Franz Werfels *) „Das Lied der Bernadette von Lourdes“ + Für alle, die sich auf das Wesentliche besinnen wollen

„Ich sehe in der katholischen Kirche die reinste von Gott auf die Erde gesendete Kraft“ + „Ein jubelnder Hymnus auf den geistigen Sinn der Welt (…) wird gezeigt, wie selbst mitten in unserem skeptischen Zeitalter die göttlichen Kräfte wirken und ein unwissendes, aber geniales Geschöpf hoch über das gewöhnlich Maß hinausheben“ + *) Franz Werfel: berühmter jüdischer Schriftsteller mit einer besonderen Affinität zum Marieenwallfahrtsort Lourdes + FotoAusschnitt 2018: abendliche Prozession in Lourdes.

Reflektion

Zugegebenermaßen, die Erscheinungen der Jungfrau Maria *), die später gewirkten Wunder (unten mehr) sind harter Tobak für Atheisten, Agnostiger, selbst für Katholiken heutiger liberal-progressiver Prägung. + Gleichwohl, es lohnt sich, über die Dikta des Autors zu reflektieren, es auf sich wirken zu lassen, dabei den Rummel in Lourdes beiseite schieben, um zum Eigentlichen vorzustoßen:

  • Maria, Jungfrau und Gottesmutter, als „Werkzeug“ Gottes Allmacht,
  • in dem sie sich auserwählten Personen zeigt,
  • sie um Buße bittet,
  • um Umkehr, den Herrn nicht zu verspotten.

Berühmtes Beispiel – neben Lourdes des Jahres 1858 – ist Fatima, Portugal des Jahres 1917 (dort herrschte eine antikatholische Regierung), mit den Seherkindern und dem Sonnenwunder

  • In jedem Heiligen wirkt der Herrgott, nicht der Heilige selbst;
  • das einmal kapiert, macht die Heiligenverehrung verständlicher. +
  • In sich kehren, sich fragen, was es lohnt, geändert zu werden, oder „ichbezogen“ weiterleben wie bisher.
  • Sonntags dann als Höhepunkt die hl. Messe besuchen – möglicherweise am Camino.

*) Dazu muss man wissen, dass die Ereignisse von Lourdes in 1858 selbst bis zum Kaiserhaus Napoleon III. vorgedrungen sind. + Alle Bestrebungen der sog. Wissenschaft, die Kirche als gestrig zu klassifizieren und Bernadette quasi als verrückt zu erklären, scheiterten.

Ladislav Janouch: memorial plaquette of Franz Werfel, bronze, 1990, Prague, Czechoslovakia. FotoQuelle: commons.wikimedia (28.02.26), gemeinfrei; Author: Ladislav Janouch (original author); Juandev (uploader): bitte ggfs. anklicken

Ich bin Matthias Matussek sehr dankbar, dass er sich dieses Themas in seiner freitäglichen Kontrafunk-Sendung vom 27.02.26 angenommen und mich damit inspiriert hat, ihm nicht nur gedanklich zu folgen. + Obschon, was die Lektüre selbst angeht, bin ich ihm im Vorteil: ich hatte mir das Buch in der 12. Auflage schon im August 2008 gekauft; er viel später.

In Kürze: Franz Werfel (1890-1945) jüdischer Bestseller-Autor,

der, obwohl kein Katholik, sein Gelübde einlöste und dieses phantastische Buch Das Lied der Bernadette (filmischer Welterfolg) schrieb – als Dank für seine Rettung nach seiner Flucht vor den Nazi-Schergen, endend mit der Überfahrt in die USA. + In der Edition Fischerverlag, Kosten 2008: 12,95€ (1941,1968, 1991, 12. Auflage 2008)

Werfel hatte nach einer Odyssee zusammen mit seiner Frau Alma Mahler und u.a. Golo Mann in Lourdes Unterschlupf gefunden. + Diese Zeit hatte ihn derart geprägt, dass er später gegenüber dem Erzbischof von New Orleans, Francis J. Rummel, bekannte:

  • Ich sehe in der katholischen Kirche die reinste von Gott auf die Erde gesendete Kraft
  • „Ich bin, wie ich es im Vorwort zum „Lied von Bernadette“ geschrieben habe, Jude, und bin nie getauft worden.
  • Andererseits wünsche ich es, vor Ihnen und der Welt zu bekennen, dass ich durch die geistigen Kräfte des Christentums und der katholischen Kirche entscheidend beeinflusst und geformt wurde, was dem Großteil meiner Werke ersichtlich ist.
  • Ich sehe in der katholischen Kirche die reinste von Gott auf die Erde gesendete Kraft und Emanation,
  • um die Übel des Materialismus und Atheismus zu bekämpfen und um der armen Menschenseele die Offenbarung zu bringen.
  • Aus diesem Grund und obwohl extra muros stehend habe ich es mir zur Aufgabe gemacht,
  • mit meinen bescheidenen Mitteln den von der katholischen Kirche geführten Kampf gegen diese Übel und für die göttliche Wahrheit zu unterstützen.

