Das Glaubensbekenntnis der Katholischen Kirche

Die Reihe über die Essentials der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche umfasst die Punkte: Katechismus + Wahrheit der Evangelien + Credo + Vaterunser-Bitte Und führe uns nicht in Versuchung + Wissenschaft und Glaube + Theologie Kirchenväter + Prof. Eta Linnemanns Nein zur kritischen Theologie + Häresie + Schisma + Sie wird teils in gesonderten Artikeln fortgesetzt.

Einstimmung

Vorgedacht im Alten Testament Buch Levitikus 19,18: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.“

Im Neuen Testament festgeschrieben bei Matthäus 5, 44 + 46: „Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten?“ 

„Weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.“ – Johannes 15,18,19. – Faktum gestern wie heute.

Nahezu völlig in Vergessenheit geraten ist das von Papst Paul VI. in 1968 erarbeitete Glaubensbekenntnis: das CREDO DES VOLKES GOTTES. Es passt vielen in der Katholischen Kirche, den Protagonisten der Laienorganisationen wie den Klerikern, nicht mehr in ihr Bild einer modernen Kirche.

DAS CREDO DES VOLKES GOTTES 

Papst Paul VI. + 1968  

Am 30. Juni 1968, drei Jahre nach Beendigung des Zweiten Vatikanischen Konzils, verkündete Papst Paul VI. vor Zehntausenden von Gläubigen sein Glaubensbekenntnis CREDO DES VOLKES GOTTES – als Antwort auf die Zeit-Irrtümer, auf dem Höhepunkt der 1968er-Kulturrevolution: Eindeutig eine Ergänzung der von den Konzilsvätern herausgebrachten Dekrete, dogmatischen Konstitutionen, Erklärungen.

Zum Abschluss des Glaubensjahres 1968, das letzte war übrigens für 2012/2013 von Papst Benedikt XVI. ausgerufen worden, intendierte Paul VI. mit seinem feierlich proklamierten Glaubensbekenntnis

EIN FESTES ZEUGNIS

FÜR DIE GÖTTLICHE WAHRHEIT ABZULEGEN,    

DIE DER KIRCHE ANVERTRAUT IST.

Mehr darüber in englischer Übersetzung via Vatikanseite:

Die deutsche Übersetzung unterteilt den Text in einzelne, prägnante Punkte und gibt somit den nötigen Überblick:

Der aufmerksame Leser wird sicherlich überrascht sein, dass die hier getroffenen Aussagen zur Trinität / Dreifaltigkeit Gottes nahezu deckungsgleich zu dem sind, was schon die iberischen Bischöfe im 7. Jahrhundert festgehalten haben.

Jesu Verklärung auf dem Berg Tabor. Mit Mose und Elias an seiner Seite. Darunter die Apostel Petrus, Johannes und Jakobus. Foto: Transfiguration of Jesus. Raffael (1516/1520), Pinacoteca Vaticana. gemeinfrei.

DAS CREDO

In verkürzter Form wird es tagtäglich als Apostolisches Glaubensbekenntnis überall auf den Kontinenten während der Heiligen Messe gesprochen; bei festlichen Anlässen gerne auch Das Große Glaubensbekenntnis von Nicäa; in der Messe aller Zeiten (Missa Tridentina) immer. Dazu unten mehr.

GLAUBENSBEKENNTNIS ENTWICKELT

AUS DEN TAUFGESPRÄCHEN DER FRÜHEN CHRISTEN

Das Glaubensbekenntnis ist, so Papst Benedikt XVI., aus den Taufgesprächen der frühen Christen mit Beginn des 2. Jahrhunderts entwickelt worden, aus dem Dialog zwischen Bischof und  Taufbewerber: „Glaubst Du an Gott?“ – „Glaubst Du…?“

  • Die grundlegende Wahrheit des christlichen Glaubens an Jesus Christus verlangt den Gläubigen viel ab.
  • Das große Geheimnis seiner Geburt, seiner Kreuzigung und seiner Auferstehung von den Toten;
  • in jeder Hl. Messe bei der Eucharistie gegenwärtig.
  • Der hl. Augustinus (4./5. Jahrhundert) dazu: „Der Glaube der Christen ist die Auferstehung Jesu Christi.“
  • An sich ein Skandalon, wie Papst Benedikt XVI. es einmal ausdrückte.

