EINHEIT VON KATECHISMUS UND CREDO DES VOLKES GOTTES
Im Katechismus wie im Credo der Volkes Gottes steht alles drin, was der gläubige Katholik von seinem weltweit unisono verkündeten Glauben wissen sollte, nämlich die göttliche Wahrheit. Prof. Jan-Heiner Tück (Wien) stützt diese Auffassung, indem er postuliert, dass der Katechismus als Garant des Welt-Katholizismus Verbindliches, Orientierendes formuliere.
NEUAUFLAGE WELT-KATECHISMUS 1993 / 1997
Der Katechismus www.vatican.va ist nahezu in die Versenkung geraten. Pfarrer scheuen sich nicht, den Katechismus ihrer eigenen Kirche in ihren Predigten als veraltet, nicht mehr zeitgemäß zu bezeichnen. Dabei ist er in seiner letzten Ausgabe erst 1993 resp. 1997 (Catechismus Catholicae Ecclesiae) erschienen, also auf dem neuesten Stand. Vielleicht liegt es auch daran, dass die weiland von Papst Johannes Paul II. eingesetzte Kommission zur Erarbeitung des neuen Weltkatechismus unter der Leitung von Joseph Kardinal Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., stand; sei engster Mitarbeiter der spätere Erzbischof und Kardinal Christoph Schönborn von Wien; er wiederum wandte sich später von Benedikt XVI. ab und Franziskus reziprok zu; Stichwort Alte Messe (dazu später mehr) + Viele Kleriker, Professoren wie der Institutionen, mögen ihn nicht, seinen Vorgänger auch nicht. Warum wohl?
KOMPENDIUM – 2005
Seit 2005 gibt es ein Kompendium, eine Kurzfassung des Weltkatechismus, ebenfalls von Kardinal Ratzinger, kurz vor dem Tod Papst Johannes Paul II., herausgebracht – als MOTU PROPRIO am 20. März 2005.
Eine bemerkenswerte Schrift. Sie sollte eine große Verbreitung finden. Nachstehend zwei kurz ausformulierte Thematiken:
TEILHABE AM POLITISCHEN LEBEN
519. Wie beteiligen sich die Christen am politischen und gesellschaftlichen Leben? 2442
Die gläubigen Laien greifen direkt in das politische und gesellschaftliche Leben ein, indem sie die irdischen Bereiche mit christlichem Geist durchdringen und als echte Zeugen des Evangeliums und als Diener des Friedens und der Gerechtigkeit mit allen zusammenarbeiten.
VATERUNSER-BITTE
596. Was bedeutet (die Vaterunser-Bitte): „Und führe uns nicht in Versuchung“? 2846-2849. 2863
Wir bitten Gott Vater, uns nicht allein und in der Gewalt der Versuchung zu lassen. Wir bitten den Geist, dass wir unterscheiden lernen zwischen der Prüfung, die im Guten wachsen lässt, und der Versuchung, die in die Sünde und in den Tod führt, sowie auch zwischen Versuchtwerden und der Versuchung zustimmen. Diese Bitte vereint uns mit Jesus, der die Versuchung durch sein Gebet überwunden hat. Sie erfleht die Gnade der Wachsamkeit und der Beharrlichkeit bis zum Ende.
VERGLEICH DEUTUNG der Vaterunser-Bitte
PETRUS CANISIUS, 16. Jahrhundert
In dieser Bitte begehren wir, dass Gott alle Anfechtungen und Gefahren der Sünde von uns abwende oder doch kräftig Gnade verleihen wolle, denselben zu widerstehen. Nur in diesem Sinne ist die Bitte zu verstehen, denn Gott führt im eigentlichen Sinne niemand in Versuchung.
Im weiteren Verlauf seiner Deutung geht der Heilige auf die Geschichte des alttestamentlichen Tobias und den ihn begleitenden Engel ein – Tobias 12,13: Weil du Gott angenehm warst, so war es notwendig, dass diese Versuchung über dich komme.