Quelle: S. 548.549.

Zu Bernadette Soubirous von Lourdes

Zitat Vatican News: Hl. Marie-Bernardette Soubirous, Seherin, Nonne. + Bernadette Soubirous wurde am 7. Januar 1844 in Lourdes, im Südosten Frankreichs, als Kind einer armen Müllersfamilie geboren. Am 11. Februar 1858 hatte sie in der Grotte von Massabielle zum ersten Mal die Vision, die sich bis zum Juli desselben Jahres noch 17 Mal wiederholen sollte: Ihr erschien eine weibliche Gestalt von großer Schönheit, die sich ihr später als Maria zu erkennen gab. Wie Papst Franziskus 2017 in seiner Botschaft zum Welttag der Kranken schrieb „erzählte das einfache Mädchen aus Lourdes, dass die Jungfrau, die sie als »die schöne Frau« bezeichnet, sie ansah, wie man eine Person ansieht. Diese schlichten Worte beschreiben die Fülle einer Beziehung. Die arme, ungebildete und kranke Bernadette fühlt sich von Maria als Person angeschaut. Die »schöne Frau« spricht zu ihr mit großem Respekt, ohne Bemitleidung. Das erinnert uns daran, dass jeder Kranke immer eine menschliche Person ist und bleibt und als solche behandelt werden muss.“

Von der Gebrechlichkeit zur Stütze für die anderen

Die Berichte von den Marienerscheinungen fanden weltweites Echo. Bernadette musste Misstrauen, Unverständnis und Anfeindungen über sich ergehen lassen; die Presse bezweifelte ihre Glaubwürdigkeit. Doch sie ließ sich nicht entmutigen, und Lourdes konnte rasch zu einem der bekanntesten katholischen Wallfahrtsorte werden. „Nachdem Bernadette an der Grotte gewesen ist, verwandelt sie durch das Gebet ihre Gebrechlichkeit in Unterstützung für die anderen,“ schreibt Papst Franziskus, „wird durch die Liebe fähig, ihren Nächsten zu bereichern und bietet vor allem ihr Leben für das Heil der Menschheit dar. Dass die » schöne Frau« sie bittet, für die Sünder zu beten, erinnert uns daran, dass die Kranken und Leidenden nicht nur den Wunsch zu genesen in sich tragen, sondern auch ein christliches Leben führen wollen und sogar bereit sind, es als echte missionarische Jünger Christi hinzugeben.“

Ein Leben für die Kranken

Maria vertraute Bernadette die Sorge um die Kranken an und berief sie zum Ordensleben: am Abend des 7. Juli 1866 trat sie in das Kloster Saint-Gildard der Barmherzigen Schwestern in Nevers ein. Sie sollte nur 35 Jahre alt werden: Am 16. April 1879 starb Bernadette, von ihren vielen Krankheiten ausgezehrt, an Knochentuberkulose. 1925 wurde sie von Papst Pius XI. seliggesprochen; die Heiligsprechung erfolgte am 8. Dezember 1933, Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria.

Elke und ich besuchten das Heiligtum von Lourdes im Winter 2010, in der Hochsaison 2014 und 2018 (mit Übernachtung im Kloster) und zuletzt mit unserem Sohn Stefan, der es gar nicht fassen konnte, dass solche Menschenmassen – wie bei den Prozessionen – sich derart zivilisiert benehmen konnten. Stefan hatte wohl seine Rockkonzerte vor Augen gehabt.

Auszug

Der Weg von Lourdes auf dem Pyrenäenweg zum Col du Somport.

Überall der Bezug zur typischen Anordnung der Lourdes-Grotte Massabielle an der Gave mit der Darstellung der (immerwährenden) Jungfrau *), so wie sie von der jungen Bernadette beschrieben wurde.

  • Die Jungfrau soll so schön leuchtendweiß gewesen sein, dass Berndadette später von der geschaffenen Marienfigur letztlich enttäuscht war.
  • Während der 16. Erscheinung am 25. März 1858 nennt die weiße Dame endlich ihren Namen *): 

Dieses Dogma war erst in 1854 von Papst IX. verkündet worden; das konnte dieses schreib- und lese-unkundige Mädchen unmöglich gewusst haben.

Eigenes Foto 2014. Der obige Spruch ist unterhalb der Marienfigur zu lesen.

Zur aktiven Zeit von Papst Benedikt XVI. ging dieser täglich zur Lourdes- Grotte in den vatikanischen Gärten, daher wohl auch der geostete Altar, und betete zusammen mit seinem Privatsekretär, dem spätereren Erzbischof Dr. Georg Gänswein, den Rosenkranz.

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➲ Die Botschaft von Lourdes. Sanctuarium Notre-Dame de Lourdes

➲ Sanctuaire Sainte Bernadette

➲ Konversion im Marien-Wallfahrtsort Lourdes. – Freimaurer + Marienerscheinungen

➲ Der Weg von Lourdes auf dem Pyrenäenweg zum Col du Somport