Die Glieder der Ur-Kirche

haben diese „österliche Botschaft“ offen und ohne Furcht verkündet. Origenes (2./3. Jahrhundert) war sich der Begrenzheit seines menschlichen Geistes bewußt. Er glaubte dennoch. Und wir?

  • „Die Väter  der Kirche sind die gemeinsame Vergangenheit aller Christen. Und im Wiederfinden dieser Gemeinsamkeit liegt die Hoffnung für die Zukunft der Kirche, die Aufgabe für ihre, für unsere Gegenwart.“
  • Quelle: Joseph Ratzinger. Gesammelte Schriften. Glaube in Schrift und Tradition, Band 9/1, S.521. 

ZWEITES VATIKANISCHES KONZIL

Konzilsväter zum Glauben der Kirche

Über die Ergebnisse des von Papst Johannes XXIII. einberufenen und von seinem Nachfolger Papst Paul VI. erfolgreich in 1965 zu Ende gebrachten Zweiten Vatikanischen Konzils wird mehr denn je gestritten. In der Konstitution über die heilige Liturgie (Sacrosanctum Concilium) wie in der Dogmatischen Konstitution (Lumen Gentium) konkretisierten die Konzilsväter den Glauben der Kirche. Medien wie Liberale sahen in ihnen die Beschreibung einer völlig erneuerten Kirche.

Papst (em.) Benedikt XVI., einer der letzten Zeitzeugen, bringt es in die rechte Spur, wenn er deklamiert:

  • „Nicht das Konzil der Medien,
  • sondern das Konzil der Konzilsväter ist entscheidend.
  • Nicht der vermeintliche Geist,
  • sondern die schriftlich fixierten Ergebnisse des Konzils sind entscheidend.“

vgl. auch den Menüpunkt Die Konzilien

VATER UNSER, der Du bist im Himmel, geheiligt werde Dein Name; zu uns komme Dein Reich; Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden! Unser himmlisches 1)  / tägliches Brot 2)  gib uns heute; und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern; und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.  Amen.  

  • PATER NOSTER, qui es in caelis; sanctificetur nomen tuum. Adveniat regnum tuum. Fiat voluntas tua, sicut in caelo, et in terra. Panem nostrum supersubstantialem 1) (cotidianum 2) da nobis hodie. Et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris. Et ne nos inducas in tentationem, sed libera nos a malo. Amen.

Anmerkung: Römisch-katholische Fassung (Schott-Meßbuch von 1930); vgl. auch Matthäus-Evangelium 6,5-1

Die leicht missverständliche Bitte … „und führe uns nicht in Versuchung“ war nicht nur Papst Franziskus ein Dorn im Augen. Er deklamierte vor Jahren, Gott führe niemanden in Versuchung, niemanden in die Sünde.

Da lag seine Heiligkeit nicht ganz richtig. Mehr dazu gleich. In Deutschland gab es gleichermaßen eine riesige Diskussion.

  • Viele katholische Kleriker wollten sich dem Mainstream anpassen;
  • Gott sei es gedankt widerstanden die Protestanten und beließen es bei dem überlieferten originären Text (vom Griechischen ins Lateinische übersetzt) –
  • so wie Jesus ihn nach Matthäus gebetet hat.

Die französischsprachigen Bischöfe meinten dann 2017 in nachfolgendem Gehorsam, weltweit das Vaterunser ihrer Sprache abändern zu müssen + „Leicht“ abzuändern, wie es die Online-Plattform der katholischen Kirche in Deutschland anmerkte. Nein: fundamental, wie ich hinzufüge. Und weiter heißt es im dortigen Text: 

  • Wie die Schweizer Bischofskonferenz am Donnerstag nach Abschluss ihrer Vollversammlung in Einsiedeln (29. bis 31. Mai 2017) mitteilte, heißt es statt „Et ne nous soumets pas à la tentation“ (und führe uns nicht in Versuchung)
  • ab dem ersten Adventssonntag (3. Dezember 2017) neu: „Et ne nous laisse pas entrer en tentation“.
  • Das französische Verb „soumettre“ (unterwerfen) wird also durch „ne pas laisser entrer“
  • wörtlich: „nicht eintreten lassen“ ersetzt.

