Seit dem 15. April 2025 kann Gaudi als „Ehrwürdiger Diener Gottes“ verehrt werden – seine „heroische Tugend“ formell anerkannt. Ein wichtiger Schritt zur Seligsprechung, wenn nicht zur Heiligsprechung. Zwei Wunder, die Gaudis Fürsprache zugeschrieben werden, sind für letztere erforderlich.
Esther von Krosigks Biografie „Antoni Gaudi und seine Seligsprechung“
beschreibt insbesondere das geistliche Profil Gaudís und beleuchtet, welche Menschen und Erfahrungen seinen Glauben geprägt haben. + Es kann bestellt werden beim Media Maria Verlag, Illertissen, € 19,95m, versandkostenfrei, 208 Seiten. + Quelle: Christliches Forum
Antonio Gaudi, bekannt als „Gottes Architekt“,
starb 1926 (un-)spektakulär im Alter von 73 Jahren nach einem profanen Straßenbahnunfall. + Der Protagonist erfuhr, erkannte erst während seiner Arbeit an der Sagrada Familia (s.u.) seine spirituelle Bekehrung. Infolgedessen nahm man von ihm Kenntnis, als jemanden, der strikt fastete, ein asketisches Leben führte, schlichtweg sich Gott hingab.
Gaudi, der niemals theologisch hervorgetreten war,
kann gleichwohl von sich in Anspruch nehmen, erstrangiger Verkünder des Evangeliums geworden zu sein: jährlich 3,8 Mio. Menschen besuchen das Wunderwerk Kathedrale in Barcelona. Im Stile einer mittelalterlichen Unterweisung lernt der Betrachter die Mysterien der Heilsgeschichte kennen – stumme Predigt über die Stationen des Lebens Jesu Christi.
Papst Benedikt XVI. erinnerte 2011 bei der Altarweihe an die drei großen Bücher, die Gaudi geprägt haben: das Buch der Natur, das Buch der Heiligen Schrift und das Buch der Liturgie, wohlgemerkt das der „Alten Messe“, das der damals weltweit üblichen Messe aller Zeiten, der Missa Tridentina. Quelle: Bericht Die Tagespost vom 17.04.25, Ein zeitgemäßes Vorbild, Regina Einig.
Auszug Reisebericht Westwärts – Etappe 22 – Von Mansilla de las Mulas nach León. Die schönste Kathedrale Spaniens ruft. Ein Grund mehr, schneller zu gehen.
Nach vier Stunden und zwanzig Minuten stehen wir vor der Kathedrale. Es ist zwanzig vor zwölf. Die Stadt ist voller Touristen, Schülergruppen, Pilger, viele bekannte Gesichter. Elke postiert für ein Foto direkt vor dem Gotteshaus: geschafft, aber glücklich, in dieser schönen Stadt, voll von Sehenswürdigkeiten und Geschichte angekommen zu sein. Edilesa beschreibt es 1998 so: „Der Dom zu Leon — Licht und Glauben.“ + Kathedrale. Portal des Jüngsten Gerichts. Christus als Pantokrator, als Weltenherrscher.
Staunend stehe ich vor dem Hauptportal, es wird sich erst später öffnen, vor dem Portal des Jüngsten Gerichts mit Christus als Weltenherrscher, ein bekanntes Motiv des Mittelalters. Darunter die Mutter Gottes mit dem Jesuskind im Arm. „Wollen wir nicht erst ins Hostal, dann nehmen wir uns Zeit, für die Besichtigung, für die Heilige Messe um sechs?“ „Einverstanden, für ein paar Außenfotos haben wir aber doch noch Zeit, oder?“ „Ja.“ Zum Beispiel für das Portal des hl. Franziskus, das des hl. Johannes, links und rechts vom Hauptportal. An der südlichen Flanke befinden sich u.a. die Portale des Todes und der Apokalypse.
(…) wenden uns der Casa de Botines zu:
ein Werk des katalanischen Jugendstil‐Architekten Antonio Gaudi; gestorben 1926. Der Vatikan ehrte den Künstler ein weiteres Mal, in dem er ihm um die Jahreswende 2011/2012 eine Ausstellung widmete, wohlgemerkt im Vatikan. + Seine berühmtesten Bauten sind in Barcelona (Casa Battlo, Casa Mila, Sagrada Familia) und in Astorga mit dem Bischofspalast (Seite 73) zu bewundern. + Leider war zwei Tage später der Andrang in Astorga so groß, dass wir uns entschieden, auf einen Besuch des Bischofspalastes zu verzichten.
Auszug Reisebericht Westwärts – Etappe 24. Die Albergue in Astorga ist ein Glücksgriff. Gaudi und Ratzinger.
18 km liegen hinter uns, sind früh dran, es ist erst halb eins, 5 Stunden auf gut zu gehenden Wegen. Obschon: die letzten 5 km zogen sich sehr. Von weitem glänzt eindrucksvoll die Silhouette Astorgas mit ihren römischen Mauern: Asturica Augusta. Die letzten Stufen der schmalen Gasse, scheinbar ein Hindernis, auch sie werden überwunden. Elke cremt sich Beine und Füße ein. Keiner stört uns. Ein Raum mit zwölf Etagenbetten nur für uns.
