Zu glauben, erst die Neuzeit habe die großartigen Denker hervorgebracht, das Christentum substantiell kritisieren zu können, ist schlichtweg ein Märchen, das gleichwohl allenthalben gerne weiter geglaubt wird. + Kelsos zeigt, dass das frühe Christentum schon im 2. Jahrhundert mit ernsthafter philosophischer Kritik konfrontiert war. Seine Einwände berühren Fragen, die bis heute diskutiert werden. + Spätestens die KI (AI) werde, so Richard David Precht im Weser-Kurier vom 17.10.2026, die Religionen entzaubern (Wenn er sich da einmal nicht täuscht!)
Wikipedia (17.10.26): Kelsos Argumente (Wahre Lehre) wurden über alle Jahrhunderte (von der Antike über das Mittelalter, über die Frühe Neuzeit bis zur Moderne) hinweg bis ins gegenwärtige Zeit nicht nur diskutiert, sie fanden Anerkennung (warum auch immer).
Jedoch, was ein griechischer Kelsos zeigt, ist, dass das frühe Christentum schon im 2. Jahrhundert mit ernsthafter philosophischer Kritik konfrontiert war. Seine Einwände berühren Fragen, die bis heute diskutiert werden:
Kelsos` *) Kritikpunkte am Christentum + Identisch zu heute
Die Göttlichkeit Jesu + Die Jungfrauengeburt + Die Auferstehung + Der christliche Glaube und die Vernunft + 5. Der Anspruch des Christentums auf Wahrheit.
Philosoph Kelsos (lat. Celsus) lebte im 2. Jahrhundert n. Chr. und gehört zu den frühesten bekannten intellektuellen Kritikern des Christentums. Um etwa 175–180 n. Chr. schrieb er das Werk Der wahre Logos (Alēthēs Logos) – Die wahre Lehre.
- Kann man religiöse Wunder rational begründen?
- Wie beurteilt man historische Berichte über übernatürliche Ereignisse?
- Muss religiöser Glaube mit philosophischer Vernunft vereinbar sein?
- Wie geht man mit konkurrierenden Wahrheitsansprüchen verschiedener Religionen um?
Widerlegung Origenes, 2./3. Jahrhundert
Origenes (ca. 185–253 n. Chr.) + Der christliche Theologe verfasste um 248 n. Chr. sein Werk Contra Celsum („Gegen Kelsos“). + Darin zitierte und widerlegte er zahlreiche Argumente seines Gegners, auf die wir an dieser Stelle nicht näher einzugehen brauchen, verweisen hingegen auf die Abhandlungen von Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI., der sich ausgesprochen detailliert zur Thematik Glaube und Vernunft geäußert hat. + Vor allem wies Origenes nach, dass es Kelsos offenbar auch und gerade darum gegangen sei, die traditionellen religiösen und gesellschaftlichen Ordnungen des Römischen Reiches nicht leichtfertig zu verwerfen.
Im Folgenden verweise ich auf den Vortrag von Kardinal Gerhard Müller, der eben die nicht die gängige These „Warum ich nicht mehr Christ bin“ thematisiert, sondern die gegenteilige, damit letztlich Origenes gegen Kelsos stützt.
Eine Eigenart des sich selbst hassenden West-Europas scheint mir zu sein, dass ein Teil seiner Eliten sich vom Christentum löst, es gerne als vorgestrig bezeichnet, was gibt es schon zu befürchten. Dem Islam hingegen keine entsprechende Relevanz beimessen möchte, wahrscheinlich aus guten, nachvollziehbaren Gründen. Völlig außer Acht lassen, dass ihre (der Eliten) eigene Sozialisierung ohne das jüdisch-christliche Erbe gar nicht denkbar ist. Gerne werden im Gegenzug die Aufklärung und die Französische Revolution herbeizitiert, wenn es um Menschenrechte geht, verschweigen dabei geflissentlich die Massaker, Massenmorde jener Zeit an Katholiken und Andersdenkende.
„Warum bin ich Christ“
Vortrag Gerhard Kardinal Müller (Rom)i m Stift Heiligenkreuz am 12.10.2026 im Rahmen der diesjährigen Wallfahrt der „Kaiser-Karl-Gebetsliga für den Völkerfrieden“ in voller Länge in Vorabdruck (kath.net, 15.10.26:
„Weil ich in Christus die Wahrheit in Person erkannt habe und weil damit mein Verhältnis zu Gott in Glauben, Hoffnung und Liebe auch mein Heil und meine Rettung bedeutet.“
Kardinal Müller streift folgende Punkte: I. Das Narrativ des überholten Christentums + II. Das Resümee der Christentums-Kritik + III. Warum ich aber Christ bin und bleibe + Er geht u.a. auch auf Kelsos ein.
Dazu passt gut der Vortrag
von Frau Prof. Gerl-Falkovitz | Adoratio Altötting 2026
Gott und Mensch: Eine Liebesgeschichte? |
9.059 Aufrufe 10.10.2026 #KatholischeKirche#Philosophie#Bibel + Ist das Verhältnis zwischen Gott und Mensch wirklich eine Liebesgeschichte? Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz analysiert beim Adoratio Kongress 2026 in Altötting den Unterschied zwischen antiker Götterfurcht und christlicher Barmherzigkeit. Die Kernthemen des Vortrags:
- Warum fast alle Religionen Gott eher fürchten als lieben
- Der Unterschied zwischen Schwärmerei (Eros) und echter Hingabe (Agape)
- Der vergebende Blick Jesu auf Petrus nach der Verleugnung
- „Felix Culpa“: Warum Augustinus die Schuld „glücklich“ nannte
- Hoffnung auf die Auferstehung: Was mit unseren Verletzungen geschieht
Kapitel: 00:00 – Liebt Gott uns wirklich? 02:15 – Angst vor den Göttern in anderen Religionen 06:30 – Schuld, Strafe und die Versuchung der Selbsterlösung 10:15 – Eros vs. Agape: Der Unterschied im Hohenlied 15:00 – Warum Gottes Liebe Schmerz beinhaltet 19:30 – Das Lamm Gottes: Vergebung statt Strafe 23:45 – Der Blick auf Petrus 28:15 – Felix Culpa: Die „glückliche Schuld“ 32:00 – Auferstehung des Leibes: Verklärte Wunden 36:15 – Wie Gott den Menschen sucht