Warum meine ich,

dass der Pontifex „nicht ganz richtig liegt“?

Ganz einfach. Nicht nur Ijob oder Tobit des Alten Testaments wurden von Gott in Versuchung, auf die Probe gestellt, nein: Jesus selbst wurde von Gott – zu Beginn seines Wirkens – in der Wüste vom Satan verführt resp. sollte verführt werden; vgl. Matthäus 4,1-11:

  • „Danach wurde Jesus vom Geist ´Gottes` in die Wüste geführt,
  • weil er dort vom Teufel versucht werden sollte …“

Diese explizite Versuchung seitens seines göttlichen Vaters wollte Jesus offenbar seinen Anhängern, Jüngern, Aposteln, Evangelisten, Heiligen, Gläubigen und allen Christen nachfolgender Jahrhunderte ersparen; sie sollten verschont bleiben. Das macht Sinn.

Johannes vom Kreuz 

16. Jh.; Beichtvater von Teresa von Avila, stützt insofern meine These, als dass er zu seinen Glaubenszweifeln *) und denen der hl. Therese von Lisieux einige Gedanken zu Papier gebracht hat, die Christian Feldmann wie folgt zusammenfasste: 

  • Unter dem Bildwort „dunkle Nacht des Gei­stes“ beschreibt er (Juan de la Cruz, 1542-1591) den für ein geistli­ches Leben notwendigen Prozess der „Reinigung“ der Erkenntniskraft und
  • des Gedächtnisses von allen Vorstel­lungen und Denkgewohnheiten,
  • die Gott und seine Geheimnisse festma­chen und domestizieren wollen.
  • Nach seiner Erfahrung und Lehre ist es Gott selber, der den Menschen in den „Zweifel“ führt –
  • um ihn einzuladen, der Grenzenlosigkeit und Herrlichkeit seiner Liebe zu begegnen, die „alle Er­kenntnis übersteigt“ (Eph 3,19).
  • Die Frucht solchen Zweifels ist ein Glaube, der Gott als Gott anerkennt,
  • der Gott zugesteht, fern und unbegreif­lich zu sein, wo er unbegreiflich sein will,
  • und nah und erleuchtend, wenn er Einsicht in seine Geheimnisse schenken möchte.

Ein in Deutschland nicht unbedeutender Pfarrer und TV-Medienmann

bestätigte und ergänzte mir gegenüber im Mai 2022 das Vorgesagte zur Versuchung Jesu und den generellen Aussagen der Mystiker zu dieser Thematik wie folgt:

  • „Vor etlichen Jahrzehnten gab es an unseren Hochschulen noch Lehrstühle mit der Thematik „Aszese und Mystik“.
  • Mit der Umwandlung in Fundamentaltheologie hat auch eine inhaltliche andere Ausrichtung stattgefunden,
  • bei der der von Ihnen beschriebene Weg der Mystik so gut wie ganz verschwunden ist.
  • Das ist ein großes Defizit heutiger Theologie.
  • In der Seelsorge kann das gravierende Folgen haben,
  • wenn etwa nicht erkannt wird, dass Dunkelheiten und sogar depressive Verstimmungen
  • Phänomene der Reinigung auf dem Weg zu Gott sind und nicht von Sünden herrühren.“

*) Mein Diktum: Im Prinzip kann also gesagt werden, dass jeder große Heilige, dass jede große Heilige irgendwann von Glaubenszweifeln befallen worden ist. Erst, wenn er oder sie bereit und willens ist, geistige tiefe Täler (gilt auch im Sport) zu durchschreiten, wird an seinem Glauben an den trinitarischen Gott wachsen.

Das Vater unser in verschiedenen Sprachen

Gotisch, ca. 350

Atta unsar þu in himinam, weihnai namo þein. qimai þiudinassus þeins. wairþai wilja þeins, swe in himina jah ana airþai. hlaif unsarana þana sinteinan gif uns himma daga. jah aflet uns þatei skulans sijaima, swaswe jah weis afletam þaim skulam unsaraim. jah ni briggais uns
in fraistubnjai, ak lausei uns af þamma ubilin.

