Auf den Spuren des Jakobus

Eigenes Foto. Jakobus. Kathedrale Santiago
Der immense Einfluss des Apostels auf den Erdkreis
Zigtausende Städte und Pfarreien tragen weltweit seinen Namen
Seit dem 9. Jahrhundert verbindet der Jakobsweg, der Sternenweg Europas Bürger, egal welcher Herkunft, in ihrem Bestreben, einander kennenzulernen auf dem Weg nach Compostela zum Grab des Jakobus. Die Beliebtheit des Apostels ist festzumachen an der Namensgebung so vieler Kirchen, Städte, Ortschaften und Pfarrgemeinden, zunächst in Europa, dann auf allen Kontinenten, ob nun Jakobus, Jakob oder Jacobi, Giacomo, Jacobo, James, Jacques, Iago oder Santiago genannt, etc. Jeder der Betrachter wird sich „seine“ Jakobus-Kirche und seine Jakobusstatue in seinem Umfeld vorstellen können.

Eigenes Foto, 2011. Jakobus Matamoros. Kathedrale Santiago de Compostela
Sehnsucht des Pilgerns – Jakobus nacheifern
War der Heilige nicht nach Hispania gepilgert? Hatte er nicht viele Tausend Kilometer hinter sich gebracht, zu Fuß, mit dem Schiff, den Bewohnern des heutigen Spaniens auftragsgemäß das Evangelium, die Frohe Botschaft Jesu Christi zu verkünden? Hatte er nicht in Iria Flavia (heute Padrón) erstmalig spanischen Boden betreten? War ihm nicht im Jahr 40 nach Christus in Saragossa die Madonna, die Jungfrau und Muttergottes erschienen, noch zu ihren Lebzeiten, wie es heißt! (Stichwort Bilokation) + Heute steht dort die imposante Basilica de Nuestra Senora del Pilar; Gedenktag 12. Oktober.
Jedoch, ohne die Protagonisten Pelayo, der das Mausoleum des Apostels am Sternenweg entdeckt hatte; ohne den von ihn eingeschalteten Bischof Theodemir von Iria Flavia; und vor allem ohne den asturischen König Alfonso II., der als erster Pilger des Camino de Santiago in die Annalen eingeht, genauer gesagt, als erster den Camino Primitivo (der ursprüngliche Weg) beschritt, ist das Narrativ vom Jakobusweg mit Weltgeltung nicht erklärbar. Anno Domini 815 hatte der König sich von Oviedo auf den Weg zum Mausoleum gemacht: als einfacher Pilger, ohne ein Heer, ohne den Prunk des Herrschers. Für die Bevölkerung das Zeichen schlechthin: ein König, der zu Fuß geht. Das kleine Asturien hinter den Bergen, das den Mauren bis dahin nur mühevoll trotzen konnte, stand plötzlich im Mittelpunkt, wurde Hüter eines Apostelgrabes. Die Folgen kennt jeder: Zig Millionen Menschen pilgerten über die Jahrhunderte hinweg zur wuchtigen Kathedrale mit den zwei Türmen, die man schon von weitem sieht. Ein Fingerzeig Gottes.
Quelle, Inspiration des obigen Abschnitts: YouTube Schlummerchronik Der Jakobsweg – die Geschichte des Pilgerwegs nach Santiago, August 2026.