(…) So, jetzt gehen wir erst mal essen, Söhnkes Empfehlung folgend. Gut gestärkt nehme ich neben Elke Platz auf einer Bank, nahe der Kathedrale und dem von Antonio Gaudi erbauten Bischofspalast (Foto unten), genießen die warme Sonne, tanken auf, sinnieren, oder wie Elke zu sagen pflegt, mediteren. (…)
(…) Wo hat Gaudi nicht überall seine Spuren hinterlassen? Wir kennen von ihm die Neogotische Casa de Botines in León, sein Beitrag zum Stadtbild dieser tollen Stadt, ehemals Hauptstadt des Königreiches Asturien‐León. León, geprägtvon der Reconquista, beherbergt darüber hinaus dieschönste gotische Kathedrale Spaniens. Gaudis Vita ist faszinierend,ein Künstler, der sich in bemerkenswerter Klarheitzu seinem katholischen Glauben bekannte; der Heilige Stuhl hat das Seligsprechungsverfahren eingeleitet. Gaudi heiratete nie, er entschied sich für ein asketisches, zölibatäresLeben. Der letzte weltliche Bau, bevor er sich ganz der Sagrada Familia widmete, war die Casa Mila in Barcelona
(1906‐1910), sein größtes Wohnhausprojekt. Die von ihm erdachte natürliche Belüftung machte Klimaanlagen überflüssig.Gaudi plante bereits damals eine Tiefgarage ein.
Der Temple Expiatori de la Sagrada Familia (Sühnekirche der Heiligen Familie) in Barcelona ist erst am 7.11.2010 von Papst Benedikt XVI. eingeweiht worden; Baubeginn 1882, geplante Fertigstellung 2026.
FotoQuelle Gaudi: commons.wikimedia (14-03-26), gemeinfrei. + Antoni Gaudí im Alter von 25 Jahren. Das Foto entstand am 15. März 1878 bei der Abschlussfeier an der Architektenschule. Es ist das älteste erhaltene Bildnis des Architekten. + Casa Mila. commons.wikimedia (14-03-26), gemeinfrei. Author Thomas Ledl (keine Änderungen) + Nachbau des Arbeitszimmers: commons.wikimedia (14-03-26), gemeinfrei. Konstantinos Dafalias.
Zu Gaudis Bauten
Astorga wie Leon, Knotenpunkte des Camino de Santiago, bestechen mit außergewöhnlichen Bauten des katalanischen Jugendstil‐Architekten Antonio Gaudi, nämlich dem sog. Bischofspalast wie der Casa de Botines. Fotos s. oben und.unten.
Seine berühmtesten Bauten sind allerdings in Barcelona (Casa Batllo, Casa Mila, Sagrada Familia) zu bewundern. Der Temple Expiatori de la Sagrada Familia (Sühnekirche der Heiligen Familie) ist erst am 7.11.2010 von Papst Benedikt XVI. eingeweiht, die offizielle Baugenehmigung erst nach 137 Jahren erteilt worden; die Bauarbeiten hingegen bereits im Jahr 1882 ohne offizielle Genehmigung aufgenommen. Dass sie fehlte, fiel allerdings erst in 2016 auf. Gemäß Stadtverwaltung darf der Monumentalbau fertiggestellt werden. Barcelonas Wahrzeichen darf nicht höher als 172 Meter werden. Der Bau wird ausschließlich von Spenden und Eintrittsgeldern finanziert; geplante Fertigstellung 2026. Der Vatikan ehrte den Künstler ein weiteres Mal, indem er ihm um die Jahreswende 2011/2012 eine Ausstellung widmete, wohlgemerkt: im Vatikan.

Barcelona. Sagra Familia. 2026 wird der 100. Todestag (1852-1926) dieses großartigen Architekten gefeiert; ungewöhnlich sein asketisches und zölibatär geführtes Laienleben. + Der Jugendstil-Künstler starb am 10. Januar 1926 nach einem Straßenbahnunfall. Kurios die Tatsache, dass man ihn zunächst nicht erkannte, vielmehr glaubte, aufgrund der Kleidung einen Mittellosen vor sich zu haben, ihm keine adäquate Notfallversorgung zuteilwerden ließ. Alles geschehen auf seinem allmorgendlichen Besuch vom Oratorium des heiligen Philipp Neri zur Baustelle der Sagrada Familia.
Foto: Gero Schulze, 2022. Sagra Familia, Barcelona.
Das gewaltige Monument gilt als Gaudís berühmtestes Bauwerk. Jedes Jahr wird sie von zig Millionen Menschen besucht; ohne Voranmeldung geht nichts. Nicht unerwähnt sollte sein, dass seit 2000 ein Seligsprechungsverfahren läuft.



Fotos: Bauten von Antonio Gaudi. lks.: Leon. Casa de Botines + Mitte: Astorga. Bischofspalast, heute Museum + Barcelona. Casa Batllo
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