Übertragung

  • Vater unser Ihr in (den) Himmeln, geheiligt werde Name Euer. komme Königreich Euer.
  • werde Wille Euer, wie im Himmel auch auf (der) Erde.
  • Brot unser das tägliche gib uns diesen Tag.
  • und vergib uns dass Schuldner wir sind,
  • so wie auch wir vergeben den Schuldnern unseren.
  • und nicht möget Ihr bringen uns in Versuchung,
  • sondern erlöse uns von dem Übel.

Althochdeutsch, ca. 830

Fater unser, thu thar bist in himile, si giheilagott thin namo, quele thin rihhi, si thin uuillo, so her in himile ist, so si her in erdu, unsar brot taglihhaz gib uns hiutu, inti furlaz uns unsara sculdi, so uuir furlamzemes unsaren sculdogon, inti ni gileitest unsih in costung, uzouh arlosi unsih fön ubile. Mittelhochdeutsch, ca. 1300

Übertragung

vater unser der da bist in den himeln. geheiliget wert din name. zuo kom din rich. din wille gewerde in der erden als in dem himele. unser tegelich brot gip uns hiute. unt vergip uns unser schulde, als wir vergeben unseren schuldigern.

  • uns enleite uns nit in bekorunge, sunder verloes uns von übele. Amen.

Römisches Meßbuch, 1962

Vater unser, der Du bist im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Zu uns komme Dein Reich. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Amen.

Aktuell, nach dem Konzil 1962-1965

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Anmerkungen. Der von Papst Franziskus kritisierte Satz „Und führe uns nicht in Versuchung“ : Gott könne keinen Menschen in Versuchung führen, Gott ist die Liebe

  • ist von Anfang Allgemeingut der Christen,
  • weil korrekt übersetzt.

Auch in Martin Luthers Übersetzung von 1522 (hier nicht abgedruckt) ist er zu finden. Auf Luthers Übersetzung ist der Anhang „Denn Dein ist das Reich …“ in der gegenwärtigen katholischen Fassung zurückzuführen.

Viele spanische, französische und italienische Bischöfe sind dem Papst gefolgt,

nicht jedoch die deutschen. 

  • Bsp. Spanien: „Y no nos dejes caer en tentacion, …“ / „Lasse uns nicht der Versuchung erliegen (anheimfallen),…. “
  • Bsp. Italien: „e non abbandonarci alla tentatione, ma…“ / „und verlasse uns nicht in der Versuchung (oder: überlasse uns nicht der Versuchung) ,sondern….“

Quelle u.a.: Vatican Magazin 3/2020 und verschiedene Internetseiten

GLAUBENSBEKENNTNIS IN DER HEILIGEN MESSE

Die Auferweckung des Lazarus. Von Leon Bonnat. Entnommen dem Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus 06/2016. + „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ Joh 11,25.

DAS GROSSE GLAUBENSBEKENNTNIS

von Nicäa (325) und Konstantinopel (381 n. Chr.)

Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn, Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel.

Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten *); seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten; und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.

Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen.

DAS APOSTOLISCHE GLAUBENSBEKENNTNIS

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,  hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten *) die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten  und das ewige Leben.  Amen.

ATHANASISCHES GLAUBENSBEKENNTNIS (4. Jh.)

Jeder, der selig werden will, muss vor allem den katholischen Glauben festhalten. Jeder, der diesen nicht unversehrt und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel auf ewig verlorengehen.

Dies aber ist der katholische Glaube:

Dass wir den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit verehren, ohne dabei die Personen zu vermischen und ohne die Wesenheit zu trennen. Denn eine Person ist die des Vaters, eine andere die des Sohnes; eine andere die des Heiligen Geistes.

Aber der Vater und der Sohn und der Heilige Geist haben nur eine Gottheit, die gleiche Herrlichkeit, gleichewige Majestät. Wie der Vater ist, so ist der Sohn und so der Heilige Geist: Ungeschaffen der Vater, ungeschaffen der Sohn, ungeschaffen der Heilige Geist. Unermesslich der Vater, unermesslich der Sohn, unermesslich der Heilige Geist.  

Ewig der Vater, ewig der Sohn, ewig der Heilige Geist. Und doch sind es nicht drei Ewige, sondern ein Ewiger,  wie es auch nicht drei Ungeschaffene oder drei Unermessliche sind, sondern ein Ungeschaffener und ein Unermesslicher.

