14. Etappe von Atapuerca nach Burgos: 21 Kilometer. Ein Muslim aus Aschaffenburg erklärt uns seinen Camino

„Wenn so viele Menschen Jahrhunderte lang diesen Weg gegangen sind, dort Kraft gespürt und geschöpft haben, dann ist dieser Camino auch etwas für mich.“ Seit über 45 Jahren lebt er als türkischstämmiger Moslem in Deutschland, zufrieden, seine Wurzeln nicht vergessend, aber sein neues Heimatland achtend und akzeptierend.

Wir erleben ihn voller Tatendrang, auf jeden Steinhaufen legt er ein weiteres Steinchen hinzu, obwohl: es wird immer steiler, auf Schotter dem großen Kreuz entgegen. Leider verschwindet er aus unserem Blickfeld, wir werden ihn nicht mehr sehen. Vielleicht beim nächsten Mal, er will den Camino noch einmal gehen, so begeistert ist er.

Ich sollte der Statistik wegen nachtragen: Start um 7Uhr30, Frühstück auf dem Bett, wie gehabt kein kontinentales. Ankunft in Burgos nach 21 km um viertel vor eins. „Do you speak English?“ „A little bit.“ „(…) how to get to the Hotel Norte y Londres?“ Während ich das frage, drehe ich mich ein wenig um, staune, wir stehen unmittelbar davor. 

Cruz de Matagrande. Punto de Vista. 1082 m.

Wer hinauf geht, geht auch wieder hinunter.  Oben auf dem Plateau steht ein riesiges Kreuz. Die meisten Pilger streben achtlos vorbei, keines Gedanken würdig. Was machen die eigentlich hier? Über einen Kilometer geht es jetzt streckenweise sehr steil und steinig bergab. Kein Vergnügen.

Die letzten Kilometer hätte man sich gut und gerne schenken können. Aber danach geht`s ja nicht. Anfangs strapaziös, viele Mitpilger haben den Bus genommen; weite Strecken nur Asphalt ab Villafria de Burgos, zwei Stunden, so prall war das nicht. Die Iglesia San Lesmes gibt den nötigen Halt, in der Nähe eine Bank.

Was wird der mittelalterliche Pilger gemacht haben? Hermann Künig von Vach wie Arnold von Harff werden sich das Pilgerleben, dessen bin ich mir gewiss, auch so angenehm wie irgend möglich gestaltet haben. Gleichwohl, die Vororte aller größeren Städte sind nicht einladend, trist. Da muss man durch. Ach, was soll ich mich aufregen

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Es gibt solche und solche. Die einen wandern, die anderen pilgern, die einen überbrücken Unliebsames mit dem Bus, mit dem Taxi, die anderen versuchen, den Unbilden des ganzen Weges zu trotzen. Dann erlebt man solches. Kurz vor Burgos hupt uns jemand an, winkt uns zu. Elke hat schnelle Augen. Sie hat ihn erkannt, es ist der freundliche Ober vom comosapiens aus Atapuerca. Ist doch ein netter Zug, oder?

Die Metropole Burgos ist in ihrer Gänze so phänomenal, dass nur eine Extra-Bericht der Bedeutung der Stadt, der Kathedrale und des Klosters gerecht werden kann. Bitte noch ein wenig warten.

Fotos. Auf dem Weg von Atapuerca nach Burgos +  Matagrande, 1082 m + Blick auf Burgos + Vorort Burgos + Kurz nach elf in Burgos + Iglesia San Lesmes, Schutzpatron von Burgos. Plaza Lesmes, früher Plaza San Juan + Typischer mittelalterlicher Eingangsbereich. Maria mit Christus dem Weltenherrscher, die Erdkugel in der Hand + Marienstatue + Mittelalterliche Säule + Auch das gehört zum Pilgern: Straßenpflaster. Es müsste die Calle Juan sein + Interessantes Gebäude auf dem Weg zur Kathedrale + Ein Heiliger, vertieft in seinem Buch.