Was ist das Besondere an Jakobus und dem Camino de Santiago?
Auch wenn schon ab dem 4. Jahrhundert relativ viele Gläubige ins Heilige Land nach Jerusalem gepilgert waren (eine unerhört logistische Leistung), Jakobus löste noch einmal einen Schub aus
- nach der Sehnsucht des Pilgerns, nomen est omen, Grenzen überschreiten mit Tiefgang, Spiritualität, Glaubensbezeugung und körperlicher Anstrengung, durchaus bewusst, auf dem Weg das Leben zu lassen.
Nicht umsonst bedeutet das lateinische Wort Peregrinus letztlich der in der Fremde Seiende.
Eigenes Foto. Dezember 2024. Monte do Gozo. Mittelalterliche Pilger ersehnen sich das Ziel, endlich dass Grab des Jakobus in der Kathedrale von Compostelle besuchen zu können.
Die großen katholischen und islamischen Wallfahrtsorte wie Lourdes, Fatima, Rom, Medjugorje und Guadalupe (allein hier über 20 Mio. Pilger p.a.), wie Mekka und Medina werden mit dem Flieger, dem Bus oder der Bahn angesteuert – mit Auswirkungen auf Santiago de Compostela. Seit vielen Jahren bieten clevere Touristikunternehmen Reisen an unter dem Rubrum Nach Santiago pilgern mit dem Bus. Je nach Gusto, Laune, wie körperlicher und seelischer Befindlichkeit, darf der Reisende zwischendurch einige Kilometer pro Tag pilgern, das Tagesrucksäckchen auf dem Rücken.
Der typisch christ-katholische Wallfahrer hingegen wird Santiago nur für einen bis drei Tage gezielt ansteuern: zum Jakobustag am 25. Juli oder anlässlich eines Heiligen Compostelanischen Jahres, das immer dann, wenn der Jakobustag 25. Juli auf einen Sonntag fällt, zelebriert wird.
Wie beispielsweise in 1909: 140.000 Besucher; 1938: 8.000; 1965: 2,5 Mio.; 1982: 4 Mio.( Besuch Papst Johannes Paul II.); 1999: 10,8 Mio.; 2004: 12 Mio.; 2010: 9,2 Mio. (Besuch Papst Benedikt XVI.); und 2021.22: zusammen 9,5 Mio.
Die nächsten werden in den Jahren 2027, 2032 und 2043 begangen. Die Feier wird jeweils am 31. Dezember des Vorjahres vom Erzbischof mit der Öffnung der Heiligen Pforte offiziell eröffnet.
Mehr über heilige Pforte, Privileg seit 1122, an anderer Stelle.
Eigenes Foto, 2011. Heilige Pforte: Puerta Sancta + Gnadentor: Puerta del Person.

multinational, multikulturell, multireligiös

Unsere Welt ist multinational, multikulturell und multireligiös gestrickt.
Das war sie schon immer. Festzumachen bereits an den Personen, die Jesus – neben den Aposteln und Jüngern – auf seinem Weg begleitet haben: Frauen wie Maria Magdalena, Joanna und Susanna. Für die damalige Zeit eine Provokation. *)
Eigenes Foto, Mai 2006. Vor Beginn des Pilgergottesdienstes in der Kathedrale von Santiago de Compostela.
Jedoch, die Pilgerreise nach Compostelle – zu Fuß oder mit dem Pferd oder Karren – weist insoweit eine Besonderheit auf, als dass sie seit dem 9./10. Jahrhundert bei vielen Menschen unterschiedlichster Herkunft *), auch Frauen darunter, bisher nicht be-und erkannte Träume hervorruft, nicht nur bei Katholiken: Spiritualität, Glaubensbezeugung, körperliche und geistige Anstrengung.
*) Das widerspiegelt sich in der ersten Anhängerschar Jesu. Catholic Daily Reflections formuliert es so: „Diese vielfältige Gruppe von Jüngern widersprach den gängigen Erwartungen. Sie waren nicht die Art von Anhängern, die man normalerweise um sich scharen würde, wenn man eine Mission startet, die bis an die Enden der Erde reichen soll. Doch Gottes Weisheit ist nicht wie die unsere. Er erkennt Größe nicht in sozialem Status, Talent oder Reichtum, sondern in der Aufrichtigkeit, Reinheit und dem Potenzial jedes einzelnen Herzens. + Die Einbeziehung von Frauen in den Kreis der Wegbegleiter Jesu ist vor dem kulturellen Hintergrund des Judentums des ersten Jahrhunderts bemerkenswert. Er nahm sie nicht nur in seine Gemeinschaft auf, sondern vertraute ihnen auch eine bedeutende Rolle in seiner Mission an. Damit bekräftigte er ihre Würde und offenbarte die universelle Tragweite seiner Berufung.“
Geplante Themen
- Der Jakobsweg des Hieronymus Münzer
- Broschüre Westwärts nach Galicien
- Planet Documentation
- Domenico Laffi, 1666
- Liber Sancti Jacobi, 12. Jh.
- Papst Calixtinus II. Promoter
- Jakobus und Maria in Saragossa
- Jakobus kehrt nach Spanien zurück
- Pilgersegen, Stab und Tasche
- Geschichte der Jakobspilgerschaft
- Live of Saint James. Apostle. Prayer
- Chemins de Saint Jacques de Compostelle
- Ritter Arnold von Harff, 1499
- Hermann Künig von Vach, 1495
- Predigt Papst Calixtinus II.; 12. Jh.
- Weltkulturerbe: christliche Pilgerwege
- Deutschsprachige Pilger
- Jakobusland. Die Jakobus-Kathedrale im Baufortschritt
- San Miguel de Lillo
- Camino del Santiago Symbol of Spanish Defiance
- Lied Wer das Elent bawen wel, 13. Jh.
- Historisch-kritische Exegese vs Jakobus
- Weg Pfr. Christoph Guntzinger, 1654
- Legende oder Wahrheit
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