Ebenso ist allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn, allmächtig der Heilige Geist. Und doch sind es nicht drei Allmächtige, sondern ein Allmächtiger. So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott. Und doch sind es nicht drei Götter, sondern ein Gott. So ist der Vater Herr, der Sohn Herr, der Heilige Geist Herr.

Und doch sind es nicht drei Herren, sondern ein Herr. Denn wie wir gezwungen sind, in christlicher Wahrheit jede einzelne Person für sich als Gott und als Herrn zu bekennen, so verbietet uns der katholische Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen.

Der Vater ist von niemandem gemacht, weder geschaffen noch gezeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht geworden noch geschaffen, sondern gezeugt. Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn, nicht geworden noch geschaffen noch gezeugt, sondern hervorgehend.   Es ist also ein Vater, nicht drei Väter, ein Sohn, nicht drei Söhne, ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister.  

Und in dieser Dreifaltigkeit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner,
sondern alle drei Personen sind einander gleichewig und gleichrangig,  so dass in allem, wie schon oben gesagt worden ist, die Einheit in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit zu verehren ist.

Wer also selig werden will, soll diese Auffassung von der Dreifaltigkeit haben. Aber zum ewigen Heil ist es nötig, dass er auch an die Fleischwerdung unseres Herrn Jesus Christus aufrichtig glaube.

Der richtige Glaube ist nun dieser:

Wir glauben und bekennen, dass unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, Gott und Mensch ist. Gott ist er, aus der Wesenheit des Vaters vor den Zeiten gezeugt, und Mensch ist er, aus der Wesenheit der Mutter in der Zeit geboren. Vollkommener Gott, vollkommener Mensch, bestehend aus einer vernünftigen Seele und aus menschlichem Fleisch. Dem Vater gleich der Gottheit nach, geringer als der Vater der Menschheit nach.

Doch obwohl er Gott und Mensch ist, ist Christus nicht zwei, sondern einer. Einer aber nicht durch Verwandlung der Gottheit in Fleisch, sondern durch Aufnahme der Menschheit in Gott. Er ist ganz und gar einer nicht durch eine Vermischung der Wesenheit, sondern durch die Einheit der Person. Denn wie vernünftige Seele und Fleisch einen Menschen ergeben, so ergeben Gott und Mensch einen Christus.

Er hat gelitten um unseres Heils willen, ist hinabgestiegen in die Unterwelt, am dritten Tage auferstanden von den Toten. Er ist aufgefahren in die Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von wo er kommen wird, um die Lebenden und die Toten zu richten. *)

Bei seiner Ankunft müssen alle Menschen mit ihren Leibern auferstehen und werden über ihre Taten Rechenschaft ablegen. Und die Gutes getan haben, werden ins ewige Leben eingehen, die hingegen Böses [getan haben], in das ewige Feuer.

Dies ist der katholische Glaube. Nur wer diesen aufrichtig und fest glaubt, wird selig werden können.

Hinweis: Möglicherweise handelt es sich hier um einen Bestandteil des theologischen Grundkurs` zur Klerikerausbildung, 6./7. Jh.

*) vgl. dazu das Alte Testament, Buch Joel 4,12-21: So spricht der Herr: Die Völker sollen aufbrechen und heraufziehen zum Tal Joschafat. Denn dort will ich zu Gericht sitzen über alle Völker ringsum.

NEUE DEUTSCHE BIBELÜBERSETZUNG DER KATHOLISCHEN KIRCHE IN DEUTSCHLAND 2016

Nebenstehend mein Leserbrief in der „Welt“ vom 22. September 2016 zum Artikel von Lucas Wiegelmann vom 16. September im Feuilleton: Ein bisschen Jungfrau. Bitte ankicken.

Der Autor der „Welt“ schreibt in seiner Abhandlung über die Bibelkommission der deutschen katholischen Kirche: Die neue Übersetzung sei Ende 2016 herausgekommen. Evangelische Theologen hätten gleichermaßen mitgewirkt, wenngleich selbige ihre eigene Lutherübersetzung nicht antasten wollten. Die kommende Einheitsübersetzung sei also an sich eine rein katholische.