Fazit. Der geneigte Leser möge jetzt selbst abschätzen, ob sein eigenes, zumeist vom Mainstream beeinflußtes Bild vom Mittelalter und der beginnenden Neuzeit noch stimmt. Nicht nur Kirchenlehrer der ersten Jahrhunderte wie Augustinus, Ambrosius und Hieronymus sollten uns Vorbild sein, auch diejenigen wie Petrus Canisius, Bonaventura, Bernhard von Clairvaux und Teresa von Avila. Ihre neuen Christus-zentrierten Gedanken waren positiv konnotiert, nicht Mainstream-erheischend wie derzeit.
Katharina von Siena zum Evangelium des Markus 4,35-41.
Die Apostel hatten Jesus kritisiert, als ein Wirbelsturm drohte, das Boot, auf dem sie alle kauerten, zum Kentern zu bringen. Jesus: Warum habt ihr Angst? Habt ihr keinen Glauben?
Katharina von Siena: „(…) Es ist wahr, dass das Boot häufig von den Wellen des Meeres bedeckt sein wird, aber nicht, damit wir den Mut verlieren, sondern damit wir uns selbst besser kennenlernen und deutlicher die Ruhe vom Sturm unterscheiden können. In Zeiten der Ruhe dürfen wir uns nicht in allzu großer Sicherheit wiegen, sondern müssen mit heiliger Furcht zu demütigen und beständigen Gebeten Zuflucht nehmen und mit brennendem Verlangen die Ehre Gottes und das Heil der Seelen in diesem Boot des Kreuzes suchen.
Damit wir darin nicht nachlässig werden,
erlaubt Gott den Dämonen, dem Fleisch und der Welt, uns zu verfolgen
(also uns in Versuchung zu führen) und uns mit ihren tosenden Fluten zu bedecken. Wenn die Seele, die sich in diesem Boot befindet, nicht irgendwo am Rand stehenbleibt, sondern sich in die Mitte des Bootes begibt, das heißt in den Abgrund der glühenden Liebe des gekreuzigten Jesus, wird sie keinen Schaden erleiden, sondern im Gegenteil: Sie wird stärker werden, immer tapferer die Schmerzen, Anstrengungen und ungerechten Vorwürfe der Welt ertragen, weil sie die Hilfe der göttlichen Vorsehung erfahren und gespürt hat. Legt also die Eigenliebe ab und bekleidet euch mit der Lehre des gekreuzigten Jesus! Ich beschwöre euch: Ich will, dass ihr in das Boot des heiligsten Kreuzes einsteigt und im Licht eines lebendigen Glaubens dieses stürmische Meer überquert.“
Quelle: Evangelium Tag für Tag. Hl. Katharina von Siena (1347-1380). Dominikanertertiarin, Kirchenlehrerin, Mitpatronin Europas. Brief 140 an Fr. R. de Capoue, 94 (Téqui 1976, tome 1, p. 879–880; ins Dt. übers. © Evangelizo)
Meditation zur Vater-unser-Bitte: Und führe uns nicht in Versuchung:
und weitere Deutungen: gesondert
KATECHISMEN – 16. Jahrhundert
CATECHISMUS ROMANUS. CATECHISMUS TRIDENTINUS – 1566 n. Chr.
Gemeinfreies Foto Kathpedia. Römischer Katechismus + herausgegeben von Papst Pius V. auf Beschluß des Konzils von Trient (1545 bis 1563) für die Seelsorge seitens der Pfarrgeistlichen. + Wichtiges Dokument und Instrument der Gegenreformation resp. der katholischen Reform. Sein voller lateinischer Name: CATECHISMVS, Ex decreto Concilii Tridentini, AD PAROCHOS, PII QVINTI PONT. MAX. IVSSV EDITVS. In deutscher Übersetzung 1568 herausgegeben.
Der tridentinische Katechismus umfaßt neben der Einleitung vier Teile. 1: Vom Glaubensbekenntnis. 2: Von den Sakramenten. 3: Von den Geboten. 4: Vom Gebet und vom Vaterunser. + Papst Klemens XIII. untermauerte mit seiner am 14. Juni 1761 herausgegebenen Enzyklika die Wichtigkeit des Römischen Katechismus.
