12. Etappe von Belorado über Espinosa nach Villafranca Montes de Oca: 13 Kilometer. Eine an sich lockere Aufgabe

Warum auch immer, wir kommen erst gegen zehn Uhr los. Das Wetter hat sich entscheidend gebessert: windig, sonnig, auf jeden Fall nicht mehr regnerisch. Da trifft es sich gut, dass Elke und ich uns wieder einmal, eigentlich ja immer, einig sind, den Aufstieg in die Gansberge erst morgen zu wagen. Hätten wir es doch bloß heute gemacht. Ich komme darauf zurück.

Belorado – Villafranca Montes de Oca. Eine an sich lockere Aufgabe. 

Eine dem Verfall preisgegebene Herberge.

Tosantos. Virgen de la Pena. Einsiedelei.

Es ist immer das gleiche, was abseits des Weges liegt, lässt man links liegen. Schade, die in Sandsteinfelsen gehauene Einsiedelei Virgen de la Pena soll bemerkenswert schön sein.

Der Weg mit seinen dreizehn Kilometern ist kurz erzählt. Ein mehr oder weniger unauffälliger Weg. Anfangs nass, später dann trocken und warm. Interessant der südamerikanische Pilger mit seinem „Gefährt“, den wir in Hornillos del Camino wiedersehen werden.

Den Anstieg von 770 m auf 950 m stecken wir locker weg, sind ja letztlich nur 180 Meter. 

Der Weg mit seinen dreizehn Kilometern ist kurz erzählt. Ein mehr oder weniger unauffälliger Weg. Den Anstieg von 770 m auf 950 m stecken wir locker weg, sind ja letztlich nur 180 Meter. 

Hermann Künig von Vach, 1495

(…) und sollst Gott und Maria Dank und Lob sagen, daß du bis dahin gesund gekommen bist, und du sollst Gott und Maria mit Eifer dienen.

Impressionen vom Weg

Villafranca Montes de Oca ist ein öder und vor allem sehr lauter Ort. Vom Flair vergangener Jahrhunderte ist nichts mehr zu spüren, schade. Die Kirche zudem geschlossen. Leider hatten wir auch keinen Blick übrig für die Reste der Ermita de San Felices de Oca (bitte anklicken)

Ruinen von San Felices kurz vor Villafranca Montes de Oca. Eine kleine Kapelle aus Quadersteinen durch einen Hufeisenbogen            zugänglich – ohne Foto. Reste eines mozarabischen Klosters des 10. Jahrhunderts, anderen Quellen zufolge aus dem 6./8. Jh. – dem hl. Felix gewidmet, des Meisters von San Millan. Ausgrabungen brachten einen basilikalen Kirchengrundriss zutage. Erste urkundliche Erwähnung 863 n. Chr.. Nach der Überlieferung ist  dort Graf Diego Rodriguez >Porcelos< begraben, der im Auftrag von König Alfons III. die Wiederbesiedlung von Burgos veranlasste.  

Villafranca Montes de Oca. Hostal.

Unser Hostal, die Herbergen sind alle completo, liegt direkt an der Straße. Im Sekundentakt donnern die LKW vorbei, auch nachts. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Wenn ich hier wohnen sollte, ich würde kirre werden.

Genauso öd schmeckt auch das Pilgermenü. Drei Zimmer mit sechs Personen teilen sich eine Etagentoilette nebst Dusche. Elke ist so genervt ob der „Sauberkeit“. Sie beschließt, die Räumlichkeiten zu boykottieren; so schlimm war es nun auch nicht. – Es regnet jetzt unaufhörlich. 

Gut, dass wir noch nicht wissen, was uns am nächsten Morgen um fünf Uhr erwartet. Zunächst einmal der bekannte Regen, Regen; dann ein steiler Aufstieg, viel Matsch. Das Monumento La Pedraja. Spanischer Bürgerkrieg 1936-39. Ein geschlossene Kirche in San Juan de Ortega, eine Riesenenttäuschung.

Villafranca Montes de Oca. Der kleine Ort, im Sommer 130, im Winter ca. 30 Einwohner, war Bischofssitz von 589 bis 1075. Der heilige Indalecio, Schüler des Apostels Jakobus, soll der erste Bischof gewesen sein; zu Tode gekommen durch das Martyrium. Viele Franzosen siedelten hier, sodass der Ort, vormals Auca mit Namen, in Villa Francorum – Stadt der Franken umbenannt wurde.

Für die mittelalterlichen Pilger war der Ort nicht unwichtig. Hier ruhten sie sich aus, um für den beschwerlichen Aufstieg zum Pass Puerto de la Pedraja gewappnet zu sein. Manche warteten, bis sich eine größere Gemeinschaft gefunden hatte, die von Räubern belagerte Wegstrecke passieren zu können.

Am Ortseingang sind die Reste des Hospitals San Antonio Abad zu sehen; von uns leider übersehen. Die Inschrifttafel aus 1826 verweist auf die Gründung in 1380 durch Dona Juana Manuel, Ehefrau von König Enriques II. von Kasttilen. Interessant die Inschrift: BEATIUS EST MAGIS DARE QUAM ACCIPERE – Geben ist seliger denn nehmen.

Fotos von links

Iglesia Santiago Apostol, im 18. Jh. über der früheren Kathedrale errichtet. Leider geschlossen, sonst hätten wir zwei geschnitzte              Statuen des hl. Jakobus in Pilgerkutte sehen können. + Der hauseigene Schinken schmeckte nicht schlecht.