Kurz gesagt: Das Römische Messbuch (Missale Romanum) von 1570 – heute irrigerweise als Tridentinische Messe bezeichnet (in Bezug zum Trienter Konzil) – ist lediglich als eine Vereinheitlichung der bis dahin – schon sehr lange – zelebrierten katholischen Liturgien zu betrachten, kodifiziert und veröffentlicht in 1570 von Papst Pius V. (1504-1572) + Der Papst hat also mitnichten – wie immer wieder behauptet wird, – eine neue Liturgie erfunden + Das Konzil von Trient (1545-1563) reagierte damit auf die Reformation Martin Luthers, wollte vor allem Missbräuche (heute an der Tagungsordnung) beseitigen.
Warum wird heute der Eindruck erweckt,
Papst Pius V. habe 1570 mit der Tridentinischen Messe eine neue Liturgie erfunden?
Als Schutzbehauptung und Rechtfertigung der Liturgiereform von 1968.69 in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1962.65, als Rechtfertigung der Entscheidung von Papst Franziskus, Papst Benedikts XVI. Klarstellung in 2007, die Heilige Messe aller Zeiten sei nie verboten gewesen, in 2021 zu widerrufen und letztlich auch Papst Leos XIV. Wankelmütigkeit, sich immer noch nicht final entschieden zu haben, vielmehr weiterhin dem Novus Ordo (neuer Messritus) das Wort redet.
- Jedoch, Päpste haben eben nicht das Recht, jahrhundertealte Traditionen zu kappen
- und damit das Glaubensgut vieler Millionen Katholiken.
Prof. Dr. Pater Karl Wallner OCist, Zisterziensermönch, langjähriger Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke Österreichs, Rektor der Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz, ging hierauf (un-)mittelbar in dem Podcast von Kirche in Not „Warum das Lehramt die Kirche zusammenhält ein. + Mit der Formulierung: „mit der Fixierung der Liturgie, die durch Papst Pius V. vorgenommen worden ist“ erweckte Pater Karl den Eindruck, dass das Lehramt, also der (jeweilige) Papst, frei über den Liturgie-Ritus frei entscheiden könne, da sich ja die Theologie weiterentwickele. Das scheint mehr als fragwürdig zu sein.
Als vormaliger Rektor der Phil.-Theol. Hochschule von Heiligenkreuz, die den Namenszusatz Benedikt XVI. trägt, verliert er kein Wort über die Klarstellung des ansonsten verehrten Papstes Benedikt XVI. von 2007, festgehalten im Motu Proprio *) Summorum Pontificum. + Die Heiligenkreuzer Protagonisten beziehen sich auf den Besuch des Heiligen Vaters in Heiligenkreuz am 8. September 2007, gehen davon aus, dass dieser damit den Heiligenkreuzer Ritus (Gregorianik innerhalb der Neuen Messe) mit eben seinem Besuch sanktioniert habe.
Jedoch: mit seinem oben erwähnten Apostolischen Schreiben *) vom 7. Juli 2007, das sechs Tage nach seinem Besuch in Österreich mit seiner Veröffentlichung am 14. September 2007 in Kraft getreten war, hatte Benedikt XVI. unmissverständlich zum Ausdruck bringen wollen, dass es ihm beileibe nicht nur um die lateinische Sprache ging, sondern vielmehr darum, das seit Jahrhunderten, an sich von Anfang an, in der heiligen Messe gefeierte vergegenwärtigte Kreuzesopfer Jesu Christi in den Vordergrund zu stellen, und es sich eben nicht um ein lapidares Mahl der Gottesdienstbesucher handelt, geleitet und dirigiert vom vorstehenden Priester.
Kern des päpstlichen Schreibens in Verbindung mit seinen Einlassungen als Kardinal von 1997als (s.u.): „Ich bin überzeugt, dass die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht, die mitunter sogar so konzipiert ist, ‚etsi Deus non daretur‘: dass es in ihr gar nicht mehr darauf ankommt, ob es Gott gibt und ob er uns anredet und erhört.
- Die „Heilige Messe aller Zeiten“ sei nie verboten gewesen.
