Nur wenige Kilometer von der Metropole León entfernt befindet sich in Mansilla de las Mulas die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Gnadenreichen Frau; sie ist also, wie viele Kirchen und Kapellen am Camino, der gnadenreichen*) immerwährenden Jungfrau und Gottesmutter Maria geweiht. + Marien-Privatoffenbarungen: bitte scrollen
*) Gnade: Als unverdientes Geschenk Gottes Motor des Heils, die Quelle des geistlichen Lebens und das Band, das uns mit dem Schöpfer verbindet. Der Herrgott begleitet uns auf jedem Schritt des Weges in unserem Streben nach Heiligkeit + Catholicus.eu Deutsch

Man geht davon aus, dass die ursprüngliche Ermita (Einsiedelei ) im 14. Jahrhundert erbaut worden ist.
Es lassen sich eine Pilgerherberge und ein Krankenhaus mit Namen San Lazaro zurückverfolgen. 896 ist das Gebäude völlig abgebrannt und zwei Jahre später in der heutigen Form wieder erbaut worden.
An jenem Tag im Mai waren wir auch diesmal völlig alleine in der Kapelle. Eigentlich schade; für uns positiver Natur in dem Sinne, ungestört beten und Fotos schießen zu können.
Auf dieser Seite nur eigene Fotos.
Die Wallfahrt zur Virgen de Gracia
wird alljährlich am ersten Sonntag im September gestartet. Das Patronatsfest findet am zweiten Sonntag des Monats statt; ursprünglich am 12. September – Mariä Namen. Das passt insoweit, als dass das Fest Mariä Namen im 16. Jahrhundert zuerst in Spanien eingeführt wurde; 1683 dann von Papst Innozenz XI. in der ganzen abendländischen Kirche zum Dank für den Sieg über die moslemischen Osmanen (Türken) vor Wien (German History, 14.09.26) verbindlich erklärt. Weitere Marienfeste im September: Am 8. September – Mariä Geburt und am 15. September – Gedächtnis der Schmerzen Mariens.
Marien-Frömmigkeit in Europa
Die Italiener (Bsp. Loreto), die Spanier (Bsp. Montserrat), die Franzosen (Bspl. Lourdes) und selbstverständlich auch die Portugiesen mit Fatima scheinen ein besonderes Verhältnis zur Gottesmutter zu haben. In Deutschland (Bsp. Altötting) ist dies prinzipiell weniger ausgeprägt. Im protestantischen Norden wird dem Rosenkranzgebet ohnehin weniger Beachtung geschenkt.
Vielfach wird sogar das Fatima-Gebet zum Rosenkranz abgelehnt:
- O mein Jesus, verzeih unsere Sünden!
- Bewahre uns vor dem Feuer der Hölle!
- Führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene,
- die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen. Amen.
Immer wieder geäußerte Zweifel an Marien-Privatoffenbarungen
Es gibt derzeit, unter den Pontifikaten von Franziskus und Leo XIV., immer wieder Bestrebungen seitens des Vatikans und liberaler Katholiken, Marienerscheinungen wie die von Garabandal in Nord-Spanien im Sinne pathologischer Natur abzuqualifizieren, sowie sogenannte Privatoffenbarungen, dazu zählten dann auch Guadalupe, La Salette, Fatima, Lourdes und Medjugorje als glaubens-un-wichtig zu bezeichnen: Eine fatale Entwicklung, die das Glaubensgut Millionen Gläubiger vergangener Jahrhunderte betrifft.
Was bewegt also die Protagonisten von InfoVaticana gerade jetzt (12.09.26),
anders kann man es nicht deuten, die Bedeutung der Jungfrau und Gottesmutter bei der Mitwirkung des Heilsplans Gottes abzuwerten, wobei ohnehin von jeher klar gewesen sein sollte, dass Maria, die Gnadenreiche, immer im Auftrag Gottes, immer im Auftrag ihres Sohnes Jesus Christus gehandelt und nach wie vor handelt.
Liegt es vielleicht an der Vatikan-Note zu Maria vom 4. November 2025, die Papst Leo XIV. offenbar nach wie vor goutiert, wonach – zum Beispiel – der Titel „Miterlöserin“ unangebracht sei:
- Dürftige Begründung: „Angesichts der Notwendigkeit, die Christus gegenüber untergeordnete Rolle Marias im Erlösungswerk darzulegen, ist die Verwendung des Titels der „Miterlöserin“ immer unangebracht, wenn es darum geht, Marias Mitwirkung daran zu definieren.
- Dieser Titel birgt die Gefahr in sich, die einzigartige Heilsvermittlung Christi zu verschleiern, und kann daher zu Verwirrung und einem Ungleichgewicht in der Harmonie der christlichen Glaubenswahrheiten führen, denn in keinem anderen ist das Heil zu finden. (22) .„
Was reitet den Vatikan,
damit Äußerungen verschiedener Päpste (u.a. Johannes Paul II. und Benedikt XVI.), die sich eindeutig für Maria als Mit-Erlöserin ausgesprochen haben, mir nichts dir nichts ad absurdum zu stellen? Unabhängig von den entsprechenden Ausführungen des Kirchenlehrers Augustinus (5. Jh.) und Kardinal Henry Newman (20. Jh.)! + Mehr darüber nachlesbar unter Christliche-Mitte.de vom 01.02.26.
- Vermutung:
- Ausdünnung des tradierten katholischen Glaubensgutes, weil u.a.
- Annäherung an die protestantischen Kirchengemeinschaften
Vgl. dazu auch meinen Bericht:
Im übrigen legte die Glaubenskongregation am 24. Februar 1978 Normen für die kirchliche Beurteilung von Privatoffenbarungen fest + Privatoffenbarungen können niemals neue Glaubenstatbestände schaffen. Mit dem Tod des letzten Apostels Johannes gilt die Offenbarung Jesu Christi als abgeschlossen.
Weiter in Text zur Beschreibung der Ermita de la Virgen de Gracia. Mansilla de las Mulas. Die Bewohner der kleinen Stadt werden sich wohl nicht einen Deut um diese Diskussionen scheren. Sie werden hoffentlich wach und „widerspenstig“, falls ihr Bischof oder der Pfarrer plötzlich von einer allzu großen Nähe zur Virgen de Gracia abraten.
Virgen de Gracia + Gnadenreiche Jungfrau
Beeindruckend immer wieder der Blumenschmuck und die besondere Darstellung der Gottesmutter mit dem weiten, weißen Umhang – das gekrönte Jesuskind im Arm.
Schade, dass sich so wenige Pilger für die Schönheit dieser Gotteshäuser und ihrer Geschichte interessieren. Subjektiv betrachtet war diese Situation für uns ideal zwecks ungestörtem Fotoshooting und Meditation.
