Das Sanctuarium des heiligen Franz Xaver in Javier: Highlight des Camino Aragones. Ein Muß für alle Geschichtsinteressierten, zählte Francisco doch – zusammen mit dem Ordensgründer Ignatius von Loyola und Peter Faber – zu den ersten Protagonisten der Jesuiten, die im 16. Jahrhundert die europäische Gegenreformation (zu Martin Luthers Reformation resp. Protestantismus) einleiteten, verbunden mit einer innerkirchlichen Erneuerungsbewegung und einer starken persönlichen Christusbeziehung.

Javier, 2014. Camino Aragones.
Nur 46-jährig starb er, schwer erkrankt, am 3. Dezember 1552 auf einer seiner Missisonsreisen im Fernen Osten.
Auch und gerade seine fulminanten Predigten hatten ihn berühmt gemacht; sie wurden schon recht früh in größererer Anzahl in den Umlauf gebracht.
Wer mehr über diese großen GottesmMann lesen will, sich Eindrücke von der Burg, dem Sanctuarium verschaffen will, der klicke bitte diesen Button an.
Spanischer Name: Francisco Familienname: Javier de Jassú y Azpilcueta + Glaubensbote in Indien und Ostasien + Ordensprovinzial + * 7. April 1506 auf der Burg Xavier, heute Javier bei Pamplona in Spanien + † 3. Dezember 1552 auf der Insel Sancian / Shangchuan Dao bei Kanton in China + Hochfest im Erzbistum Pamplona y Tudela Fest in Nordafrika, im Bistum Bilbao, im Bistum San Sebastián, im Jesuitenorden, bei den Missionaren vom kostbaren Blut und bei den Combonimissionaren
Worte des Heiligen
entnommen dem Heiligenlexikon, 05.12.25 + (Autor: Joachim Schäfer – zuletzt aktualisiert am 06.12.2024)
Gottvertrauen ist nicht gleich Gottvertrauen:Es liegt ein großer Unterschied im Gottvertrauen eines Menschen, der alles hat, was er braucht, und in dem Vertrauen jenes Menschen, der, nichts besitzend, freiwillig auch noch die nötigen Dinge hingibt, auf dass er Christus ähnlicher werde.
Und ebenso ist der Unterschied groß zwischen jenen, die, in gesichertem Leben geborgen, an Gott glauben, auf ihn vertrauen und hoffen, und denen, die um seiner Liebe und seines Dienstes willen aus freiem Willen sich den Gefahren des Todes darbieten, Gefahren, die sie meiden dürften, weil sie ihnen, in ihrer Entscheidung völlig frei, ausweichen oder begegnen können: und die in all dem dann glauben und ihre Hoffnung und ihr Vertrauen gründen in Gott.
Die Macht der Demut:Ich bitte Sie, Brüder: Geben Sie sich ohne Grenzen Gott, unserem Herrn, hin, legen Sie all das Ihre in seine Hand, ohne auf Ihr Wissen und Können zu vertrauen und auf die Meinung der Menschen. Dann werden Sie wohl bereitet sein, auch die größten Prüfungen an Leib und Seele zu bestehen, denn Gott tröstet und stärkt die Demütigen, besonders die, welche ihre eigenen Schwächen in all den vielen kleinen Armseligkeiten des Lebens wiederfinden, als spiegelten sie sich dort auf sehr klarem Grund, sie, die den Sieg über sich erringen.
Wenn solche Menschen dann von Bedrängnissen umklammert werden – und seien es auch die schwersten, die sie jemals erlebt – sie wissen: Weder der böse Feind noch das Heer seiner Diener, weder die Stürme des Meeres noch die barbarischen Völker und tückische Menschen zu Wasser und Land, noch irgendeine geschaffene Kreatur können sie erschüttern; in ihrem Vertrauen auf Gott ist ihr sicheres Wissen beschlossen, dass nichts ihnen schaden kann ohne Gottes Zulassung und seine waltende Macht! Und weil ihr Verlangen und Sehnen, Gott zu dienen, offenbar ist, weil alle Kreatur unter Gottes Botmäßigkeit steht und ihr Vertrauen tief in ihm ruht, darum kennen sie nur eine einzige Furcht – die Furcht, gegen Gott zu sündigen.
Sie wissen: Wenn Gott dem bösen Feinde erlaubt, sein Werk zu wirken, und wenn die Geschöpfe sie verfolgen, so widerfährt ihnen dies zu ihrer Erprobung, auf dass sie innerlich klarer erkennen, oder es kommt über sie als Strafe für ihre Sünden, oder um ihnen Verdienste erringen zu helfen oder auch, auf dass sie demütig würden. Darum bringen sie Gott einen Hochgesang ihres Dankes dar, sie preisen ihn, weil ihr Nächster ihnen die Gnade der Verfolgung erweist, sie lieben ihre Feinde als Werkzeuge, von denen ihnen das Gute kommt; und weil sie den Undank fürchten und doch nicht wissen, wie sie so große Gunst vergelten können, so beten sie voller Inbrunst für ihre Verfolger. …
Ich kenne einen Menschen, dem Gott große Gnade geschenkt hat und der sich oft bemüht, sei es inmitten der Gefahren, sei es in ruhigen Zeiten, sein ganzes Vertrauen und seine Hoffnung in Gott zu legen; was ihm daraus für ein Segen strömt, darüber könnte man vieles schreiben!
