Sehenswerter Kinofilm „Die Camino-Therapie – Finde Deinen Weg“ + Resozialisierung französisch

Eindringlicher Roadtrip über Heilung und Hoffnung auf dem Jakobsweg. Ein verlorener Teenager und seine kantige Betreuerin laufen über 2.000 km durch Frankreich und Spanien – jeder Schritt bringt sie näher zu sich selbst und zueinander. Das ungleiche Duo entdeckt auf dem jahrhundertealten Pfad neue Kraft und ungeahnte Perspektiven. (Zitat)

Die Kurzbeschreibung geht nur fragmentiert, unvollständig auf die wirkliche Geschichte dieses Films ein, die wiederum auf eine wahre Erzählung abzielt *). + Zwei sich völlig fremde Personen finden zueinander, zu sich selbst as well. + Die eingespielte eindrucksvolle Kulisse des Jakobsweges (in Spanien dürfte es ab Irún der Camino del Norte mit Szenen im Meer sein) vermittelt den nötigen Hintergrund; viele der Kinobesucher dürften ein deja vu erleben.

mit hilfsbereiten und verständnisvollen Mönchen, die, wenn sie ihre Berufung als Mönch ernst nehmen, ohnehin jedem anklopfenden Gast oder Pilger, jedenfalls nach der Regel des hl. Benedikt von Nursia (6. Jh.), Unterkunft und Essen gewähren sollten. +

Bemerkenswert der wiederkehrende Bezug und Fokus auf die in den Kirchen zu findenden Statuen der Jungfrau Maria. Warum? Adam wird es euch erklären. +

Die beiden Protagonisten, Lehrerin Fred, gerade von ihrem Gymnasium wegen einer Ohrfeige entlassen, gespielt von Alexandra Lamy, und der Jugendliche Adam, gezeichnet von seinen Aufenthalten in Gefängnissen und Jugendheimen, gespielt von Julien Le Berre, starten das verordnete Resozialisierungs-Programm, also ihre „Pilgerreise auf dem Chemin-de-Saint-Jacques-de-Compostelle“ in Le Puy-en-Velay in Frankreich, und zwar in der Kathedrale Notre-Dame du Puy (Cathédrale Notre-Dame du Puy-en-Velay) mit dem bemerkenswerten Antlitz und dem „Pilger-Abgang“ von der Kathedrale hinunter auf die Straße.

Die Kulisse einmalig: beginnend mit der Kathedrale in Le Puy mit der bemerkenswert großen Treppe, fortsetzend mit der grandiosen Landschaft Frankreichs, wie in Folge die gezeigten Kirchen und Kapellen. + Der gesamte Weg nach Santiago de Compostela dürfte 2.000 km lang gewesen sein.

*) Wahre Erzählung

staatliches Resozialisierungs-Programm wie im Mittelalter

Das französische Rechtssystem sieht durchaus diese Art des Resozialisierungs-Programmes vor – analog mittelalterlicher Gepflogenheiten. + Neuzeitliche Fortsetzung übrigens auch in Norwegen auf dem Olavsweg (Gudbrandsdalsleden, rund 643 km von Oslo zum Nidarosdom in Trondheim) + Im Filmdrehbuch veranlasst von einer strengen Richterin, die mit der Durchführung eine externe Jugendhilfeorganisationen beauftragt.

Interessant weiterhin der Fakt,

Die Intention der Filmemacher fiel offenbar auf fruchtbarem französischen Boden mit der sog. Re-Katholisierung in Frankreich, die vor allem junge Franzosen anspricht, die zudem – ob es Papst Leo freuen wird? – den traditionell überlieferten Glauben bevorzugen. + Viele Erwachsenentaufen, gerne zu Ostern. + Gleichwohl brennt in Frankreich fast wöchentlich eine Kirche oder wird vom Vandalismus heimgesucht. In Deutschland herrschen ähnliche Zustände, über die aber gleichermaßen ungern in den Leit-Medien berichtet wird. Mehr dazu an anderer Stelle. + Wir durften den Film in einem kleineren Kino abseits einer norddeutschen Großstadt sehen. Der 20km lange Anfahrtsweg war es wert. Die Kinoplätze nahezu belegt, weil fast ausverkauft. +

Wenn Ihr im Internet den Filmtitel eingebt, werdet Ihr auf viele verwertbare Informationen stoßen, auch zu den Spielorten.

Mein Tipp für diejenigen Jakobspilger,

die den Camino de Santiago nur als sportiven und / oder Sightseeing-Weg begreifen – abseits allem Religiösen und Spirituellen. + Begreift oder versteht bitte diesen eindrucksvollen Film als Einladung, zu reflektieren, warum letztlich nur der christ-katholisch konnotierte Jakobsweg in seiner gesamten Bandbreite geeignet gewesen sein dürfte, ein solches Narrativ gekonnt in filmische Szenen setzen zu können. +

Mein Tipp für Euren nächsten Jakobswegtrip: Geht nicht nur in eine Kirche am Camino. Lasst euch vom jahrhundertealten Interieur ansprechen + von der Mystik + von den vielen Heiligenfiguren (Jungfrau und Gottesmutter Maria darunter) + von der geheimnisvollen Stille + von der Nähe zum Herrgott. + Besucht am besten eine Heilige Messe im überlieferten Ritus:*) + Ich verspreche euch, es lohnt sich: Erhabenheit und Glaube pur.

zu den Messorten

Einfach einmal anklicken, prüfen, welcher Ort Euch zusagt: daheim, im Urlaub, auf Reisen; weltweit + Möglicherweise ist das Angebot am Camino de Santiago nicht sehr groß.

In Frankreich am Camino: in Pau + Lourdes + Spanien am Camino Frances: Pamplona (jeden Sonntag um 10Uhr in der Catedral Metropolitana de Santa María la Real de Pamplona, ​​Calle Dormitalería + Leon (eingeschränkt) + Santiago de Compostela (1. und 3. Sonntag im Monat) + Nordroute: Santander + Posada +

Bemerkungen: Während die Messe aller Zeiten in Frankreich an 230 Orten zelebriert wird, in den USA derzeit an 451 Orten, Polen und Italien in jeweils 117 Kirchen, in Deutschland übrigens in 87 Orten, ist Spanien quasi diesbezüglich ein Entwicklungsland. + Für Deutschland empfehle ich u.a. die Bereiche Berlin, Hamburg, Niedersachsen mit Hannover, NRW mit 12 Orten, Süddeutschland knapp 60 Möglichkeiten + zum Beispiel das Kloster Maria Engelport nahe der Mosel, am Jakobsweg gelegen, also interessant für Pilger.

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