Massengrab Spanischer Bürgerkrieg 1936 am Jakobsweg. Märtyrer Bartolomé Blanco Márquez vor neunzig Jahren hingerichtet.

Massengrab (Franco-Opfer) Puerto de La Pedraja in den Montes de Oca + Bartolomé Blanco, katholisch, wurde zur Zielscheibe des Roten Terrors, Anhänger der Volksfrontregierung. + Für La Pedraja: bitte nach unten scrollen

vergleiche auch Webseite

Am 17.  Juli 1936 begann der Militär-Putsch gegen die Zweite Spanische Republik. Márquez leistete zu der Zeit Militärdienst in der Stadt Cádiz, die die Putschisten (Franco) sehr früh unter ihre Kontrolle brachten. Sein Heimatort Pozoblanco hingegen stand während des Bürgerkriegs loyal zur Republik *)

*) Meine Anm.: bestehend aus Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten, Freimaurern + Erst Ende März 1939 wurde der Ort schließlich von den Streitkräften Francisco Francos eingenommen. 

Am 18. August 1936 befand sich Márquez in Pozoblanco, wohin er wohl arglos während eines Militärurlaubs zurückgekehrt war. Dort verweigerte aus Gewissensgründen, die in seinem Glauben wurzelten, den Kriegsdienst in den republikanischen Milizen (Anhänger der Regierung: Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten und Freimaurer)

  • Der erst 21-Jährige wurde daraufhin festgenommen und am 24. September ins Gefängnis der Stadt Jaén verlegt, zusammen mit fünfzehn Priestern und anderen Laien. 
  • Im Schnellverfahren bekannte er sich unerschütterlich zu seinem Glauben.
  • Das Gericht verurteilte ihn zum Tode.
  • Am 2. Oktober 1936 verließ er barfuß seine Zelle, um Christus ähnlicher zu sein, wie er bekannte,
  • küsste noch seine Handschellen und wandte sich dem Erschießungskommando zu:
  • „Wer für Christus stirbt, muss dies mit dem Gesicht nach vorne und mit entblößter Brust tun.
  • Es lebe Christus, der König!“
  • So lauteten seine letzten Worte, bevor die Kugeln Bartolomé Blanco Márquez durchsiebten. 

Vita des Märtyrers

Bartolomé Blanco Márquez kam am 25. November 1914 in Pozoblanco im Norden Andalusiens in einer Arbeiterfamilie zur Welt. Als Bartolomé erst drei Jahre alt war, verstarb seine Mutter an der Spanischen Grippe.

Im Alter von zwölf Jahren verlor der Junge auch noch seinen Vater. So kam es, dass Bartolomé bei Onkel und Tante aufwuchs. Frühzeitig verließ er die Schule, um das Handwerk des Stuhlmachers zu erlernen, das sein Onkel ausübte. + Mit 16 Jahren kam er im Oratorium der örtlichen Salesianer Don Boscos unter, wo er sich als arbeitender Jugendlicher weiterbilden konnte. Dort erwies sich Bartolomé als lerneifrig und schon bald darauf war er als Katechet im Einsatz. + Mit bereits 18 Jahren wurde er für das Amt eines Sekretärs in der Katholischen Aktion ausgewählt. + Es dauerte nicht lange, bis er auf höheren Ebenen dem Arbeiterapostolat diente, zum Delegaten der katholischen Gewerkschafter berufen wurde und schließlich international mit katholischen Arbeiterorganisationen aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden zusammenarbeiten durfte. 

Zitat u.a.: Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen / Schicksale von Glaubenszeugen)

Schriftliche Zeugnisse tiefer Frömmigkeit

Die Briefe, die er vor seinem Tod an seine Angehörigen, sowie seiner Verlobte Maruja schrieb, belegen seinen tiefen katholischen Glauben: Vergebung für den Feind, ihnen Gutes zurückgeben.

  • „Möge dies mein letzter Wille sein:
  • Vergebung, Vergebung, Vergebung;
  • sondern Nachsicht, die ich möchte, damit einhergehen, ihnen so viel Gutes wie möglich zu tun.
  • „Darum bitte ich euch, mich mit der Rache eines Christen zu rächen:
  • indem ihr denen, die versucht haben, mir Böses anzutun,
  • viel Gutes zurückgebt“,
  • Blanco wurde am 28. Oktober 2007 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.

im Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 war gewaltig:

Er gilt als die größte und blutigste antiklerikale Verfolgung auf europäischen Boden. + Allein 6.832 katholische Bischöfe, Priester, Seminaristen und Ordensleute fielen den oftmals erschreckend brutalen Gewalttaten zum Opfer, + zudem noch viele Laien, die sich offen zu ihrem katholischen Glauben bekannt hatten.

  • Viele von ihnen wurden einfach nur verdächtigt, die Rebellion des Militärs zu legitimieren oder gar aktiv zu unterstützen.
  • Die radikal-säkulare Religionspolitik unter Premierminister Manuel Azaña, ab Mai 1936 dann Präsident, hatte zu einer unüberwindbaren Spaltung beigetragen.
  • Darüber hinaus gab es noch die Opfer der nationalistischen Seite, Christen, die sich eindeutig nicht durch diese Kräfte vereinnahmen ließen und unerschrocken bis in den Tod ihrem Glauben treu blieben. 