Nur wer im Kleinen treu ist, wird zu Größerem im Stande sein:Möge sich niemand der Täuschung hingeben, dass er sich dereinst in großen Dingen auszeichnen wird, wenn er sich nicht zuerst im Kleinen bewährt hat! Glauben Sie mir, es gibt viele Arten des Eifers, oder sagen wir besser: der Versuchungen, so gibt es Leute, die mit allerlei feinen Kniffen und Schlichen unter dem Vorwand der Frömmigkeit und des Seeleneifers versuchen, sich ein klein wenig von der Last des Kreuzes zu drücken, um auf die Weise ihren eigenen Willen nicht verleugnen zu müssen, weil sie nicht schlicht verrichten wollen, was ihnen aufgetragen ist im Gehorsam;
sie hegen feurige Wünsche nach großen Heldentaten und merken gar nicht, dass, wem es an Tugend im Kleinen gebricht, noch mehr am Vollbringen im Großen mangelt; und wenn sie dann mit geschwelltem Verlangen, aber mit geringer Selbstverleugnung und Kraft der Seele an große und schwierige Dinge herangehen sollen, so werden sie selbst bald einsehen müssen, dass stürmischer Eifer Täuschung war, dass sie nicht standhalten können und der Aufgabe nicht gewachsen sind.
Leidenschaftlicher Appell an die Studierenden in Europa:
Wie viele Bekehrungen bleiben aus wegen des Mangels an Helfern, die sich des heiligen Werkes annehmen, das in diesen Ländern noch zu wirken ist! Es packt mich, wie oft, das Verlangen, in die Universitäten Europas zu stürmen, schreiend mit lauter Stimme, wie einer, der nicht mehr bei Sinnen ist;
vor allem in Paris wollte ich’s alle hören lassen, deren Wissen größer ist, als der Wunsch, hiervon guten Gebrauch zu machen; vor versammelter Sorbonne wollte ich’s ihnen zurufen: wie viele Seelen vom Wege des Heiles abkommen durch ihre Schuld, wie viele Seelen verloren gehen durch ihre Gleichgültigkeit! Wenn sie mit dem gleichen Eifer, den sie den Studien zuwenden, auch jene Rechenschaft überdenken würden, die Gott, unser Herr, dereinst von ihnen fordern wird; wenn sie mit der nämlichen Wachsamkeit die ihnen vom Herrn verliehenen Talente prüfen wollten – wie viele von ihnen müssten erschüttert sein! Sie würden die Mittel zu ihrem Heil ergreifen, sie würden geistliche Übungen halten, diese Übungen, ausersehen, sie im Innersten ihrer Seele den heiligen Willen Gottes erkennen zu lassen und ihn zu begreifen in seiner Tiefe.
Und sie würden sich diesem göttlichen Willen fortan bereitwilliger als ihren eigenen Neigungen hingeben, sprechend: Herr! Siehe, hier bin ich. Was willst Du, dass ich tun soll? Sende mich, wohin Du willst, und wenn es gut ist, selbst bis nach Indien!
Wie viel glücklicher könnten sie alle sein, wie würde sie die selige Hoffnung beflügeln, dereinst in der Todesstunde des göttlichen Erbarmens teilhaft zu werden, dann, wenn das besondere Gericht für sie naht, vor dem sich keiner verbergen kann; zu ihren eigenen Gunsten könnten sie sprechen:
Herr, fünf Talente hast Du mir übergeben, sieh, fünf andere habe ich dazu gewonnen (Matthäusevangelium 25, 20). Aber ich fürchte, weit größer ist die Zahl derer, die in erster Hinsicht darauf bedacht sind, mittels ihrer Studien Würden, Pfründe und Bischofsstühle zu erhalten; und nur wenige sind zugleich von dem Verlangen beseelt, auch innerlich jener Gesinnung teilhaft zu sein, die jene nämlichen Würden und kirchlichen Ehrenstellen von ihrem Träger wesenhaft fordern. …
Ich war schon fast entschlossen, einen Brief an die Universität Paris zu richten … und ihnen vor Augen zu führen, wie viele Tausende und Abertausende von Heiden zu Christus bekehrt werden würden, mangelte es nicht an Glaubensboten.
Selige Biografien + Quelle: E. Vitzthum (Hrsg.): Die Briefe des Francisco de Xavier. Leipzig 1941, S. 132, 147f, 150, 48 – 50
Zitate von Franz Xaver
Wenn du nicht kannst, was du willst, so wolle, was du kannst.
Wie viele Bekehrungen bleiben wegen des Mangels an Helfern, die sich des heiligen Werkes annehmen, in diesen Ländern noch zu wirken!
Herr! Siehe, hier bin ich. Was willst Du, dass ich tun soll? Sende mich, wohin Du willst, und wenn es gut ist, selbst bis nach Indien!
Ich bete dich an, Gottvater, der mich erschaffen hat.
Ich bete dich an, Gottsohn, der mich erlöst hat.
Ich bete dich an, Heiliger Geist, der mich so oft geheiligt hat und mich noch heiligt.
Aus reiner Liebe und zur größeren Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, weihe ich mein kommendes Tagewerk.
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB, Benediktinerabtei Schäftlarn, für die Katholische SonntagsZeitung
Das Sanktuarium an Franz‘ Geburtsort Javier
Jesuitenorden einstmals Eliteorden
Heute offenbar nur noch dem Zeitgeist verpflichtet
Schuldig des Einhaltens katholischer Lehre