Da auch Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI.

in seinem Prolog der Jesusbücher auf Seite 58 von „almah“ = „Jungfrau“ spricht, und er gilt als ausgewiesener Kenner der hebräischen Sprache,

  • so glaube und vertraue ich ihm mehr, zumal der Satz im Kontext zu lesen ist:
  • „(…), und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.“
  • Für Ratzinger hat „die Exegese (…) nach einer zeitgeschichtlichen Deutung gesucht –
  • und ist gescheitert.“
  • vgl. Jesus von Nazareth, Prolog, Die Kindheitsgeschichten, Herder Verlag 2012.

Da es sich selbst bei einer wissenschaftlich

grundierten Bearbeitung der Bibel ohnehin nur um Annahmen (häufig Wunschvorstellungen) handeln kann, so sollten wir mindestens versuchen, die überlieferte Denkweise und Interpretation der frühen Christen (Evangelisten, Bischöfe, Gläubige, Kirchenväter, etc.) heranzuziehen, die ja nicht dumm waren, sehr wahrscheinlich klüger als wir, sondern die die hebräische, die griechische und die aramäische Schriftsprache und deren damalige, also damals aktuelle Bedeutung genauestens kannten, die heute eine ganz andere sein kann; später kam die lateinische hinzu. (…)

Der Vatikan muss wieder

die Deutungshoheit gewinnen und darf nicht vom deutschen Episkopat ernannte Exegeten gewähren lassen, mögen sie auch an katholischen Universitäten als Professoren lehren.

Wie fatal sich solches, letztlich unkontrolliertes Agieren auswirken kann, zeigt doch die völlige Umdeutung des Vaticanums II hin zur profanisierten und protestantisierten Messfeier, vielerorts losgelöst vom Eucharistie-Mysterium, vielerorts lediglich Brot brechen und Brot an jedermann austeilen.

  • Ich verweise u.a. auf das Lehrdokument Sacrosanctum Concilium und Paulus` ersten Korintherbrief 1 Kor 11,27-30.

Hoffentlich wird der Nachfolger von Papst Franziskus sich wieder auf die (katholische) Theologie besinnen: „auf das Nachdenken des uns von Gott Vorgesagten, Vorgedachten“ + Wie Papst Leo XIV. dieserhalb sich „geben“ wird, vermag ich noch nicht einzuschätzen. Stand 09.26

Quelle: Benedikt XVI. – Letzte Gespräche, Droemer Verlag, 2016.

HINWEIS

Wer eine nicht vom Zeitgeist beeinflusste Bibelübersetzung lesen möchte, der besorge sich die Stuttgarter Kepplerbibel, ursprünglich aus 1915, mit Änderungen der Jahre 1936, 1950 und 1961. + Auch wäre die von Joseph Franz von Allioli übersetzte Fassung zu nennen, ebenso die sog. Kürzinger.

Man täusche sich nicht. Nur ein einziges falsch und/oder missverständlich übersetztes Wort aus der Septuaginta (griechisch) und / oder der Vulgata (lateinisch) bringt einen völlig neuen Sinn. + Nicht von ungefähr existiert zu Recht der Satz, in Anlehnung, welche Zeitung gelesen wird:

  • Sag` mir, welche Bibelübersetzung du liest,
  • und ich sage dir, was du glaubst. 

Bsp. Matthäus 16,26.27

Die späteren Einheitsübersetzungen sprechen zweimal an der betreffenden Stelle von „Leben“ statt wie die früheren von „Seele“ + ein fundamentaler Unterschied

  • Von „Leben“
  • „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt,
  • dabei aber sein Leben einbüßt?
  • Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?“
  • statt von „Seele“.
  • vgl. Das Neue Testament“ – Stuttgarter Kepplerbibel – Sonderdruck des Katholischen Militärbischofsamtes + bearbeitet 1961 von Prof. Dr. Peter Ketter + 1961 Kepplerhaus Verlag Stuttgart S
  • Was nützte es nämlich dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne,
  • an seiner Seele aber Schaden litte?
  • Oder was kann der Mensch wohl geben als Entgelt für seine Seele?
  • So wird langsam aber sicher der Begriff und der Glaube an die weiterlebende Seele bewusst oder unbewusst ins Abseits gestellt.