Quelle: www.kathpedia.com.
KATECHISMUS HL. PETRUS CANISIUS, 1555
Der hl. Petrus Canisius, Ordenspriester der Jesuiten und Kirchenlehrer (8. Mai 1521 – 1597), hat drei Katechismen herausgegeben: den Großen (1555) für Geistliche und gebildete Laien, den Kleinen mit 59 Fragen und kurzen Gebeten für die einfachen Gläubigen und den Mittleren, es ist der verbreiteste, für die Lateinschulen. Mir liegt er in der Version in 113 Bildern vor – nach der vom Bischof von Chur 1865 approbierten Erstausgabe nunmehr in der 4. Auflage 2019. Verlagsbuchhandlung Sabat, Kulmbach.
Eine Fundgrube. Er bespricht Themen, die heute wieder auf der Agenda stehen; zum Beispiel zu der besprochenen Vaterunser-Bitte.
WAHRHEIT DER EVANGELIEN. Datierung.
Warum glaube ich den Evangelisten? Weil ich von der Wahrheit der Worte Jesu Christi, aufgezeichnet von den vier Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes, überzeugt bin. Meine tiefgläubige Mutter und ihre Mutter, wie einige Priester und Lehrer legten den Grundstein. Bestätigt fühle ich mich durch Papst Benedikt XVI., der in einem seiner Jesus-Trilogie-Bücher unmißverständlich zum Ausdruck bringt, dass er den Evangelisten traue.
„Die Kirche der Väter hat den Schriftkanon, die Symbola und die Grundformen des Gottesdienstes geschaffen. Die Väter haben, indem sie den Glauben als eine „Philosophia“ begriffen und ihn unter das Programm des Credo ut intelligam (Verf.: unten mehr), sich zur rationalen Verantwortung des Glaubens bekannt und damit Theologie geschaffen, wie wir sie bis heute verstehen.“ – Quelle: Joseph Ratzinger. Gesammelte Schriften. Glaube in Schrift und Tradition, Band 9/1, S.520.
Seit Jahrhunderten haben Wissenschaftler und sog. historisch-kritische Exegeten die Bibel quasi umgedreht, zerstückelt, jedes Wort, jeden Satz analysiert dem Sinne nach, kann es von Jesus selbst gesprochen sein? Selbstverständlich nicht. Das hieße ja, diese Wissenschaftler und Exegeten würden die Gottessohnschaft Jesu Christi, den trinitarischen Jesus Christus, bestätigen.
Resultat: Selbst Kirchgänger haben das Vertrauen in den Wahrheitscharakter der Schrift, des Alten wie des Neuen Testaments, verloren.
- Dafür haben Stichworte wie:
- Die Sache Jesu muß weitergehen.
- Auferstehung in den Tod
- Konjunktur,
- wie der Terminus: Vaticinia ex eventu:
- Nachträgliche Einfügung Jesu Worte in die Schrift, nachdem der Autor Kenntnis von dem Ereignis hatte.
- Das trifft insbesondere zu auf Jesu Prophezeiungen betreffend die Tempel-Zerstörung Jerusalems durch die Römer Anno Domini 70 nach Christus.
Gerade in den Gemeinden, so Neu-Testamentler Prof. Klaus Berger, in denen eine hemmungslose Exegese zu beobachten war / ist, sei ein eklatanter Glaubensverlust zu konstatieren.
Alles könne man mit der Exegese zerstören:
die Marienverehrung, die Dreifaltigkeit, die Sakramente, halt den Glauben in Gänze.
- Jesus sei danach ein frommer Wanderprediger,
- eingereiht in Persönlichkeiten wie Martin Luther King, Mahatma Ghandi, Siddharta Gautama (Buddha), u.v.a.m.
- Diese Beschreibung kann noch als euphemistisch betrachtet werden,
- andere verkünden den wirklichen Jesus wie folgt: verheiratet, homosexuell, politischer Revolutionär.
