Vatican News. 26. September 2026. New York. Generaldebatte. Kurienkardinal Pietro Parolin betont in seiner Rede, die grundlegenden Menschenrechte zu verteidigen + erwähnt u.a. die Kriege in der Ukraine + die humanitäre Krise im Gazastreifen + die Situation der (moslemischen) Rohingya + die Ausbreitung jihadistischer (Anm.: moslemischer) Gruppen vom Sahel in Richtung der Küstenstaaten des Golfs von Guinea + betont die Diplomatie statt Machtpolitik, ruft zur Abrüstung auf + KI solle den Menschen dienen + geht auf die Menschenwürde und Menschenrechte ein + Sagt abschließend: Die Verteidigung der Freiheit einer einzelnen religiösen Gemeinschaft stärke dabei die Freiheit aller + Spricht sich für die Bedeutung des Multilateralismus aus..
Erste Frage an den geneigten Leser: Auf welchem Leit-Medium wurde diese Rede des Kardinals, der ja als Vatikan-Staatssekretär stellvertretend für Papst Leo XIV. sprach, einigermaßen ordentlich referiert. + Wussten Sie überhaupt von dieser Rede? +
Zweite Frage: Ist auch Ihnen, Euch nicht aufgefallen, dass – jedenfalls gemäß Vatican News – seine Eminenz Kardinal Parolin kein einziges Wort über die weltweiten Christenverfolgungen verloren hat, vor allem verbreitet in islamisch und hinduistisch dominierten Ländern.
Das katholische Portal Infovaticana titelt am 1.Oktober 2026
Parolin verteidigt vor der UNO das Leben „von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
Infovaticana setzt andere Schwerpunkte, thematisiert, dass Kardinal Parolin durchaus sensible Themen angesprochen habe. + Frage vorweg + Warum hat Vatican News, das Sprachrohr des Papstes, über die fatale Lage der Christen eben nicht berichtet?
Gaza, Westjordanland und die Christen des Nahen Ostens
Der Heilige Stuhl wiederholte seine Verurteilung der Gewalt gegen palästinensische Zivilisten im Westjordanland. Parolin erwähnte ausdrücklich die Eskalation der Feindseligkeiten, die Zerstörung von Wohnungen und die Bewegungseinschränkungen, die zur Vertreibung von Gemeinschaften führen.
Zu Gaza sprach er von einer schweren humanitären Krise, gekennzeichnet durch weit verbreitete Zerstörung, Massenvertreibungen und anhaltenden Mangel. Der Vatikan forderte die internationale Gemeinschaft auf, an einer Zwei-Staaten-Lösung zu arbeiten, die einen gerechten und dauerhaften Frieden ermöglicht.
Es gab auch einen spezifischen Hinweis auf die Christen des Nahen Ostens. Bei der Erwähnung des Libanon forderte Parolin, dass ihre Präsenz nicht einfach als Überbleibsel einer historischen Gemeinschaft geschützt wird, sondern weil die Christen dazu berufen sind, weiterhin „eine aktive Kraft des Friedens, der Spiritualität und der Kultur“ in der Region zu sein, in der das Christentum geboren wurde.
„Das erste der Menschenrechte“
Der Staatssekretär widmete auch einen großen Teil seiner Rede der Religionsfreiheit. + Unter Berufung auf Benedikt XVI. erinnerte er daran, dass sie „das erste der Menschenrechte“ sei, weil sie eine konstitutive Dimension des Menschen betreffe: seine Beziehung zum Schöpfer.
„Ohne die Möglichkeit, die Wahrheit über Gott gemäß den Geboten des Gewissens zu suchen und sich ihr anzuschließen, bleiben die übrigen Freiheiten unvollständig“, stellte er fest.
- Parolin sprach dann von den verfolgten Christen.
- Er erinnerte daran, dass Christen an zahlreichen Orten der Welt
- weiterhin Diskriminierung und Gewalt wegen ihres Glaubens erleiden,
- mit angegriffenen Kirchen, vertriebenen Gemeinschaften und
- ermordeten oder inhaftierten Gläubigen.
Und dann der alles relativierende – überflüssige – Satz:
Der Heilige Stuhl, so erläuterte er, fordere damit kein Privileg für die Christen,
sondern betrachte die Verteidigung der Freiheit einer Gemeinschaft als Stärkung auch der Freiheit der anderen.
„Das Schweigen angesichts eines solchen Leidens wäre ein Verrat an der Sendung der Kirche“, warnte er.
Meine Frage noch einmal:
Warum sparte Vatican News, offizielles Sprachrohr des Papstes, Kardinal Parolins Worte über die verfolgten Christen aus?
Diplomatie + Rücksicht auf die moslemische und hinduistische Welt? Political correctness + Wer liest das freie Portal Infovaticana? +