Mit Papst Benedikt XVI. für den Frieden beten

Mein Diktum. Nach jedem Krieg, auch nach dem Krieg in der Ukraine, geht das Leben weiter, mit oder ohne die gegenwärtigen Staatslenker. Diplomatie ist gefragt. Alle möglichen diplomatischen Kontakte sollten aufrechterhalten bleiben.

GLAUBE UND FRIEDEN

Der Christ ist einer, der unermüdlich Gemeinschaft, Frieden und Solidarität stiftet.

„Der Heiligen Schrift zufolge ist der Friede nicht nur ein Pakt oder ein Vertrag, der ein ruhiges Leben begünstigt.“ – „Die Verwirklichung des Friedens hängt vor allem davon ab anzuerkennen, daß in Gott alle eine einzige Menschheitsfamilie bilden.“

„Frieden: Ruhe der Ordnung.“ – Augustinus – Nicht nur Abwesenheit von Krieg.

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Quelle: www.DieTagespoststiftung.org. www.bened ictusXVI.org.

Foto: CommonsWikimedia

Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI.: Es gehört zur Größe der Gnade (Gottes), dass sie ihre Mitwirkung erwünscht *)

Christen schaffen Gemeinschaft, Frieden und Solidarität

„Als Mensch der Hoffnung darf der Christ seinen Brüdern und Schwestern gegenüber nicht gleichgültig sein. Das stünde in völligem Gegensatz zum Verhalten Jesu. Der Christ ist einer, der unermüdlich Gemeinschaft, Frieden und Solidarität stiftet – Gaben, die Jesus selbst uns geschenkt hat. Wenn wir darin treu sind, werden wir an der Verwirklichung des Heilsplanes Gottes für die Menschheit mitarbeiten.“ – Aus: Predigt vom 20. November 2011

In einer Gesellschaft, die im Spannungsfeld von Globalisierung und Individualismus steht, ist die Kirche dazu aufgerufen, das Zeugnis der »koinonia«, der Gemeinschaft anzubieten. Diese Wirklichkeit kommt nicht »von unten«, sondern sie ist ein Geheimnis, das seine »Wurzeln« sozusagen »im Himmel « hat: gerade im einen und dreifaltigen Gott. – Aus: Predigt vom 18. Mai 2008

Gott offenbart sich, er hat ein Antlitz, Gott ist Vernunft, Gott ist Wille, Gott ist Liebe, Gott ist Schönheit. Der Glaube an den Schöpfergeist und der Glaube an den Geist, den der auferstandene Christus den Aposteln geschenkt hat und einem jeden von uns schenkt, sind untrennbar ineinander verschränkt. – Aus: Predigt vom 12. Juni 2011

20./21. Jahrhundert für Christen Zeit des Martyriums

Das 20. Jahrhundert war, wie wir alle wissen, eine Zeit des Martyriums. Dies hat in besonderer Weise Papst Johannes Paul II. hervorgehoben, der die Kirche aufforderte, »das Martyrologium zu aktualisieren«, und der zahlreiche Märtyrer der jüngeren Geschichte selig- und heiligsprach. Wenn also das Blut der Märtyrer der Same neuer Christen ist, dann können wir berechtigterweise zu Beginn des dritten Jahrtausends ein neues Wiedererstarken der Kirche erwarten, vor allem dort, wo sie um des Glaubens und der Verkündigung des Evangeliums willen besonders gelitten hat. – Aus: Predigt vom 25. April 2005

„Wir erleben heute, vor allem in den stärker entwickelten Gesellschaften, einen Zustand, der häufig durch eine radikale Pluralität, durch eine fortschreitende Verdrängung der Religion aus dem öffentlichen Leben und durch einen Relativismus geprägt ist, der die Grundwerte angreift. Das erfordert, daß unser christliches Zeugnis leuchtend und beständig und daß unser erzieherisches Bemühen aufmerksam und großherzig ist. – Aus: Predigt vom 2. Februar 2011

„Die Ernte ist groß“ – auch heute, gerade heute. Auch wenn es scheinen mag, daß große Teile der modernen Welt, der Menschen von heute sich von Gott abwenden, Glaube als Sache der Vergangenheit ansehen – die Sehnsucht ist da, daß endlich Gerechtigkeit, Liebe, Friede werde, daß die Armut überwunden werde und das Leid, daß die Menschen die Freude finden. All diese Sehnsucht ist in der Welt von heute gegenwärtig, die Sehnsucht nach dem Großen und nach dem Guten. Es ist Sehnsucht nach dem Erlöser, nach Gott selbst, auch wo er geleugnet wird. Aus: Predigt vom 5. Februar 2011.

Das ist der Jubel der Osternacht: Wir sind frei!

Das ist der Jubel der Osternacht: Wir sind frei. Durch die Auferstehung Jesu hat die Liebe sich stärker gezeigt als der Tod und als das Böse. Die Liebe ließ ihn absteigen, und sie ist zugleich die Kraft, in der er aufsteigt. Und durch die er uns mitnimmt. Geeint mit seiner Liebe, von ihren Flügeln getragen, steigen wir mit ihm als Liebende ab in die Dunkelheiten der Welt und wissen, daß wir gerade so mit ihm aufsteigen. So bitten wir: Herr, zeige auch heute, daß die Liebe stärker ist als der Haß. Daß sie stärker ist als der Tod. Steig auch in die Nächte und Unterwelten dieser unserer modernen Zeit hinab, und nimm die Wartenden an die Hand. Führe sie ins Licht. Sei auch in meinen dunklen Nächten mit mir und führe mich hinaus. Hilf mir, hilf uns, mit dir hinabzusteigen in das Dunkel der Wartenden, die aus der Tiefe nach dir schreien. Hilf uns, dein Licht dorthin zu tragen. Hilf uns zum Ja der Liebe, die uns absteigen und eben so mit dir aufsteigen läßt.  – Aus: Predigt vom 7. April 2007, Osternacht.

Im Credo bekennen wir über Christi Weg: Er ist hinabgestiegen in das Reich des Todes. Was ist da geschehen? Weil wir die Welt des Todes nicht kennen, können wir uns diesen Vorgang der Überwindung des Todes nur in Bildern vorstellen, die unangemessen bleiben. Dennoch, in allem Ungenügen helfen sie uns, etwas vom Geheimnis zu verstehen. Die Liturgie wendet auf den Abstieg Jesu in die Nacht des Todes das Wort des Psalms 23 (24) an: „Ihr Tore, hebt euch nach oben; tut euch auf, ihr uralten Pforten!“ Die Tür des Todes ist verschlossen, niemand kann je zurückkommen. Es gibt keinen Schlüssel zu dieser ehernen Tür. Christus aber hat den Schlüssel. Sein Kreuz reißt die Tore des Todes auf, die unwiderruflichen. Sie sind nicht mehr unwiderruflich. Sein Kreuz, die Radikalität seiner Liebe ist der Schlüssel, der dieses Tor öffnet. Die Liebe dessen, der als Gott Mensch wurde, um sterben zu können, sie hat die Kraft, die Tür zu öffnen. Diese Liebe ist stärker als der Tod.  – Aus: Predigt vom 7. April 2007, Karsamstag.

*) Quelle: Aus Interview mit Prof. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, YouTube, 02.01.24.