Waren es noch in den vergangenen Jahrhunderten (grob gerechnet bis zum 2. Vatikanischen Konzil 1962) vor allem protestantisch gefärbte Theologen und Wissenschaftler, tun sich seit dem Konzil vor allem sich katholisch nennende Theologie-Professoren und auch Bischöfe und Pfarrer wie Ordensleute (an erster Stelle wären die Jesuiten zu nennen) hervor.
Während die wissenschaftliche Elite keine Probleme darin sieht,
zum Beispiel die Handschriften des Aristoteles (384 bis 322 vor Christus)
aus dem 9. Jahrhundert nach Christus als wahr anzusehen, gilt dieses natürlich nicht für die Handschriften von Teilen des Neuen Testaments (NT) des 1. Jahrhunderts nach Christus. Vom NT gibt es über 5.000 griechische Handschriften, von der Nikomachischen Ethik des Aristoteles nur 120.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind die 5.000 griechischen Handschriften des NT voneinander unabhängig geschrieben. Auch die vielen Textunterschiede ändern nichts an der Glaubwürdigkeit; bei anderen antiken Texte fiele auch niemandem ein, aufgrund der Nuancen die Gesamtheit der Schrift in Abrede zu stellen.
Die frühesten Biographen Alexander des Großen (356 bis 323 vor Christus)
sind mehr als 400 Jahre nach seinem Tod verfaßt worden; der von Mohammad (573 bis 632) verfaßte Koran samt der Hadithe im 9. Jahrhundert nach Christus. + Noch hat sich kein Wissenschaftler getraut, seine wissenschaftlichen Mohammad-Studien zu veröffentlichen, einem Wissenschaftlerkreis zugänglich zu machen. + Livius, der römische Historiker, schrieb seine Texte während der Regierungszeit des Kaisers Augustus (27 vor Chr. bis 14 nach Christus): bekannt geworden 200 Jahre nach den Ereignissen. Quellen des griechischen Geschichtsschreibers Cassius Dio (gestorben 235 nach Chr.) datieren 400 Jahre nach den Geschehnissen.
Dass also die verschiedenen Gemeinden in der Zeit nach Jesu Tod
sich im wesentlichen mehr oder weniger auf eine bis vier Quellen bezogen haben, spricht weiterhin für die Wahrheit der Bibel. Autor Clasen geht im weiteren auf die Details ein, bespricht Funde der Neuzeit: in 2004 Siloah-Teich, Papyrus-Funde 1934 in Ägypten, Höhlen von Qumran, ausführliche Schilderung des Josephus Flavius zur Zeit des Jüdischen Krieges um Jerusalem 70 nach Chr., etc.
Kurzum, alle synoptischen Evangelien: Markus, Matthäus und Lukas, sind vor 70 nach Christus geschrieben worden. Wer mehr wissen will, bitte sich den Artikel besorgen.
Inspiriert durch einen Artikel von Norbert Clasen. Una Voce Korrespondenz, Ausgabe 2/2021, S. 87 ff. Die Zuverlässigkeit der Evangelien.
DATIERUNG DER EVANGELIEN
Prof. Dr. theol. Klaus Berger (1940 bis 2020). Kommentar zum Neuen Testament. 2. Auflage 2012. Neutestamentliche Theologie Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.
Der Kanon des Neuen Testaments (also alle Evangelien und Briefe von Paulus, Petrus, Jakobus) in der uns vertrauten Gestalt ist erstmals im Jahre 367 durch Athanasius dem Großen von Alexandria (296 bis 373 n. Chr.; Kirchenvater und Patriarch) in seinem 39. Osterfestbrief fixiert worden. Die Anfänge der Kanon-Geschichte reichen allerdings bis in das 2. Jahrhundert zurück. So scheint bereits der Zweite Petrusbrief eine Sammlung von Paulusbriefen vorauszusetzen (2 Petr 3,15f.; vgl. Eph 12,2).
