglieder der Gemeinde bestimmt waren.
„Das sogenannte Kloster war an die Kirche angebaut“, erklärt Ona, „und auf der sogenannten oberen Wiese befand sich das Pilgerhospital, das später, vor dem 16. Jahrhundert, als Gasthaus diente.“ Hinzu kamen der Priorpalast und die Einsiedelei der Heiligen Barbara, die einen Komplex von enormer architektonischer und funktionaler Komplexität bildeten.
Der Niedergang des Hospitals Santa Cristina begann im 14. Jahrhundert mit internen Streitigkeiten und dem fortschreitenden Einnahmeverlust. Die Ablösung der Augustiner-Chorherren durch die Dominikaner, die Kriege an der Pyrenäengrenze und die Verlagerung des Hauptpasses nach Roncesvalles minderten die Bedeutung von Somport.
Im 16. Jahrhundert führten Konflikte zwischen Katholiken und Hugenotten zur Aufgabe des Hospitals. Später besiegelten ein Brand im Jahr 1706, wie die Kämpfe des Unabhängigkeitskrieges 1808 und die Konfiszierung von Kirchenbesitz im Jahr 1835 seinen endgültigen Verfall. „Als wir mit den Ausgrabungen begannen, war praktisch nichts an der Oberfläche zu sehen“, erinnert sich Ona. „Alles, was Sie heute sehen, ist das Ergebnis archäologischer Arbeit.“
Seit 1987 wurden 18 Ausgrabungskampagnen durchgeführt, die mehr als 50 % der Stätte freigelegt haben. „Wir haben bereits 53–55 % des uns Bekannten freigelegt“, erklärt die Archäologin, „und das ermöglicht es uns, die Kirche und das fast vollständig erhaltene Gasthaus eindeutig zu identifizieren. Nun beginnen wir mit den Arbeiten an einem zentralen Bereich, wie dem Kloster und seinen Kellern.“
Die Stätte in der Gemeinde Aísa bei Candanchú ist als Kulturgut von besonderem Interesse ausgewiesen und wird von der Regierung von Aragon unterstützt. Doch das Ziel geht über die reine wissenschaftliche Forschung hinaus.
Seit 1987 wurden 18 Ausgrabungskampagnen durchgeführt, die mehr als 50 % der Stätte freigelegt haben. „Wir haben bereits 53–55 % des uns Bekannten freigelegt“, erklärt die Archäologin, „und das ermöglicht es uns, die Kirche und das fast vollständig erhaltene Gasthaus eindeutig zu identifizieren. Nun beginnen wir mit den Arbeiten an einem zentralen Bereich, wie dem Kloster und seinen Kellern.“
Die Stätte in der Gemeinde Aísa bei Candanchú ist als Kulturgut von besonderem Interesse ausgewiesen und wird von der Regierung von Aragon unterstützt. Doch das Ziel geht über die reine wissenschaftliche Forschung hinaus.
Santa Cristina ist ein Motor für den Kulturtourismus in den Pyrenäen. +
Die Aufwertung des Hospitals Santa Cristina ist entscheidend für seine Zukunft. + Das Projekt zielt daher darauf ab, die Stätte mit dem Skiort Candanchú zu verbinden.
- „Die Idee ist, Santa Cristina in eine kulturelle Bereicherung zu verwandeln, die zur Verlängerung der Touristensaison beiträgt“..
- Wege, Pfade und gestaltete Grünflächen werden die Ruinen mit dem Ort verbinden
- und die Stätte in eine Art historischen Park entlang des Jakobswegs verwandeln.
Am Fuße des Jakobswegs und in einem der großen Pyrenäenpässe erobert das Hospital Santa Cristina de Somport seinen Platz in der Geschichte zurück. Nicht nur als bedeutende Stätte des mittelalterlichen Aragon, sondern auch als Symbol des gemeinsamen europäischen Erbes, der Gastfreundschaft und des Glaubens, der über Jahrhunderte Tausende von Menschen nach Santiago de Compostela bewegte.
„Wir betrachten hier eines der bedeutendsten Hospitals des mittelalterlichen Christentums“, resümiert José Luis Ona. „Sie zu kennen und zu schätzen ist grundlegend für das Verständnis unserer Geschichte und für die Sicherung ihrer bestmöglichen Zukunft.“
Die Compiler waren drei Mönche des Riojanriojanischen Klosters San Martín de Albela: Vigila, nach der es benannt wurde und der Illustrator war; Serracino, sein Freund; und García, sein Schüler. Die erste Zusammenstellung wurde in 881 abgeschlossen, wurde aber auf 976 aktualisiert. Die Originalhandschrift ist in der Bibliothek von El Escorial (als Escorialensis d I 2) erhalten. Zur Zeit seiner Zusammenstellung war Albelda das kulturelle und intellektuelle Zentrum des Königreichs Pamplona. Die Manuskripte feiern mit Illustrationen nicht nur die alten gotischen Könige, die das Gesetz reformiert hatten – Chindasuinth, ReccesuinthReccesuinth und Ergica –, sondern auch seine zeitgenössischen Gewidmeten, die Herrscher von Navarra : Sancho II von Pamplona und seine Königin, Urraca, und sein Bruder Ramiro Garcés, König von Viguer