- „Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch uns heilig und groß;
- es kann nicht plötzlich rundum verboten oder gar schädlich sein.“
Ab Minute 2,51: Fixierung durch Pius V.: Theologie gehe weiter, theologische Parameter dürften sein
6.631 Aufrufe am 02.09.26 + Pater Karl Wallner erklärt, weshalb das kirchliche Lehramt kein Machtinstrument ist, sondern dem Schutz des Glaubens dient. Es bewahrt die Kirche davor, die Offenbarung Gottes mit persönlichen Meinungen oder Zeitströmungen zu verwechseln. + Welche Aufgabe hat das Lehramt? Was ist der Unterschied zwischen Lehramt und Theologie? Kann der Papst neue Glaubenslehren erfinden? Warum braucht der Glaube Orientierung? + Im Gespräch zeigt Pater Karl Wallner, wie Theologie und Lehramt zusammenwirken und warum die Kirche einen verlässlichen Maßstab braucht, um die Offenbarung Gottes authentisch weiterzugeben.
KIRCHE IN NOT – Hilfe für verfolgte Christen weltweit + Wir sind ein internationales katholisches Hilfswerk und eine Stiftung päpstlichen Rechts. Unsere Mission: Wir unterstützen verfolgte, bedrängte und notleidende Christen überall dort, wo sie ihren Glauben nicht frei leben können oder die Mittel für Seelsorge fehlen. Mit Projekten, Gebet und Information setzen wir uns für Glaubensfreiheit und geistliche Stärkung ein – weltweit und konkret.
2021: Papst Franziskus demütigt Jahrhundertpapst
viele seiner vermeintlichen Anhänger schwiegen
Bemerkenswert, dass es Papst Franziskus im Juli 2021 mit seinem Motu proprio Traditionis custodes (deutsch: als Wächter der Tradition) nur einen Federstrich gekostet hat, dieses Diktum seines Vorgängers quasi für ungültig zu erklären + Die Demütigung Papst Benedikts XVI. konnte nicht größer sein.
Was eigentlich noch viel schwerer wiegt: Keiner seiner „vermeintlichen Anhänger“ (ich nenne beispielhaft die Protagonisten des Stifts (Abtei) Heiligenkreuz, Wienerwald) begehrte dagegen auf – im Gegenteil + Für mich eine der größten Enttäuschungen, die ich je mit der aktuellen Situation der katholischen Kirche verbinde: Benedikt XVI. der Jahrhundertpapst, schon bald mit dem Zusatz der Große – gedemütigt.
Hong Kong – Donnerstag, 22. Juli 2021, 6:07 Uhr. + Kardinal Joseph Zen hat „Traditionis Custodes“, das Schreiben von Papst Franziskus zur Feier der traditionellen lateinischen Messe, als Demütigung von Papst emeritus Benedikt XVI. bezeichnet.
Joseph Kardinal Ratzinger, späterer Papst Benedikt XVI.
als Peritus (Mitarbeiter von Josef Kardinal Frings aus Köln) Teilnehmer des Konzils
konstatierte 1997 völlig zu Recht (Buch: Aus meinem Leben – Erinnerungen):
- „Ich bin überzeugt, dass die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht, die mitunter sogar so konzipiert ist, ‚etsi Deus non daretur‘: dass es in ihr gar nicht mehr darauf ankommt, ob es Gott gibt und ob er uns anredet und erhört.
- Wenn aber in der Liturgie nicht mehr die Gemeinschaft des Glaubens, die weltweite Einheit der Kirche und ihre Geschichte, das Mysterium des lebendigen Christus erscheint, wo erscheint Kirche in ihrem geistlichen Wesen dann noch?
- Dann feiert die Gemeinde nur sich selbst, aber das lohnt sich nicht.
- Und weil es die Gemeinde aus sich gar nicht gibt, sie vielmehr immer durch den Glauben vom Herrn überhaupt als Einheit entsteht, ist Zerfall in Parteiungen aller Art, das parteiliche Gegeneinander in einer sich selbst zerreißenden Kirche unter diesen Bedingungen unwiderruflich.“