Kirchenvater Justin der Märtyrer (100 bis 165 n. Chr.; Kirchenlehrer, Apologet, Philosoph) zitiert Mitte des 2. Jahrhunderts die Evangelien als „Schrift“ – neben dem Alten Testament. In ihnen hörte er die autoritative Stimme des auferstandenen Herrn.
Evangelist MATTHÄUS, Apostel
EÜ. Einheitsübersetzung: um 80 n. Chr.;
- also nach der Tempelzerstörung durch Titus 70 nach Christus:
- Jesu Worte zur bevorstehenden Tempelzerstörung (Mt 24, 1+2)
- seien danach nachträglich in die Schrift eingefügt worden.
Prof. Klaus Berger: zwischen 50 und 60 n. Chr.
Evangelist MARKUS
EÜ: um 70 n- Chr.; Schluß 16,9 – 20: 2. Jahrhundert
Berger: Spätestens 45 n. Chr.
Evangelist LUKAS / Apostelgeschichte (Lieber Theophilus)
EÜ: 80-90 n- Chr.
Berger: vor 68 n. Chr., wahrscheinlich 66;
- unter anderem deshalb, da er nicht über Paulus` Tod und Nero berichtet
Evangelist JOHANNES, Apostel
EÜ: Ausgang 1. Jahrhundert
Berger: Judenchristlich; 68/69 n. Chr.: berichtet nicht über die Tempelzerstörung 70 = ansonsten geschmacklos.
- Johannes weiß offenbar noch nichts über bereits entfaltete Kirchenstrukturen,
- wie hinsichtlich der engen Verbindungen zu Paulus mit der Logos-Christologie (1 Kor und Joh 1), etc.
- und dem zentrales Bekenntnis „Du bist Christus, der Sohn Gottes“,
- das von Martha (Joh 11,27) gesprochen wird.
ENZYKLIKA FIDES ET RATIO – Glaube und Vernunft 1998
Papst Johannes Paul II.
Fides et Ratio – Glaube und Vernunft. Gemeinhin wird der emeritierte Papst Benedikt XVI. mit diesem seinem Lieblingsthema in Verbindung gebracht, zum Verdruss vieler seiner Kritiker, vor allem hier in Deutschland, namentlich Hans Küng vom Weltethos.
Am 14. September 1998, dem Fest der Kreuzerhöhung, hat sein Vorgänger Papst Johannes Paul II. eine Enzyklika vorgelegt, die es verdient hat, mehr denn je beachtet und diskutiert zu werden, nämlich, ich zitiere korrekt: (die) Enzyklika FIDES ET RATIO von Papst Johannes Paul II. an die Bischöfe der katholischen Kirche über das Verhältnis von Glaube und Vernunft. Es gibt eine 7. Auflage aus 2014, zu beziehen über das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (www.dbk.de) als Nr. 135 der Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls. Wie der emeritierte Papst Benedikt XVI. jetzt (2016) verriet, stecken einige Ideen von ihm in dieser Enyzyklika. Mein erstes Fazit: spannend zu lesen. Nachstehend die Kapitel-Überschriften:
Einleitung: „Erkenne dich selbst.“
- Die Offenbarung der Weisheit Gottes: Jesus als Offenbarer des Vaters. Die Vernunft vor dem Geheimnis.
- Credo ut intellegam (Ich glaube, damit ich verstehen kann): Die Weisheit weiß und versteht alles. „Erwirb dir Weisheit, erwirb dir Einsicht.“
- Intellego ut credam (Ich glaube, damit ich erkennen kann): Auf dem Weg der Suche nach der Wahrheit. Die verschiedenen Gesichter der Wahrheit.
- Das Verhältnis von Glaube und Vernunft: Bedeutsame Schritte der Begegnung zwischen Glaube und Vernunft. Die bleibende Neuheit des Denkens des hl. Thomas von Aquin. Das Drama der Trennung zwischen Glaube und Vernunft.
- Die Wortmeldungen des Lehramtes im philosophischen Bereich: Das Urteilsvermögen des Lehramtes als Dienst an der Wahrheit. Das Interesse der Kirche für die Philosophie.
