… in Analogie der berühmten Worte des heiligen Irenäus, Kirchenvater aus dem 2. Jahrhundert: „Die Herrlichkeit Gottes ist der lebende Mensch, das Leben des Menschen die Gottesschau“ + Privat-Predigten gehalten im März 2017 in der Kapelle des Klosters Mater Ecclesiae, seinem Alterswohnsitz+ Fotoausschnitt: Alterswohnsitz Papst em. Benenedikt XVI.i

Vatikanische Gärten. Mater Ecclesiae: Alterswohnsitz des emeritierten Papstes Benedikt XVI. + Foto aus 2015.
Privat-Predigten in der Kapelle des Klosters.
Eine von 135 bislang unveröffentlichten „privaten“ Predigen
Zum vierten Fastensonntag am 26. März 2017: Lesungen wie am 15. März 2026
Für den emeritieren Papst die ideale Zusammenfassung der drei Lesungen des 4. Fastensonntags 2017 wie 2026 (Lesejahr A): 1 Samuel 16 ff + Psalm 23 + Paulus` Brief an die Epheser 5,8-14 und Johannes-Evangelium 9,1-41.
Zusammenfassung
„Oder bedeutet Leben, viele Dinge zu besitzen, wirtschaftliche Macht zu haben?
Nein!“
- Einerseits ist der – widersprüchliche – Mensch das Wesen, das Gott sehen kann,
- andererseits ist Menschheit, wie wir sie erleben, blind, von Geburt an blind. +
- Die Erbsünde ist ein Zustand der Blindheit, der uns daran hindert, Gott und die Schönheit der Wirklichkeit wirklich zu sehen.
Die Erlösung besteht darin, dass Gott zu uns sagt: >Wach` auf, du Schläfer! Steh` auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein.<
(letzte Worte aus dem Epherserbrief – wahrscheinlich aus einem alten Taurfritus) +
- Das ist die Aufgabe, die Sendung der Kirche: dies zu verkünden und durch das Sakrament der Taufe, durch ihren Glauben, das Augenlicht zu schenken und die Blindheit zu heilen. +
- Wir geben uns jedoch nicht selbst das Augenlicht – es ist ein Geschenk des Herrn. +
- Unsere erste Aufgabe muss daher Dankbarkeit sein (…), Freude, weil der Himmel offen ist, weil Gott da ist;
- weil Gott gut ist ist und deshalb das Sein gut ist. +
- Deshalb bedeutet Dankbarkeit und Verantwortung. Dankbar für das Licht, das der Herr uns schenkt +
Das sind die beiden Aspekte des Christseins:
Laetare, sich freuen, weil die Welt offen ist und weil Gott gut ist
und Verantwortung übernehmen,
damit dies bekannt wird und die Menschheit nicht zerstört wird, die Menschheit, die gerade in diesem Moment in großer Gefahr ist.
Petrus-Statue in den Vatikanischen Gärten, 2015: Erster Stellvertreter Christi (Mt 16,18.19) + gekreuzigt in Rom mit dem Kopf nach unten um 64 n. Chr. + damit erster Papst + seine Nachfolger im 1. Jh.: Linus, Anaklet und Clemens.
Zum Abschlus ging Papa Emeritus (265. Nachfolger Petri) auf Markus 10,46-52 ein. + Die Geschichte: Ein blinder Bettler am Wegesrand ruft Christus zu:
- Jesus, Sohn Davids, hilf mir!<
- Jesus fragt zurück: >Was willst du, dass ich dir tue? <
- Der blinde Bettler zu Jesus: >Herr, lass` mich sehen!<

Der Gründer des Opus, Escriva de Balaguer, habe diese Bitte zu einem Gebet gemacht:
>Herr, lass mich sehen! Zeige mir das Licht Deines Antlitzes, damit ich lebe!<
In seiner Kurzpredigt zum Fünften Fastensonntag am 2. April 2017
gleiche Lesungen wie am 22. März 2026: Ezechiel 37,12-14; Psalm 130 (129); Paulus`Römerbrief 8,8-11 und Evangelium nach Johannes 11,1-45, geht der emeritierte Papst darauf ein, dass der Mensch seit eh und je nicht hat sterben wollen, sodass schon früh sich die Vorstellung vom Weiterleben im Jenseits herausgebildet habe.
Aber, der Mensch müsse sterben, denn die gesamte Struktur unserer Welt ließe ein ewiges Leben nicht zu. Falls niemand sterben würde, wäre das katastrophal, so Benedikt XVI. – für uns selbst und die anderen. +
Der heilige Ambrosius (Erzbischof in Mailand im 4. Jh.) dazu in einem Gebet, als einer seiner Mitbrüder stirbt: „Der Tod ist ein Segen – das Leben auf ewig wäre sonst unerträglich.“

Auferweckung des Lazarus von Michael Pacher, 1471–79, am Pacher-Altar der katholischen Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Wolfgang im Salzkammergut, Oberösterreich, aufgestellt 1481.
FotoQuelle: File:St. Wolfgang kath. Pfarrkirche Pacher-Altar Lazarus 01.jpg – Wikimedia Commons (22.03.26) – gemeinfrei. Author: Uoaei1,
Im Evangelium geht es bekanntlich um den Tod von Lazarus und Jesu Auferweckung des bereits vier Tage zuvor Verstorbenen. Diesmal steht seine Schwester Marta im Vordergrund, nicht wie zuvor im Gleichtnis Maria, …
Die heilige Martha mit ihren Attributen, Illustration im Isabella-Stundenbuch. Saint Martha, in a Flemish illumination from the Isabella Breviary, 1497.
FotoQuelle: File:Saint martha.jpg – Wikimedia Commons (22.03.26), gemeinfrei.
weiter im Text:
… als Jesus zu Ihr sagt: „Dein Bruder wird auferstehen.“ –
Sie: „Ja, ich weiß: Er wird auferstehen am letzten Tag.“ –
Jesu Replik: „Nein, nein. Ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben; auch wenn er stirbt, wird er ewig leben.“

Zu Marta vgl. dazu Webseite (bitte scrollen)
Wer an Jesus Christus glaubt, hat schon das ewige Leben.
Es geht Jesus nicht nur um das endliche Leben und seinem irdischen Tod, es geht ihm um ein Leben, das schon jetzt beginne und unzerstörbar sei. Jesus: „Dieses Leben bin ich“, was heißt: „Wer an mich glaubt, wird in meiner Hand gehalten – und wer in meiner Hand ist, kann nicht dem Tod anheimfallen.“ Also: wer an Jesus Christus glaubt, habe schon das ewige Leben.
Nur die Liebe könne also Unsterblicheit schenken, nur die Liebe dessen, der die Unsterblichkeit Gottes ist.
Schlussworte Benedikts XVI. „Danken wir den Herrn für diese Verheißung.“ – „Und beten wir dafür, dass es uns immer gelingt, die Hand des Herrn festzuhalten, damit wir nicht in die See fallen wie Petrus, der ohne die Hand des Herrn untegegangen wäre. Amen““