Wer kennt schon Alkuin, diesen wichtigsten Berater Kaiser Karls des Großen + Universalgelehrter + Zitat: Alkuin war an der Domschule zu York (heutiges England), an der er als Lehrer wirkte, in die durchBeda († 735) bestimmte Bildungstradition seiner Heimat hineingewachsen. Diese übertrug er in das Frankenreich, wohin ihn Karl der Große 781 eingeladen hatte und wo er seit 793 endgültig verweilte. + Mehr über ihn: she. unten (bitte scrollen) + FotoAuschnitt: Der junge Hrabanus Maurus (links) mit seinem Lehrer Alkuin und dem Heiligen Martin, Erzbischof von Tours, (rechts)
Lobpreis TE HOMO LAUDET

Alkuin. Medaillon aus der Bamberger Bibel, 9. Jahrhundert, in der Bibliothèque Nationale de France in Paris.
FotoQuelle: Joachim Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon. 02-02-26.
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Dich, hoher Schöpfer, lobe der Mensch mit Leib und Seele, Heil sich erhoffend. Klein und gering nur steht er im Weltall.
Doch er allein trägt, Schöpfer, dein Abbild leuchtend im Geiste, wenn er im Leben lauteren Herzens, Höchster, dir huldigt.
Gott unsrer Seele, Licht unsres Lebens, Lob unsrer Lippen: Fülle das Herz uns, dass wir dich lieben, Vater im Himmel.
Quelle: Christliches Forum
Ohne die phantastisch produktiven Gelehrten des Mittelalters
keine Neuzeit denkbar
Alkuin-Bibel 801/804 nach Christus
St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. Gesungen. 75, S. 690. Pergament · 55 x 40 cm · Tours, Kloster St. Martin.
Die älteste erhaltene Alkuin-Bibel (St. Gallen, Stiftsbibliothek, codex 75) ungefähr aus dem Jahr 801/804, also zur Zeit des Bilderstreits, zeigt nur spärliche Dekoration: hier (S. 690) die erste und zweite Kanontafel mit der Liste der Übereinstimmung unter allen vier bzw. unter drei Evangelien.
In den Jahren nach 820 wurden die turonischen Bibeln immer stärker mit karolingischen Buchmalereien versehen.
FotoQuelle: commons.wikimedia (02-02-26), gemeinfrei

Alcuinus Flaccus (730/35 – 804) + Lateinisch Te homo laudet,
Alme creator, Pectore, mente Pacis amore, Non modo parva Pars quia mundi est.Sed tibi, sancte, Solus imago Magna, creator, Mentis in arce, Pectore puro Dum pie vivit. O Deus et lux, Laus tua semper Pectora et ora Compleat, ut te Semper amemus, Sanctus, ubique.

Genesis. Seite aus der Züricher Alkuinbibel, um 800, aus der Dia-Sammlung von Fritz Milkau, Institut für Bibliothekswissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin.
FotoQuelle: Joachim Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon.
zum Kopieren: Joachim Schäfer – <a href=“www.heiligenlexikon.de“>Ökumenisches Heiligenlexikon</a>. 02-02-26.
- Lobe der mensch dich, + Gütiger schöpfer, Friedlichen herzens, + Liebenden geistes, + Weil kein geringer Teil er der welt ist.
- Denn er allein trägt, Heiliger schöpfer, + Edel dein bildnis, + Wenn festen geistes, Reinlichen herzens + Fromm er dahinlebt.
- O Gott und leuchte, + Möge dein lob stets Herzen und münder Füllen, damit wir Immer dich lieben, Heiligallheiliger.
Deutsch von Friedrich Wolters (1876 – 1930) + Quelle: Te homo laudet
Der junge Hrabanus Maurus (links), unterstützt von seinem Lehrer Alkuin, dem Abt des Stifts St. Martin zu Tours (Mitte), überreicht dem Heiligen Martin, Erzbischof von Tours, (rechts) sein Werk De laudibus sanctae crucis. Darstellung in einem Manuskript aus Fulda um 830/40 (Wien, ÖNB cod. 652, fol. 2v)
FotoQuelle: commons.wikimedia (02-02-26), gemeinfrei

Vita nach Deutsche Biographie.de
- Alkuin (Alchvine, latinisiert Albinus, Beiname Flaccus)Gelehrter, insbesondere Theologe, * um 730 Northumbrien, † 19.5.804 Tours.
- Genealogie: Aus northumbrischem Adel.
- A. war an der Domschule zu York, an der er als Lehrer wirkte, in die durch Beda († 735) bestimmte Bildungstradition seiner Heimat hineingewachsen. Diese übertrug er in das Frankenreich, wohin ihn Karl der Große 781 eingeladen hatte und wo er seit 793 endgültig verweilte.
- An umfassender Gelehrsamkeit alle Zeitgenossen überragend, ein geborener Lehrer, erzog er zuerst an der Hofschule, seit 796 an der ihm von Karl verliehenen Abtei St. Martin zu Tours, die geistliche Führungsschicht des Frankenreichs; Hrabanus Maurus und Einhard waren seine Schüler.
- Auch die weltliche Reichsaristokratie suchte er zu beeinflussen, für die Verwirklichung der christlichen Gebote im öffentlichen Leben eintretend. Durch seinen Briefwechsel trug A. dazu bei, der neuen Bildungsschicht persönlichen Zusammenhalt zu geben.
- Selbst Mönch, allerdings nicht nach strenger Regel lebend und nur mit dem Weihegrad des Diakons versehen, stand er führend in den kirchlichen Lehrstreitigkeiten,
- besonders im Kampf mit dem spanischen Adoptianismus;
- Karls Streitschrift zur Bilderverehrung (Libri Carolini) ist nicht A.s Werk, wohl aber unter Benutzung einer Denkschrift A.s abgefaßt. So wurde er der kulturpolitische Berater Karls, dessen Rundschreiben über Schule und Unterricht auf seinen Gedanken beruhte.
- An der politischen Zwangsbekehrung der Sachsen übte er Kritik und erreichte wenigstens bei Awaren und Slawen seit 796 ein gemäßigtes Vorgehen und sorgfältigen Missionsunterricht.
- Auf kirchenpolitischem Gebiet waren seinem Einfluß Grenzen gesetzt; zu Unrecht sehen neuere Forscher in ihm den geistigen Urheber der Kaiserkrönung Karls.
- In seinen theologischen Werken gab er nur die Lehren der Kirchenväter weiter, wenn ihm die Polarität von auctoritas und ratio auch nicht fremd war.
- Mit der Revision des Bibeltextes, der Ergänzung des Sacramentarium Gregorianum und der Neuordnung des Taufunterrichts handelte er aus dem Sinne für einheitliche Ordnung, Maß und Form, der nicht zuletzt durch ihn – seine Dichtungen und seine Lehrbücher zur Grammatik, Rhetorik und Dialektik – zum Charakteristikum der „Karolingischen Renaissance“ wurde.
- Diese ging über seine an der christlichen Spätantike geschulte Latinität hinaus, als sie sich sprachlich nach klassischen Vorbildern auszurichten begann.
- Umstritten ist A.s Bedeutung für die Entwicklung der Schreibschule von Tours.
- Dennoch überragt er mit seiner Nachwirkung die anderen Mitglieder der „Hofakademie“ Karls; die Erneuerung der christlich-lateinischen Bildung im Abendland war weithin sein Werk.