- Die Wechselwirkung zwischen Theologie und Philosophie: Die Glaubenswissenschaft und die Erfordernisse der philosophischen Vernunft. Verschiedene Standorte der Philosophie.
- Aktuelle Forderungen und Aufgaben: Der unverzichtbaren Forderungen des Wortes Gottes. Aktuelle Aufgaben für die Theologie. Schluss.
Fotos: demnächst
Krakau November 2019 + (c) A.M. Schulze
DOMINUS IESUS – 2000.
Über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche.
Kardinal J. Ratzinger. Papst Johannes Paul II.
Foto: Papst Johannes Paul II. und sein wichtigster Mitarbeiter Joseph Kardinal Ratzinger
ZWEITES VATIKANISCHES KONZIL
GEFAHR DER UMDEUTUNG: KONZIL DER MEDIEN
Ergänzend zu dem extra beschriebenen CREDO des VOLKES GOTTES von Papst Paul VI. ist es heute mehr denn je wichtig, auf die vatikanische Erklärung „Dominus Iesus – Jesus ist der Herr“ hinzuweisen. + Insbesondere in Anbetracht der derzeitigen Bestrebungen, das Zweite Vatikanische Konzil der Jahre 1962 – 1965 umzudeuten: Alles sei jetzt möglich (zu glauben), alles sei gleich – Relativismus pur.
Quasi am letzten Tag seines Pontifikats in 2013 warnte Papst Benedikt XVI. in seiner letzten großen Rede vor seinen römischen Geistlichen vor dieser Gefahr der Umdeutung.
- Viele Bischöfe und Gläubige hätten sich am sogenannten Konzil der Medien orientiert und
- nicht am tatsächlichen, vom Heiligen Geist getragenen Konzil.
Am Vorabend des Konklaves zur Papstwahl im April 2005
hatte der Dekan des Kardinalskollegiums eine vielbeachtete Rede gehalten, die wohl auch mit ausschlaggebend für seine spätere Papstwahl war, in der noch einmal vor dem Relativismus innerhalb der Kirche warnte:
- Heute „breitet sich mehr und mehr die Auffassung aus,
- dass alle Religionen gleichwertige Heilswege für ihre Anhänger sind.
- Diese Überzeugung hat sich (…) auch in weiten Teilen der katholischen Öffentlichkeit durchgesetzt und
- wird insbesondere von einem gegenwärtig im Westen vorherrschenden kulturellen Trend beeinflusst,
- der mit dem Begriff des Relativismus zu bezeichnen ist.“
Diese exakte Zustandsbeschreibung der katholischen Kirche hat sich mehr denn je manifestiert – auch und gerade unter der Ägidie des gegenwärtigen Papstes Franziskus; vgl. dazu seine Äußerungen in Asien; mehr später.
Zurück zur Erklärung „Dominus Iesus – Jesus ist der Herr“
und der gegenwärtigen Umdeutung des Konzils. So ist es auch nicht verwunderlich, dass er auch als emeritierter Papst in 2014 noch einmal dazu Stellung genommen hat. Er verwies auf seinen Vorgängerpapst und mittlerweile heiliggesprochenen Johannes Paul II., auf dessen Initiative hin obiges Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre am 6. August 2000, dem Fest der Verklärung des Herrn, herausgekommen sei. In seinem letzten Buch „Letzte Gespräche“ mit Peter Seewald aus 2016 korrigierte der emeritierte Papst Benedikt XVI. die Ansicht, dass er selbst die Dokumente des Offiziums geschrieben habe; er habe auch bei diesem Dokumente nur mitgearbeitet und kritisch umgestaltet.
DIE GLAUBENSINHALTE
DER ERKLÄRUNG DOMINUS JESUS
Die Erklärung löste weltweite Debatten aus. Die Protestanten *) waren enttäuscht, lesen zu müssen, dass ihre Kirchen eben nicht als Kirchen, sondern als kirchliche Gemeinschaften bezeichnet worden waren. Dominus Jesus beschreibt die wesentlichen Glaubensinhalte der katholischen Kirche mit der Überschrift:
Über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität
Jesu Christi und der Kirche.
