Das „Aggiornamento“ von Bischof Heinrich Timmerevers. Das Weiheversprechen der Bischöfe

Die Bischöfe versprechen bei ihrer Weihe, das Evangelium, ungekürzt und nicht verfälscht zu predigen, zu lehren, basierend auf der Überlieferung des Glaubensgutes seit den Aposteln und Kirchenvätern.

Bischof Heinrich Timmerevers, Dresden-Meißen, sieht das offensichtlich anders. Seine Thesen:

  • Glaube der Kirche sei kein unveränderbarer Betonblock.
  • Bei der Verkündigung und der Auslegung des Glaubens in der Zeit *) müssten humanwissenschaftliche Erkenntnisse
  • und pastorale Situationen und Notwendigkeiten berücksichtigt werden.
  • Im 2. Vatikanischen Konzil habe man das „Aggiornamento“ genannt.

Quelle: P.A. Schulze, 2021

Erläuterung „Glauben in der Zeit

*) Glauben in der Zeit kann ja nicht anderes bedeuten als Berücksichtigung des jeweiligen Zeitgeistes. Die Frage, die sich einem da automatisch stellt, ist doch, welcher Zeitgeist zu welcher Zeit ist eigentlich gemeint? Der Zeitgeist vor 5 Jahren, vor 1 Jahr, in 10 Jahren, vor einer Generation? Welcher also? Jedes Jahr den Zeitgeist des veröffentlichten Mainstreams neu definieren?

Wer definiert den Glauben in der Zeit? Abweichend vom Vatikan das Bistum? Der Synodale Ausschuss? Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken? Die Verbände der katholischen Kirche? Der Kirchentag? Der Diözesanrat? Die Pfarrei? Die regelmäßigen Kirchgänger? Eine eigens anberaumte Versammlung einer Kirchengemeinde? Die kirchensteuerzahlenden Mitglieder? Sollen Medien berücksichtigt werden? Nur die Leitmedien? Oder auch die alternativen Medien? Fragen über Fragen?

Das Weiheversprechen des Bischofs

Der katholische Bischof schwört je nach Staatsvertrag / Konkordat nicht nur den Treueeid auf die jeweilige Landesverfassung, er gibt auch bei seiner Weihe ein Gelöbnis ab. Er muss dazu u.a. mehrere Fragen des ihn weihenden Bischof explizit mit JA resp. der Antwort „Ich bin bereit“ bestätigen. Quelle: Diözese Linz. Verstößt er im Laufe seiner Amtszeit dagegen, begeht er einem Meineid.

Der Hauptzelebrant (ein Bischof) spricht folgende Formeln, der Erwählte gibt jeweils die Antwort: „Ich bin bereit.”

  • Bist du bereit, in dem Amt, das von den Aposteln auf uns gekommen ist und das wir dir heute durch Handauflegung übertragen, mit der Gnade des Heiligen Geistes bis zum Tod zu dienen?
  • Bist du bereit, das Evangelium Christi treu und unermüdlich zu verkünden?
  • Bist du bereit, das von den Aposteln überlieferte Glaubensgut, das immer und überall in der Kirche bewahrt wurde, rein und unverkürzt weiterzugeben?
  • Bist du bereit, am Aufbau der Kirche, des Leibes Christi, mitzuwirken und zusammen mit dem Bischofskollegium unter dem Nachfolger des heiligen Petrus stets ihre Einheit zu wahren?
  • Bist du bereit, dem Nachfolger des Apostels Petrus treuen Gehorsam zu erweisen? Anm: gemeint ist der Papst.
  • Bist du bereit, zusammen mit deinen Mitarbeitern, den Presbytern und Diakonen, für das Volk Gottes wie ein guter Vater zu sorgen und es auf dem Weg des Heiles zu führen?
  • Bist du bereit, um des Herrn willen den Armen und den Heimatlosen und allen Notleidenden gütig zu begegnen und zu ihnen barmherzig zu sein?
  • Bist du bereit, den Verirrten als guter Hirte nachzugehen und sie zur Herde Christi zurückzuführen?
  • Bist du bereit, für das Heil des Volkes unablässig zum allmächtigen Gott zu beten und das hohepriesterliche Amt untadelig auszuüben?

Mein Fazit

Mir fallen sofort Namen von Bischöfen ein, die sich offensichtlich von der offiziellen Lehre der katholischen Kirche gelöst haben. Die sich nicht mehr den Anordnungen des Vatikan, namentlich des Heiligen Vaters verpflichtet fühlen. Die offensiv den Glauben der Kirche, übermittelt von den Aposteln und den frühen Kirchenvätern, dem jeweiligen Zeitgeist anpassen wollen.