Nach dem Zweiten Weltkrieg endete die Verfolgung von Christen nicht. Besonders in kommunistischen Staaten, aber auch in einigen Staaten des Nahen Ostens, Afrikas und Asiens, wurden Christen wegen ihres Glaubens oder ihrer kirchlichen Tätigkeit verfolgt.
Der Begriff „Christenverfolgung“ umfasst sehr unterschiedliche Situationen: von Diskriminierung und Einschränkungen der Religionsfreiheit bis hin zu Gefängnis, Folter und Tötungen. Deshalb sollte man bei einem historischen Überblick immer Land, Zeitraum und Art der Verfolgung unterscheiden. + Text mit Hilfe von ki (12-09-26).
Sowjetunion und Ostblock
- In der Sowjetunion wurde die Religion weiterhin stark eingeschränkt.
- Kirchen wurden geschlossen oder verstaatlicht, Geistliche überwacht und teilweise inhaftiert.
- Auch in Ländern wie DDR, Polen, Rumänien, Bulgarien und der Tschechoslowakei versuchten kommunistische Regierungen, den Einfluss der Kirchen zurückzudrängen.
- Christliche Jugendarbeit und Religionsunterricht wurden teilweise behindert.
China
Nach der kommunistischen Machtübernahme 1949 wurde die Religionsausübung zunehmend kontrolliert. Besonders während der Kulturrevolution (1966–1976) wurden Kirchen zerstört, Geistliche verfolgt und religiöse Aktivitäten weitgehend unterdrückt.
Naher Osten
In mehreren Ländern wurden christliche Minderheiten durch politische Konflikte, Islamismus und staatliche Repressionen unter Druck gesetzt. Besonders gravierend waren die Entwicklungen seit Ende des 20. Jahrhunderts, etwa im Irak und in Syrien
Afrika und Asien
Auch in Ländern wie Nigeria, Pakistan, Nordkorea und Indien, Afghanistan und in den meisten moslemischen Ländern kam bzw. kommt es zu unterschiedlichen Formen von Gewalt, Diskriminierung oder staatlicher Unterdrückung gegenüber Christen. Die Ursachen sind dabei sehr unterschiedlich: religiöser Extremismus, Nationalismus, politische Konflikte oder autoritäre Regierungen
Zeitleiste: Christenverfolgung nach dem Zweiten Weltkrieg
| Zeitraum | Ereignis / Entwicklung |
| 1945–1950er | In kommunistischen Staaten Osteuropas werden Kirchen und christliche Organisationen zunehmend kontrolliert. Geistliche werden überwacht, verhaftet oder unter Druck gesetzt. |
| 1949 | In China kommen die Kommunisten unter Mao Zedong an die Macht. Kirchen geraten zunehmend unter staatliche Kontrolle. |
| 1950er–1960er | In der Sowjetunion und anderen kommunistischen Staaten werden religiöse Aktivitäten eingeschränkt. Kirchen werden geschlossen und religiöse Erziehung behindert. |
| 1966–1976 | Während der Kulturrevolution in China werden Kirchen und religiöse Einrichtungen zerstört. Christen und andere Gläubige werden verfolgt und teilweise inhaftiert. |
| 1970er–1980er | Christen werden beispielsweise in der Sowjetunion und einigen osteuropäischen Staaten weiterhin wegen ihres Glaubens oder ihrer kirchlichen Tätigkeit benachteiligt. |
| 1980er | In verschiedenen Ländern des Nahen Ostens und Afrikas nehmen politische und religiöse Konflikte zu, die auch christliche Minderheiten betreffen. |
| 1989–1991 | Der Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks führt in vielen Ländern zu größerer Religionsfreiheit. |
| 1990er | In einigen Staaten Afrikas und Asiens kommt es zu zunehmender Gewalt gegen christliche Minderheiten. Besonders problematisch sind Bürgerkriege und religiöser Extremismus. |
| 2000er | Anschläge und Gewalt gegen Christen nehmen in einigen Ländern des Nahen Ostens und Afrikas zu. |
| 2010er | Durch den Aufstieg terroristischer Gruppen wie des sogenannten „Islamischen Staates“ werden Christen im Irak und in Syrien besonders stark verfolgt und vertrieben. |
| heute | Christen sind in verschiedenen Ländern weiterhin von Diskriminierung, staatlicher Unterdrückung, Entführungen, Gewalt und teilweise Tötungen betroffen. Besonders häufig wird über die Situation in Nordkorea, Nigeria, Pakistan, China und Teilen des Nahen Ostens berichtet. |
Aber, was keiner vermuten möchte: Diskriminierung jeder Art, teils sehr subtil, gibt es auch heute in fast allen west-europäischen Staaten, Deutschland inklusive: z.B. Vandalismus in den Kirchen, Abbrennen von Gotteshäusern; Verächtlichmachung besonders des Katholizismus im ÖRR, der Leitmedien und Parteien.
Die Christenverfolgung nach dem Zweiten Weltkrieg hatte unterschiedliche Ursachen und Formen. Während im kommunistischen Ostblock vor allem staatliche Kontrolle und die atheistische Ideologie eine wichtige Rolle spielten, waren in anderen Regionen politische Konflikte, religiöser Extremismus und Bürgerkriege entscheidend. Nach dem Ende des Kalten Krieges verbesserte sich die Situation in vielen ehemaligen kommunistischen Staaten, während Christen in einigen Regionen Afrikas und Asiens weiterhin verfolgt werden. Christenverfolgung ist deshalb kein ausschließlich historisches Problem, sondern betrifft auch die Gegenwart.
Weiterer Hinweis. Ich beschäftige mich mit diesem Thema seit über 25 Jahren. Habe dazu selbst mehrere Vorträge gehalten, in Pfarrgemeinden, wie auch in einem Kloster. Meine Erfahrungen: Ignoranz, selbst bei eingefleischten Katholiken, Desinteresse, Nichtwissen: auch und gerade bei den Klerikern. Warum ist das so? Die Leitmedien berichten nur sehr unvollständig. Wenn man wollte, wird man im Internet fündig, nicht nur bei katholischen Portalen.
Christenverfolgung vor dem Zweiten Weltkrieg
Besonders ausgeprägt in eigentlich katholischen Ländern wie Mexiko, Portugal und Spanien + und natürlich letztlich auch in Nazi-Deutschland: hier wurden besonders unliebsame Priester, Ordensleute und „aufmüpfige“ Bischöfe auf das Korn genommen. Nicht umsonst haben sich dann große Teile des Protestantismus recht bald der Nazi-Ideologie angeschlossen; viel später folgten die Katholiken.