Hier einige Abschnittsüberschriften:
I. Fülle und Endgültigkeit der Offenbarung Jesu Christi.
II. Der fleischgewordene Logos und der Heilige Geist im Heilswerk.
III. Einzigkeit und Universalität des Heilsmysteriums Jesu Christi.
IV. Einzigkeit und Einheit der Kirche.
V. Kirche, Reich Gottes und Reich Christi.
VI. Die Kirche und die Religionen im Hinblick auf das Heil.
Wer den gesamten Text lesen möchte, schlage bitte die Seite auf: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20000806_dominus-iesus_ge.html
*) LUTHER, DIE PROTESTANTEN UND DIE KIRCHE
Wollen sie überhaupt Kirche sein?
„Den Kirchenbegriff in gleicher Weise für alle bestehenden kirchlichen Gemeinschaften in Anspruch zu nehmen, steht eben auch gegen deren eigenes Selbstverständnis. Luther sah die Kirche im theologischen und geistlichen Sinn nicht in dem großen institutionellen Körper der katholischen Kirche verwirklicht, die er eher als ein Instrument des Antichrist ansah. Kirche wird in seiner Sicht jeweils da, wo das Wort Gottes Menschen versammelt und eint. Dem entsprechend sieht die auf Luther zurückgehende Tradition die Kirche dort für gegeben an, wo das Wort recht verkündet und die Sakramente in rechter Weise gespendet werden. Luther selbst konnte unmöglich in den sich bildenden, den Fürsten unterstehenden Landeskirchen die Kirche sehen: Dies waren äußere Hilfskonstruktionen, die man brauchte, aber doch nicht die Kirche im geistlichen Sinn. Und wer würde heute einfach sagen wollen, daß die in historischen Zufälligkeiten gewachsenen Bildungen – sagen wir die Kirche von Hessen-Waldeck oder von Schaumburg-Lippe – im gleichen Sinn Kirche sind, wie die katholische Kirche glaubt Kirche zu sein. VELKD und EKD wollen doch ganz ausdrücklich nicht eine „Kirche“ sein. So zeigt sich bei nüchterner Betrachtung, daß die Realität Kirche für den Protestanten woanders angesiedelt ist als in den Institutionen, die man Landeskirchen nennt. Darüber müßte man streiten.“
– Joseph Kardinal Ratzinger in einem ausführlichen Interview mit Christian Geyer, FAZ, vom 22. September 2000, in dem der damalige Präfekt der Glaubenskongregation zur Empörung Stellung nimmt, die die Erklärung der Glaubenskongregation Dominus Iesus vom 6. August 2000 in evangelischen Kreisen ausgelöst hatte. Quelle: Kath.-info.de
ERZBISCHOF GERHARD LUDWIG MÜLLER
ZUR TRINITÄT
Der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre bringt die beschriebene Basis des katholischen Glaubens in seinem 2012/2013 publizierten Buch „Den Horizont der Vernunft erweitern – Zur Theologie von Benedikt XVI.“ ergänzend wie folgt zu Papier:
„Es gibt nur einen Gott, in den drei Personen von Vater, Sohn und Heiligem Geist; Gott, der Sohn, hat unser menschliches Fleisch angenommen; in seiner menschlichen Natur hat er alle Menschen angenommen und in das Verhältnis zum dreieinigen Gott hineingeführt. Wir sind durch Christus Söhne und Töchter Gottes und dürfen uns im Heiligen Geist der Freundschaft und der Liebe Gottes erfreuen. Deshalb gibt es auch nur eine Kirche, kann es nur eine Kirche geben.“
Der deutsche Schriftsteller Reinhold Schneider
(19./20.Jh.) drückt seinen Glauben so aus: „Niemand glaubt an Gott, weil er bewiesen wurde, sondern weil Gottes Sein sich in ihm ereignet hat, weil Gottes Segen an ihm, ihm geschah; weil Gott sein Auge auf ihn richtete. Gott ist der unbeweisbar Wirkende, der anschaut, den er will.“