Die katholische Kirche begann während des Pontifikats Johannes Pauls II., sich mit vielen Blutzeugen aus der Phase des Spanischen Bürgerkriegs intensiv auseinanderzusetzen.

Dieser Papst war persönlich Zeitzeuge zweier totalitärer Schreckensherrschaften (in Polen: Sowjetkommunismus, Naziherrschaft) und wohl daher besonders dem Gedenken an die Märtyrer dieser Despotien zugewandt. + Seit Ende der achtziger Jahre stellte Rom nun spanische Märtyrer der Zeit ab 1936 als Glaubensvorbilder vor. + Es kam schließlich zu kirchlichen Feiern der Superlative:

  • Am 28. Oktober 2007 die bis dahin größte Seligsprechung der Kirchengeschichte von 498 spanischen Märtyrern.
  • Bartolomé Blanco Márquez war eines dieser Opfer.
  • Am 13. Oktober 2013 wurde die Feier durch eine Erhebung von weiteren 522 Märtyrern „zur Ehre der Altäre“ übertroffen wurde.
  • Und dies sind lediglich zwei Beispiele der Anerkennung durch Rom.

Der Bürgerkrieg begann vor 90 Jahren und in den ersten Monaten geschahen wohl die meisten der Martyrien aus dieser Phase der spanischen Geschichte. An dieser Stelle werden künftig noch weitere Beispiele von Blutzeugen aus jener Zeit vorgestellt.

Übernahme des kompletten Originaltextes mit einigen Ergänzungen

Michaela Koller + Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen/ Schicksale von Glaubenszeugen: Märtyrer Bartolomé Blanco Márquez

am Jakobsweg Villafranca Montes de Oca nach San Juan de Ortega

Mahnmal Fosa de la Pedra. Am Gebirgspass Puerto de La Pedraja, 1.150 Meter Höhe, befindet sich eines der bekanntesten Massengräber aus dem Spanischen Bürgerkrieg.

Zwischen Juli und Oktober 1936 wurden hier über 100 Republikaner und Regimegegner aus der Region Burgos von den Franco-Truppen erschossen: getötet, weil sie Sozialisten und Kommunisten waren.

Gedenkstätte: Heute erinnert ein großes, hölzernes Denkmal direkt am Jakobsweg im Wald an die Opfer.

Die ersten Ausgrabungen erfolgten in 2010 auf Wunsch einiger Angehöriger der 1936 Ermordeten. Gefunden wurden 104 Skelette, darunter 45 Gehirne und ein unerklärlich gut erhaltenes Herz; offensichtlich aufgrund er Bodenbeschaffenheit. Mehrere Zeitungen berichteten in den Jahren 2010, 2014, 2015 und 2016. + Die Überreste der Getöteten befinden sich nun in einem Pantheon auf dem Friedhof von Villafranca Montes de Oca, neben der Kirche nahe dem Camino. R.I.P.

Es stellt sich hier nicht die Frage der Aufrechnung

Erneut aufmerksam gemacht hatte mich der Bericht der Catholic News Agency vom 16.12.22, wonach 140 Priester und Laien seliggesprochen werden sollen, die, weil katholischen Glaubens, in den 1930er Jahren von der Volksfront (Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten) getötet, ermordet worden waren.

Zu konstatieren sind fürchterliche unentschuldbare Grausamkeiten auf beiden Seiten. Wohl aber stellt sich die Frage, inwieweit man von einer halbwegs vorurteilsfreien Berichterstattung und Bewertung des Geschehens sprechen kann. + Mitnichten: in großen Teilen Spaniens nicht, in europäischen Staaten (inkl. Deutschland) sowieso nicht. Verantwortlich und schuldig seien unisono die Anhänger der Junta des Diktators Francisco Franco. + Das aber verkürzt erheblich den Wahrheitsgehalt. Nicht umsonst hätte der Vatikan Hunderte von Heilig- und Seligsprechungsverfahren für katholische Märtyrer in die Wege geleitet.

Bitte gleichermaßen lesen!

Another 140 Spanish laymen,

Weitere 140 spanische Laien und Priester, die wegen ihres Glaubens den Märtyrertod starben, kommen für eine Seligsprechung in Betracht

16.12.2022. The diocesan phase of the beatification processes of 140 priests and laymen murdered in Spain during the religious persecution of the 1930s was concluded today. + Die diözesane Phase der Seligsprechungsverfahren für 140 Priester und Laien, die während der religiösen Verfolgung in den 1930er Jahren in Spanien ermordet wurden, wurde heute abgeschlossen.

Bitte lesen. Der Artikel berücksichtigt den Gegenpart;

  • er erzählt u.a. die Geschichte desjenigen Paters,
  • der die letzten Überreste des hl. Isidor von Madrid retten wollte
  • und dafür ermordet wurde.